mini|Logo der Ohio State Buckeyes Die Ohio State Buckeyes (buckeye = englisch für „Rosskastanie“) sind eine Football-Mannschaft (College-Football-Team) der Ohio State University (OSU). Als Mitglied der National Collegiate Athletic Association (NCAA) nehmen sie am Spielbetrieb in der East Division der Big Ten Conference teil. Sie spielen seit 1922 im Ohio Stadium in Columbus im US-Bundesstaat Ohio und haben bisher 8 nationale Meisterschaften und 40 Conference-Meisterschaften gewonnen. Zudem sind sie in zehn Saisons ungeschlagen geblieben.Ohio State Buckeyes School History auf sports-reference.com. Abgerufen am 25. Oktober 2021.

Football führten George Cole und Alexander S. Lilley 1890 an der Universität ein. Bis 1901 war das neue Footballteam selbstständig, bevor es als Gründungsmitglied in der Ohio Athletic Conference (OAC) teilnahm. Als Mitglied in der OAC gewannen sie zwei Conference-Meisterschaften, bevor sie 1912 in die Big Ten Conference wechselten. 1942 konnten sie unter Chefcoach Paul Brown ihre erste nationale Meisterschaft gewinnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es trotz dreier verschiedener Trainer in kurzer Zeit sportlich bergab, bis schließlich 1952 Woody Hayes engagiert wurde. Mit ihm als Head Coach gewann Ohio State 13 Big-Ten-Meisterschaften, fünf Nationale Meisterschaften (1954, 1957, 1961, 1968 und 1970) und vier Rose-Bowl-Titel bei acht Teilnahmen. Nach der Entlassung Hayes’ 1987 führten Earle Bruce und später auch John Cooper die Mannschaft zu sieben weiteren Conference-Titeln.

2001 wurde Jim Tressel als Trainer eingestellt und konnte 2002 mit dem Sieg im Fiesta Bowl den siebten nationalen Meisterschaftstitel gewinnen. Mit Tressel wurden außerdem noch 7 Big Ten Championships und bei acht Teilnahmen fünf Spiele der Bowl Championship Series gewonnen.

Am 28. November 2011 wurde Urban Meyer, welcher selbst aus Ohio stammt und mit den Florida Gators bereits zwei Meistertitel hatte erringen können, zum Head Coach ernannt. Er konnte mit 24 Siegen am Stück einen Schulrekord aufstellen und gewann mit den Buckeyes die nationale Meisterschaft 2014. Seit 2019 ist Ryan Day Head Coach der Buckeyes.

Das Ohio-State-Footballprogramm kann eine Gesamtbilanz von 930 Siegen, 328 Niederlagen, 53 Unentschieden und 53 Bowl Games vorweisen. Zuletzt gewann man 2020 den Sugar Bowl und unterlag im College Football Playoff National Championship Game der Alabama Crimson Tide. (Stand: Ende der Saison 2020).Andy Wittry: College football’s 9 winningest teams auf der Website der NCAA. 12. September 2021, abgerufen am 25. Oktober 2021 (englisch).

mini|Alexander S. Lilley - erster Footballtrainer der OSU

Geschichte Anfänge (1890–1933) Der Student George Cole überzeugte im Frühjahr 1890 Alexander S. Lilly an der Ohio State University eine Footballmannschaft zusammenzustellen. Das erste Spiel wurde am 3. Mai 1890 gegen die Ohio Wesleyan University ausgetragen und endete mit einem Sieg für die Buckeyes in Delaware (Ohio). Das erste Heimspiel fand am 1. November 1890 gegen die University of Wooster statt. Das Wetter war ausgezeichnet und die Spieler wurden von den Fans lautstark unterstützt. Dennoch hagelte es eine 64:0-Niederlage gegen körperlich überlegene Gegenspieler, was deutlich machte, dass hartes Training die Grundlage für sportlichen Erfolg darstellt.

In den nächsten acht Jahren wurden mit wechselnden Trainern 31 Siege, 39 Niederlagen und 2 Unentschieden erspielt. Das erste Spiel gegen die University of Michigan in Ann Arbor endete 1897 mit einer 34:0-Niederlage. Dieses Jahr sollte mit einer Statistik von 1-7-1 den Tiefpunkt in der Geschichte des Buckeyes-Footballteams darstellen. Jack Ryder war 1892 Ohio States erster bezahlter Head Coach. Er verdiente 150 Dollar pro Saison und bestritt sein erstes Spiel bei der Niederlage, am 15. Oktober 1892, gegen das Oberlin College und John Heisman.Walsh, Christopher (2009). Ohio State Football Football Huddleup, Triumph Books (Random House, Inc.), ISBN 978-1-60078-186-5, S. 69.

