Irmenseul ist ein Ortsteil der Gemeinde Lamspringe im niedersächsischen Landkreis Hildesheim.
Geografie Irmenseul liegt südwestlich von Bad Salzdetfurth in einer ackerbaulich geprägten Bördelandschaft zwischen den folgenden Höhenzügen: der Sackwald im Westen und die Harplage im Osten sowie der Heber im Süden. An Irmenseul grenzen im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, Sehlem, Neuhof, Woltershausen, Everode und Adenstedt, die ebenfalls alle zum Landkreis Hildesheim gehören.
In der Gemarkung Irmenseul befindet sich an einem aufgelassenen Steinbruch am „Schiefen Berg“ auf flachgründigen Kalkverwitterungsböden das etwa zweieinhalb Hektar große Naturschutzgebiet Halbtrockenrasen bei Irmenseul.Naturschutzgebiet HA 123 – Halbtrockenrasen bei Irmenseul. In: Webseite Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Abgerufen am 22. September 2017.
Geschichte Irmenseul wurde im Zusammenhang mit den Herren von Steinberg im Jahre 1298 als „Ermensulle“ erstmals urkundlich erwähnt. In: Webseite Gemeinde Lamspringe. Abgerufen am 22. September 2017.
Das Gut Irmenseul gehörte zum Besitz von Schloss Wrisbergholzen. In Irmenseul sind ferner die 1931 erbaute Kapelle und das Ehrenmal auf dem Friedhof beachtenswert. Gegenüber der Kirche in Irmenseul befand sich bis 2015 ein Gemischtwarenladen, wie er heute nur noch selten in ländlichen Gemeinden zu finden ist.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte Irmenseul 247 Bewohner.Wilhelm Keil: Neumanns Orts- und Verkehrslexikon. Leipzig 1905, S. 393 u. 466.
Der Ort Irmenseul und die Irminsul mini|Die Irminsul auf dem Romberg Vor allem wegen seines Namens wird der Ort Irmenseul mit dem vorchristlichen, sächsischen Haupt-Heiligtum, der Irminsul, in Verbindung gebracht. Der historische Standort der Säule ist archäologisch bislang nicht gesichert, wird aber aufgrund der vorliegenden historischen Quellen in Westfalen (höchstwahrscheinlich auf oder bei der Eresburg) vermutet. Jedoch sollen Reste der 772 unter Karl dem Großen an der Eresburg eroberten Irminsul nach einer seit dem 16. Jahrhundert dokumentierten ÜberlieferungJohannes Letzner: Corbeische Chronik. Hamburg 1590. beim Kloster Corvey in Westfalen vergraben, später ausgegraben und von dort nach Hildesheim – nur 25 Kilometer von Irmenseul entfernt – verbracht worden sein.Walther Matthes: Corvey und die Externsteine. Schicksal eines vorchristlichen Heiligtums in karolingischer Zeit. Stuttgart 1982, ISBN 3-87838-369-X, S. 13. In der Nähe des heutigen Ortes sollen Westfalen (Sachsen) den Tross mit den Resten überfallen haben, um sie zurück nach Westfalen zu bringen, jedoch ohne Erfolg. Die Reste sollen sich im Hildesheimer Dom unter einer Mariensäule im Boden befinden.
Auch wenn deren historischer Standort nicht gesichert ist, wurde beim Ort Irmenseul im Oktober 1996 auf der BornhöheWappen krönt neun Meter hohen Eichenstamm auf der Bornhöhe. In: Hildesheimer Zeitung. 17. Juni 1998, abgerufen am 19. Februar 2019. am Romberg, einem dem Ort vorgelagerten Hügel, eine moderne Interpretation der Irminsul aufgestellt. Der 9 Meter hohe Eichenstamm trägt einen Radkreuz-Aufsatz aus Aluminium-Guss, der einen Durchmesser von etwa 1,6 m hat.Wiedererrichtung der Irminsul. In: Webseite Heimatverein Irmenseul. Abgerufen am 22. September 2017. Die Gestaltung der „Irmenseule“ genannten Säule ist an das Ortswappen angelehnt. Eingeweiht wurde das Denkmal im Juni 1998 zur 700-Jahr-Feier des Dorfes. Der unter anderem mit Findlingen, Sitzbänken und einem Infotafel-Unterstand gestaltete Platz auf dem Romberg bietet eine gute Aussicht ins Umland und ist zu einem Ausflugsziel insbesondere für Wandergruppen geworden.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurde die zuvor selbständige Gemeinde Irmenseul in die Gemeinde Harbarnsen eingegliedert. Diese wurde am 1. November 2016 ihrerseits mit den Gemeinden Neuhof, Lamspringe, Sehlem und Woltershausen der aufgelösten Samtgemeinde Lamspringe zur neuen Gemeinde Lamspringe vereinigt.
Politik Gemeinderat und Bürgermeister Auf kommunaler Ebene wird der Ortsteil Irmenseul vom Rat der Gemeinde Lamspringe vertreten.
Ortsvorsteher Der Ortsvorsteher von Irmenseul ist Carsten Sandvoß.
Wappen Der Gemeinde wurde das Kommunalwappen am 10. August 1938 durch den Oberpräsidenten der Provinz Hannover verliehen. Der Landrat aus Alfeld überreichte es am 29. November desselben Jahres.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die Irminsäule auf dem Romberg Die im Jahre 1931 erbaute Kapelle Das Ehrenmal auf dem örtlichen Friedhof
Regelmäßige Veranstaltung In allen ungeraden Jahren feiert die Jugend des Dorfes im Wechsel mit dem Nachbarort Woltershausen (Netze, Graste und Hornsen) das sogenannte „Pfingstbier“. Im Jahr 2012 wurde das 150-jährige Bestehen dieser Tradition gefeiert.
Weblinks
Website der Gemeinde Lamspringe
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hildesheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Ort im Landkreis Hildesheim Kategorie:Geographie (Lamspringe)