Rainer Lindow (* 23. April 1942 in Berlin; † 28. August 2021 in Bernau bei BerlinSterbeurkunde im Support hinterlegt.) war ein deutscher Schriftsteller, Regisseur und Maler.
Leben und Wirken Im Berliner Wedding geboren, überlebte er den Krieg mit seiner Mutter in Thüringen. Er absolvierte die Sportschule und die Schinkeloberschule und erlernte den Beruf eines Schriftsetzers. 1962 studierte er Malerei an der Privatschule von Waluscha Friedrich. Er arbeitete als Kleindarsteller am Deutschen Theater, als Beifahrer und Kulissenmaler. In dieser Zeit veröffentlichte er seine ersten Hörspiele, denen ein gutes Dutzend weitere Hörspiele und Features folgten.
Nach mehreren vergeblichen Anläufen aufgrund erheblicher Behinderungen durch die Stasi konnte er 1968 mit dem Regiestudium an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg beginnen. Nach dem Regiediplom arbeitete er beim Fernsehen der DDR als Regieassistent und Regisseur. Aufgrund unüberbrückbarer Widersprüche kündigte er sein festes Arbeitsverhältnis und war ab 1975 als freiberuflicher Schriftsteller, Maler und Dokumentarfilmregisseur tätig.
Er schrieb mehrere Drehbücher für Film und Fernsehen, Erzählungen und Theaterstücke. Sein Stück Rumpelstilz wurde am Potsdamer Hans Otto Theater uraufgeführt sowie als Fernsehspiel und Hörspiel gesendet.
Studienaufenthalte führten ihn nach Frankreich, Holland, Israel, Ukraine, Polen und Großbritannien. 1991 war er für drei Monate Stipendiat der Villa Massimo (Casa Baldi in Olevano Romano) in Italien. 1972 erhielt er den Silbernen Lorbeer, 1993 den Hans-Fallada Hörspielpreis, 1994 den für den deutschen Sprachraum ausgeschriebenen Wolfener Literaturpreis. Seine Bilder wurden in Berlin, London, Potsdam und Alzenau (Unterfranken) ausgestellt.
Rainer Lindow hatte eine Tochter und zwei Söhne. Seine zweite Frau, die Schriftstellerin Maria Seidemann, starb 2010 an Krebs. Ihren letzten, unvollendeten Roman Die Krähenjägerin vollendete er und gab ihn 2012 im Projekte Verlag Halle heraus.
Romane Unterm Hut in der Sonne oder das neue Buch Nickel. Eulenspiegel-Verlag, Berlin 1979. Trauergesellschaft. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Leipzig 1990, ISBN 3-354-00673-0. Clara in Paris. – Filmszenarium 1–3. Eigenverlag rebelPress, Rebelow/Potsdam 2004.
Hörspiele und Hörfunkfeatures 1974: Mögen Sie Stiefmütterchen? 1976: Nachmittag am Telefon 1977: Andreas und der Wagenlenker – Regie: Maritta Hübner (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1978: Die saubere Armella 1980: Einmal werde ich die Glocken läuten 1982: Die Laubhütte 1983: Katschelap 1985: Eine unmögliche Person 1986: Die Prinzessin und das Tiergesicht 1990: Der Botschafter 1991: Biografien in Wax 1994: Bring es nach Hause, Baby 1995: Der Prinz, die Fee und der Traum vom Leben
Dokumentarfilme 1969: Einfach eine Probe 1972: Wer die Erde liebt 1976: Auskunft über Pludra 1994: Hausbesetzer – Innenansichten 1996: Wer ist hier eigentlich verrückt? 2001: Insel-Leben
Weblinks
Literatur Port Potsdamer Neueste Nachrichten vom 28. Dezember 2012
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