1899 wurde John Eckstorm angeheuert um endlich professionelles Coaching zu gewährleisten. Daraufhin blieb die OSU im selben Jahr ungeschlagen.Ohio State Spring Football 2008 – Part 2 , OSU Athletics, 21. Mai 2014 (englisch). Allerdings stand Football an der Ohio State University 1901 kurz vor dem Aus, als Center John Sigrist sich bei einem Spiel schwer verletzte und zwei Tage später im Krankenhaus starb. Obwohl sich das Team gegen die Auflösung entschied, trat Eckstorm zurück.Park, Seite 28 1912 gab es einige strukturelle Veränderungen. Das Team trat der Western Conference bei und wurde außerdem in die neu gegründete Sportabteilung der Universität eingegliedert. Lynn W. St. John wurde zum Athletic Director ernannt.

Chic Harley war Schüler der East High in Columbus und einer der besten Footballspieler, die jemals in Ohio eine Highschool besucht haben. Er konnte passen, rennen, fangen, punten, Field Goals erzielen sowie in der Defense spielen. Er kam 1916 an die Ohio State University und war sofort Publikumsliebling. Harley und die Buckeyes gewannen die erste Big Ten-Meisterschaft der Schulgeschichte im Jahr 1916, als sie alle sieben Saisonspiele gewinnen konnten. 1917 konnten sie den Titel mit 8 Siegen und einem Unentschieden verteidigen. Daraufhin kämpfte Harley als Pilot für ein Jahr im Ersten Weltkrieg. 1919 kehrte er zurück und die Buckeyes verloren nur ein Spiel – gegen Illinois. Chic Harley verließ die OSU nach 22 Siegen, einer Niederlage und einem Unentschieden. Zu dieser Zeit wurden die Heimspiele im kleinen „Ohio Field“ ausgetragen, doch Harley zog so viele Menschen an, dass es notwendig war ein größeres Stadion zu bauen. 1922 wurde das Ohio Stadium eröffnet, welches vollständig aus Spenden von Fans finanziert wurde. Als 1951 die College Football Hall of Fame eröffnet wurde, war Harley eines der ersten Mitglieder.

Ohio States erster großer Rivale war das Kenyon College, eine kleine Universität für Geisteswissenschaften in Gambier (Ohio), 50 Meilen nordöstlich von Columbus. Sie spielten zum ersten Mal bereits 1890, in der ersten Saison überhaupt, gegeneinander, wobei Kenyon beide Partien für sich entscheiden konnte. Als die Buckeyes zwischenzeitlich gegen den ungeliebten Nachbarn 15 Spiele in Folge gewannen, erlosch die Rivalität. Nach dem Wechsel in die Big Ten Conference gab es keine Spiele mehr gegeneinander und die Bilanz lautet somit bis heute 18:6 für OSU.

mini|Ohio Stadium – Heimspielstätte der Buckeyes

Francis Schmidt (1934–1940) Die Verpflichtung von Francis Schmidt im März 1934 als Cheftrainer verdeutlichte die Ambitionen auf sportliche Erfolge. Schmidt war ein erfahrener Trainer und ein anerkannter Wegbereiter in der Entwicklung der Offense. Seine Offensiv-Spielzüge wurden „razzle-dazzle“ genannt und machten ihn zum ersten Buckeye-Footballtrainer, der mit einem Vertrag über mehrere Jahre ausgestattet wurde. In seinen ersten vier Saisons gab es nur Zu-null-Siege gegen den „Erzfeind“ Michigan Wolverines. Die Saison 1935 wurde durch eine 18:13-Niederlage im ersten Spiel überhaupt gegen die University of Notre Dame mit 7:1 abgeschlossen. Nichtsdestotrotz waren die folgenden Spielzeiten, abgesehen vom Gewinn der Big Ten Championship 1939, weniger erfolgreich und er trat im Dezember 1940 zurück.Park, Seite 166.

