mini|hochkant|Pfarrkirche St. Kunibert, Blatzheim mini|Ansicht von Süden St. Kunibert ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Blatzheim, einem Stadtteil von Kerpen im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen.
Die Kirche wurde zwischen 1923 und 1924 nach Plänen von Heinrich Renard und Josef van Geisten erbaut und ist unter Nr. 54 in die Denkmalliste eingetragen.
Geschichte Die Kirche wurde erstmals im Liber valoris aus der Zeit um 1300 erwähnt, zugleich war Blatzheim zu dieser Zeit bereits eigenständige Pfarre. Das Kollationsrecht besaß bis zur Säkularisation der Capellarius des Kölner Erzbischofs.Ernst Polaczek und Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim. In: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 4, Düsseldorf 1899, S. 426 f. Zur Pfarre Blatzheim gehörte ursprünglich auch als Filiale das benachbarte Manheim mit der Kirche St. Albanus und Leonhardus, das aber um 1802/04 von Blatzheim losgelöst und eigenständige Pfarre wurde.Peter Staatz: Manheim - Aus der Geschichte eines Dorfes von den Anfängen bis zur Umsiedlung. Köln 2024, S. 96 f. Ende des 15. Jahrhunderts bis Anfang des 16. Jahrhunderts wurde eine neue dreischiffige Kirche in Formen der Spätgotik errichtet. Sie ersetzte einen romanischen Vorgängerbau des 11./12. Jahrhunderts. 1605 folgte der Bau des heute noch bestehenden Glockenturms, 1639 wurde eine Sakristei angebaut. 1794 brannte das Dach der Kirche, dabei sind vermutlich auch die Gewölbe des Langhauses eingestürzt. Diese wurden in der Folge durch ein hölzernes Tonnengewölbe ersetzt. Nur im Chor hatte sich das spätgotische Gewölbe noch erhalten.Ernst Polaczek und Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bergheim. In: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 4, Düsseldorf 1899, S. 426 f.
Bereits in den 1910er Jahren genügte die alte Kirche nicht mehr den Ansprüchen der Pfarrgemeinde und es folgten Planungen zum Bau einer neuen Pfarrkirche. Diese Planungen wurden besonders unter Pfr. August Kugelmeier, der 1913 die Pfarrstelle übernahm, vorangetrieben. Aufgrund der Gegenwehr einiger vermögender Familien endeten diese Bemühungen 1913/14 im Blatzheimer Katholikenstreit und der Versetzung von Pfr. Kugelmeier im April 1914. Das Projekt Kirchenneubau wurde zunächst nicht weiterverfolgt.
Anfang der 1920er Jahre, unter wirtschaftlich schweren Bedingungen, wurden die Planungen zum Kirchenneubau wiederaufgenommen. Das heutige Kirchenschiff wurde schließlich von 1923 bis 1924 im neobarocken Baustil unter Beibehaltung des Turms aus dem Jahr 1605 nach Plänen der Kölner Architekten Heinrich Renard und Josef van Geisten erbaut.Bergheimer Zeitung Nr. 10 - 93. Jahrgang. Donnerstag, 22. Januar 1925. Artikel: Aus Nah und Fern. Digitalisat zeit.punkt NRW Der Grundstein wurde am 22. Juli 1923 im Auftrag des Kölner Erzbischofs durch den aus Blatzheim stammenden Prälaten Christian Krabbel gelegt.Bergheimer Zeitung Nr. 83 - 91. Jahrgang. Dienstag, 24. Juli 1923. Artikel: Aus Nah und Fern. Digitalisat zeit.punkt NRWBergheimer Zeitung Nr. 84 - 91. Jahrgang. Donnerstag, 26. Juli 1923. Artikel: Aus Nah und Fern. Digitalisat zeit.punkt NRW Bereits nach einjähriger Bauzeit war die neue Kirche fertiggestellt und wurde ebenfalls von Prälat Krabbel am 1. November 1924 im Rahmen einer ersten Heiligen Messe benediziert.Bergheimer Zeitung Nr. 127 - 92. Jahrgang. Dienstag, 11. November 1924. Artikel: Kirchliches. Digitalisat zeit.punkt NRW Die eigentliche Kirchweihe nahm am 12. Juli 1925 der Kölner Erzbischof Karl Joseph Kardinal Schulte vor.Bergheimer Zeitung Nr. 83 - 93. Jahrgang. Samstag, 11. Juli 1925. Artikel: Aus Nah und Fern. Digitalisat zeit.punkt NRW
Ausstattung Von der Ausstattung der Kirche sind der neobarocke Hochaltar von 1927/1928 zu erwähnen, die Fenster, welche 1923/24 nach Plänen von Heinrich Oidtmann aus Linnich geschaffen wurden und der Kreuzweg, den der Blatzheimer Künstler Ferdinand Müller 1846 schuf.
Orgel Die Orgel der Manufaktur Johannes Klais Orgelbau von 1928 (Opus 705) verfügt über 27 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertraktur ist elektropneumatisch. I Hauptwerk C–g31. Bordun 16′2. Principal 8′3. Offenflöte 8′4. Gemshorn 8′5. Dulciana 8′6. Octave 4′7. Hohlflöte 4′8. Superoktave 2′9. Mixtur IV 10. Trompete 8′II Schwellwerk C–g311. Geigendprincipal 8′12. Rohrflöte 8′13. Nachthorn 8′14. Salicional 8′15. Vor coelestis 8′16. Praestant 4′17. Blockflöte 4′18. Waldflöte 2′19. Progressia III–IV 20. Oboe 8′Pedal C–f121. Principal 16′22. Subbass 16′23. Zartbass 16′24. Octavbass 8′25. Salicet 8′26. Choralbass 4′27. Posaune 16′ Koppeln Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P Suboktavkoppeln: II/I Superoktavkoppel: II/I, II/II
Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, 1 freie Pedalkombination, Piano, Forte, Tutti, Crescendowalze, 16′-Ab, Zungen Ab, Tremolo
Glocken Im Turm hängen drei Kirchenglocken aus Bronze, die 1790 von Peter Legros, Malmedy gegossen wurden. Glocke Name Durchmesser Masse ≈ Schlagton(HT-) 1 Kunibert 1172 mm 1040 kg e′-1 2 Maria 1038 mm 698 kg fis′-2 3 Bartholomäus 928 mm 484 kg gis′-2 Läutemotiv: Pater nosterGerhard Hoffs: Glocken im Dekanat Kerpen, S. 18.
Pfarrer Folgende Priester wirkten bisher u. a. als Pfarrer an St. Kunibert: 1887–1913: Ludgerus Gillissen 1913–1914: August Kugelmeier 1914–1959: Joseph Wolters 1959–1975: Erwin Düster 1978–1995: Helmut Johannes Smialek 1995–2010: Georg Wilhelm Neuhöfer (Pfarradministrator) Seit 2010: Ludger Möers
Weblinks
Die katholische Kirche St. Kunibert auf kerpen-blatzheim.de
Einzelnachweise
Kategorie:Pfarrkirche des Erzbistums Köln Kategorie:Kunibertkirche Kategorie:Kirchengebäude in Kerpen Kategorie:Baudenkmal in Kerpen Kategorie:Erbaut in den 1600er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren Kategorie:Neobarockes Kirchengebäude Kategorie:Neobarockes Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Geläut Kategorie:Disposition einer Orgel