Bobry (, sowie Gurbischken, 1938 bis 1945 Nettelhorst und Lepalothen, Kirchspiel Szillen, 1938 bis 1945 Siebenkirchberg und Padaggen, 1933 bis 1945 Brandenhof) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman. Bobry erstreckt sich heute allerdings vor allem auf den ehemaligen Ort Schwirblienen, 1938 bis 1945 Mühlenhöh. Die Ortsstellen Lepalothen und Padaggen sind verlassen.
Geographische Lage Bobry liegt 18 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Neman (Ragnit) an einer Nebenstraße (27K-068), die Schilino (Szillen, 1936 bis 1946 Schillen) mit Bolschakowo (Groß Skisgirren, 1938 bis 1946 Kreuzingen) verbindet. Schilino ist die nächste Bahnstation an der zurzeit nicht mehr betriebenen Bahnstrecke Tschernjachowsk–Sowetsk (Insterburg–Tilsit).
Geschichte Babillen (Billen) Babillen war eine Streusiedlung, die aus großen und kleineren Höfen bestand.D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Billen Bei der Bildung der Amtsbezirke im Jahr 1874 gelangte die Landgemeinde in den Amtsbezirk Szillen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Schillen Sie gehörte bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.
Im Jahre 1910 waren in Babillen 110 Einwohner registriert. Ihre Zahl betrug 1933 117 und belief sich 1939 auf 124. Inzwischen war im Jahr 1938 der Ort in Billen umbenannt worden. Wie alle Dörfer im nördlichen Ostpreußen wurde der Ort im Jahre 1945 der Sowjetunion zugeordnet.
Gurbischken (Nettelhorst) / Gorbunowo Gurbischken bestand aus einem großen Hof,D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Nettelhorst der bei der Bildung der Amtsbezirke im Jahr 1874 als Landgemeinde in den Amtsbezirk Szillen gelangte. Sie gehörte bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.
Im Jahre 1910 waren in Gurbischken 50 Einwohner registriert. Im Jahr 1938 wurde der Ort in Nettelhorst umbenannt, und im selben Jahr nach Schillen eingemeindet. Wie alle Dörfer im nördlichen Ostpreußen wurde der Ort im Jahre 1945 der Sowjetunion zugeordnet.
Im Jahr 1950 wurde der Ort wieder eigenständig in Gorbunowo umbenannt und gleichzeitig dem Dorfsowjet Schilinski im Rajon Sowetsk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
Lepalothen (Siebenkirchberg) / Schtscherbakowo Der Ort Lepalothen bestand aus einigen großen und kleinen Höfen.D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Siebenkirchberg Bei der Bildung der Amtsbezirke im Jahr 1874 gelangte die Landgemeinde in den Amtsbezirk Neuhof.Rolf Jehke, Amtsbezirk Neuhof Sie gehörte bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.
Im Jahre 1910 waren in Lepalothen 99 Einwohner registriert. Ihre Zahl betrug 1933 119 und belief sich 1939 auf 103. Inzwischen war im Jahr 1938 der Ort in Siebenkirchberg umbenannt worden. Wie alle Dörfer im nördlichen Ostpreußen wurde der Ort im Jahre 1945 der Sowjetunion zugeordnet.
Im Jahr 1950 wurde der Ort in Schtscherbakowo umbenannt und gleichzeitig dem Dorfsowjet Schilinski im Rajon Sowetsk zugeordnet.
Padaggen (Brandenhof) / Lazarewo Der Ort Padaggen bestand aus mehreren kleinen Gehöften.D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Brandenhof Bei der Bildung der Amtsbezirke im Jahr 1874 gelangte die Landgemeinde in den Amtsbezirk Neuhof. Sie gehörte bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 waren in Padaggen 99 Einwohner registriert.
Im Jahr 1933 wurde der Ort in Brandenhof umbenannt. Die Einwohnerzahl betrug 1933 97 und belief sich 1939 auf 95. Wie alle Dörfer im nördlichen Ostpreußen wurde der Ort im Jahre 1945 der Sowjetunion zugeordnet.
Im Jahr 1950 wurde der Ort in Lazarewo umbenannt und gleichzeitig dem Dorfsowjet Schilinski im Rajon Sowetsk zugeordnet.
Schwirblienen (Mühlenhöh) Die einst SchwirblienenD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Mühlenhöh genannte Landgemeinde war zwischen 1874 und 1945 in den Amtsbezirk AnstippenRolf Jehke, Amtsbezirk Anstippen/Ansten (ab 1939 „Amtsbezirk Ansten“) eingegliedert. Er gehörte bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.
Im Jahre 1910 waren in Schwirblienen 181 Einwohner registriert. Ihre Zahl betrug 1933 schon 185 und belief sich 1939 auf 201. Im Zuge der Umbenennung von Orten in Ostpreußen im Jahr 1938 wurde Schwirblienen am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – 1938 in „Mühlenhöh“ umbenannt. Wie alle Dörfer im nördlichen Ostpreußen wurde auch Mühlenhöh im Jahre 1945 der Sowjetunion zugeordnet.
Bobry Im Jahr 1950 wurde der Ort Babillen in Bobry umbenannt und gleichzeitig dem Dorfsowjet Schilinski selski Sowet im Rajon Sowetsk zugeordnet. Vor 1976 wurden die Orte Gorbunowo, Lazarewo und Schtscherbakowo an Bobry angeschlossen.Gemäß dem Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976. Von 2008 bis 2016 gehörte Bobry zur Landgemeinde Schilinskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Neman.
Kirche Die Einwohner Schwirblienens resp. Mühlenhöhs waren vor 1945 in ihrer überwiegender Mehrzahl evangelischer Konfession. So war das Dorf in das Kirchspiel der Kirche Szillen eingepfarrt, die zur Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Bobry im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinden in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) oder auch in Bolschakowo (Groß Skaisgirren, 1938 bis 1946 Kreuzingen), die beide Teil der Propstei Kaliningrad (Königsberg) in der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland sind.
Weblinks Bobry bei bankgorodov.ru Bobry bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Neman Kategorie:Ort im Munizipalkreis Neman