Paul Brown (1941–1943) Ohio State holte Paul Brown als Nachfolger, welcher vorher die Massillon Washington High School trainiert hatte und dort 6 State Championships am Stück gewonnen hatte. Er veränderte sofort die Offensivstrategie und zeichnete sich durch akribische Detailarbeit, im Bezug auf Trainingsplanung, organisatorische Details und die Einweisung der Assistenztrainer, aus. 1942 – im Jahr, in dem die Mannschaft, aufgrund des Kriegseintritts der USA in den Zweiten Weltkrieg, 22 erfahrene Spieler für den Militärdienst abstellen musste – führte er ein Team, das größtenteils aus Sophomores bestand, zur ersten nationalen Meisterschaft.

Carroll Widdoes (1944–45), Paul Bixler (1946) und Wes Fesler (1947–50) Brown nahm 1944 ein Angebot der United States Navy an und ernannte seinen Assistenten Carroll Widdoes bis zu seiner Rückkehr als seinen Stellvertreter. Zur Mannschaft gehörten in diesem Jahr 31 Freshmen und trotzdem wurden alle Spiele, inklusive einer Begegnung gegen Paul Browns Great Lakes Navy Team, gewonnen. In der Nationalen Wertung beendeten die Buckeyes die Saison hinter der Army auf Platz zwei und Quarterback Les Horvath wurde als erstem Spieler der Ohio State University die Heisman Trophy verliehen.

Brown entschied sich nach dem Krieg gegen eine Rückkehr und für eine Stelle im Profigeschäft. Widdoes kehrte, trotz der besten Zwei-Jahres-Statistik aller OSU Headcoaches, auf eigenen Wunsch zu seinem Posten als Assistenztrainer zurück. Offensive Coordinator Paul Bixler tauschte mit Widdoes und trat nach einer durchschnittlichen Saison mit 4 Siegen, 3 Niederlagen und 2 Unentschieden zurück. In dieser Phase entstand der Ruf von Ohio State als „Trainerfriedhof“, welcher noch für Jahrzehnte anhalten sollte.

Wes Fesler wurde 1947 Cheftrainer und beendete die Saison zum einzigen Mal in der Geschichte der Schule auf dem letzten Platz der Big Ten. Im nächsten Jahr verbesserte sich das Team mit 6-3 deutlich, um 1949, auch durch den Sophomore Vic Janowicz, noch besser abzuschneiden. Ohio State durfte am Rose Bowl teilnehmen, wo sie einen Rückstand aufholten und die University of Carolina letztendlich sogar besiegten. 1950 gewann das Team sechs Spiele am Stück, bevor sie die Saison durch eine Niederlage im Spiel gegen Michigan, welches durch das Auftreten eines Blizzards später als „Snow Bowl“ getauft wurde, noch verspielte. Zwei Wochen später trat Fesler wegen familiärer und gesundheitlicher Probleme zurück.

Die Woody-Hayes-Ära (1951–1978) Wayne Woodrow „Woody“ Hayes setzte sich u. a. gegen Paul Brown durch und wurde am 18. Februar 1951 zum Head Coach ernannt.Park, Seite 275 Er führte strenge Regeln ein und setzte sie lautstark und aggressiv durch, wobei er bei vielen Spielern, die sich an den lockeren Stil von Fesler gewöhnt hatten, aneckte. 1951 gewannen die Buckeyes vier Spiele, verloren drei und spielten zweimal Unentschieden, was in Bezug auf den Trainer viele Fragen aufwarf. 1952 verbesserte sich die Mannschaft auf 6-3 und fuhr seit acht Jahren den ersten Sieg gegen Michigan ein. Nachdem das Spiel gegen die Wolverines 1953 allerdings wieder verloren gegangen war, forderten die Kritiker Hayes’ Ablösung.

1954 wurde spekuliert, dass die Buckeyes nicht besser als auf dem zehnten Platz in der Big Ten enden würden. Hayes konnte allerdings vom Talent von Runningback Howard „Hopalong“ Cassady und einer epischen Verteidigungsschlacht auf der Goalline gegen Michigan profitieren und Ohio State blieb ungeschlagen. Hayes führte die Buckeyes somit zu ihrer zweiten nationalen Meisterschaft. 1955 gewann die Mannschaft erneut den Big Ten-Titel, verbuchte einen Zuschauerrekord und gewann das erste Mal seit 18 Jahren in Ann Arbor. Zusätzlich bekam Hopalong Cassady die Heisman Trophy. Gegen Michigan wurden nur drei Passing-Plays versucht, wobei nur einer der Pässe gefangen wurde und die einzige Completion in den letzten drei Spielen der Saison darstellte. Hayes’ Offensivspielstil wurde daraufhin als „drei Yards und eine Staubwolke“ charakterisiert.