Theodor „Theo“ Lechner (* 27. Oktober 1883 in Dermbach; † 1975 in München) war ein deutscher Architekt.

Leben und Wirken Lechner war der Sohn des Bauingenieurs und Eisenbahnunternehmers Theodor Lechner (1852–1932).

Nach dem Studium in München, Göttingen und Darmstadt gründete er 1912 zusammen mit Fritz Norkauer (1887–1976) ein Architekturbüro. Ab den 1920er Jahren wurden in zahlreichen Architekturwettbewerben die Entwürfe der beiden prämiert, so beispielsweise für das Walchenseekraftwerk und den Flughafen Oberwiesenfeld. In München arbeitete das Büro an mehreren Wohnungsbauprojekten. Beide waren Vertreter der „Bayerischen Postbauschule“. 1927 errichteten sie auf der Ausstellung „Bayerisches Handwerk“ eines der ersten Flachdachwohnhäuser in München. Lechner vertrat zunächst eine moderne Architekturauffassung.Kanzlerbungalow: Sep Ruf schuf eine neue Form von Staatspräsentation, Immobilienreport München. Von 1931 bis 1932 machte Sep Ruf ein einjähriges Praktikum im Architekturbüro Norkauer & Lechner und freundete sich mit dem Ehepaar Anny und Theo Lechner an.Sep Ruf: Leben – Junge Jahre. sep-ruf.com; abgerufen am 10. August 2015

Zum 1. September 1932 trat Lechner der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.316.495).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/25130916https://www.proveana.de/de/person/lechner-theo 1934 übernahm er die Gestaltung der Ausstellung „Die Straße“ auf der Theresienhöhe.Die Ausstellung „Die Straße“ in München. In: Deutsche Bauzeitung, 1934, 68. Jahrgang, Heft 25, S. 458; bg.polsl.pl (PDF; 2 MB). Organisiert wurde die Ausstellung von Fritz Todt.Elisabeth Vaupel, Stefan L. Wolff (Hrsg.): Wallstein-Verlag, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0596-0. Die grafische Gestaltung der riesigen Wandkarte mit dem Netz der Reichsautobahnen übernahm Valentin Zietara.

Lechner war Mitglied im Bund Deutscher Architekten und im Deutschen WerkbundEintrag zu Theo Lechner im Historischen Architektenregister „archthek“, Abschnitt Leberfinger–Leyser. kmkbuecholdt.de; abgerufen am 10. August 2015 sowie im Kampfbund für deutsche Kultur. Er war von 1950 bis 1961 Vorsitzender des Isartalvereins und erhielt 1963 die Ehrenmitgliedschaft des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Isartalverein, S. 39, November 2009.Wolfgang Pledl: (PDF) In: Dokumentation der Geschichte des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege (1992–2002) …

Sein Leichnam wurde auf dem Nordfriedhof beigesetzt. Seinen Nachlass verwaltet das Architekturmuseum der Technischen Universität München.mediatum.ub.tum.de

Bauwerke mini|1925: Villa in München-Schwabing-Freimann, Mandlstraße 9 (zusammen mit Fritz Norkauer).

1914/15: Villa Finckh in Ebenhausen (Schäftlarn), Zeller Straße 19, Privathaus (zusammen mit Fritz Norkauer) 1922: Pfarrhaus in Waldkraiburg, Ebing 108 (zusammen mit Fritz Norkauer) 1924: Reihenhaus in München-Bogenhausen, Friedrich-Herschel-Straße 12 (zusammen mit Fritz Norkauer) 1925: Villa in München-Schwabing-Freimann, Mandlstraße 9 (zusammen mit Fritz Norkauer) 1925: Postamt Deisenhofen (zusammen mit Robert Vorhoelzer und Fritz Norkauer) 1925–1926: Mädchenheim der Hanfwerke Füssen–Immenstadt in Füssen (zusammen mit Fritz Norkauer) 1927: Ortskrankenkasse in Füssen (zusammen mit Fritz Norkauer) 1928–1929: Beamtenhaus der Hanfwerke Füssen–Immenstadt in Füssen (zusammen mit Fritz Norkauer) 1928–1930: Siedlung Neuharlaching (zusammen mit Fritz Norkauer, Eugen Dreisch und Wilhelm Scherer) 1938–1942: Standortlazarett des Heeres in Garmisch, Lazarettstraße 2 (im Auftrag der Heeresbauverwaltung München; mit seinem Mitarbeiter Egwin Kaup)Alois Schwarzmüller: Standortlazarett des Heeres - Garmisch, Lazarettstraße 2, 2009.

Schriften

Literatur Einige Arbeiten der Architekten Lechner und Norkauer–München. In: Der Baumeister, 28. Jahrgang 1930, Heft 6, S. 205–231; bg.polsl.pl (PDF; 8,9 MB). Hermann Norkauer: Lechner und Norkauer. Architekten in München 1914–1931. Dissertation, Technische Universität Braunschweig, 1993.Ungedruckt, in keiner deutschen Bibliothek vorhanden. Werner Ebnet: Sie haben in München gelebt: Biografien aus acht Jahrhunderten. Allitera Verlag, München, 2016, ISBN 978-3-86906-744-5, S. 361.

Weblinks

Einzelnachweise

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