Warnung vor einer heiligen Nutte ist der neunte Spiel- und Langfilm von Rainer Werner Fassbinder und der letzte von der antiteater-X-film produzierte.

Handlung Der Film zeigt die Dreharbeiten eines Filmteams in Spanien, das auf seinen Regisseur, den Hauptdarsteller sowie den Scheck der Filmförderung wartet. Nach dem Eintreffen wird Jeff, der Regisseur, zum Mittelpunkt des Geschehens. Apathie und Hysterie, Intrigen, Neid, Affären, Machtausübung und Unterwerfung vermischen sich im zentralen Treffpunkt, der Bar, wo Cuba Libre in Mengen konsumiert wird. Es entstehen wechselnde Paare und Gruppierungen. Hanna verliebt sich in den Hauptdarsteller Eddie. Regisseur Jeff und Herstellungsleiter Sascha versuchen, das Chaos durch autoritäres Gebaren zu organisieren. Das Filmteam rebelliert in kleinen, spontanen, eher unorganisierten Aktionen gegen den Regisseur. In einer Kameraeinstellung erklärt Jeff seinem Kameramann, wie er sich eine zu drehende Szene vorstellt und was diese mit dem Filmtitel „La Patria o La Muerte“ (Vaterland oder Tod) zu tun habe im Kontext eines Films, der sich gegen die „staatlich sanktionierte Brutalität“ wende. Hauptdarsteller Eddie weigert sich zunächst, vor der Kamera einen Menschen zu töten. Als der Choleriker Jeff im Suff die Produktionssekretärin Babs ohrfeigt, wird er von ihrem Begleiter niedergeschlagen. Dann erst können die Aufnahmen beginnen und der Film wird nun trotz aller Widrigkeiten und Umstände realisiert.Wilhelm Roth: Kommentierte Filmografie. In: Peter W. Jansen, Wolfram Schütte (Hrsg.): Rainer Werner Fassbinder. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1992, S. 144f.Fassbinder heute. (PDF; 1,1 MB) basisfilm.de

Allgemeines Der Film rekapituliert die Dreharbeiten von Whity. Gedreht wurde er im September/Oktober 1970 in Sorrent in Italien. Die Handlung ist der Authentizität wegen nach Spanien verlegt worden. Dem Film ist das Motto vorangestellt, im Abspann dann ein Zitat aus Thomas Manns Tonio Kröger:

Hintergrund und Produktionsnotizen Zur Warnung vor einer heiligen Nutte rief Fassbinder noch einmal die Gruppenmitglieder zusammen. Am ersten Drehtag beschwor er brieflich die Erstmals gezeigt wurde der Film am 28. August 1971 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig (Attenzione alle puttana santa). In der Bundesrepublik Deutschland kam der Film am 1. September 1971 in die Hamburger Kinos, in West-Berlin lief er am 22. Oktober 1971 an. Fernsehpremiere hatte er am 2. Januar 1972 im Programm des NDR.

1972 entbrannte ein Rechtsstreit wegen der verwendeten Musiktitel, die Produktionsfirmen konnten die Geldforderungen nicht aufbringen und somit wurde nur eine akustisch bereinigte, „verstümmelte“ Fassung gezeigt. Zum zehnten Todestag 1992 hatte die Rainer Werner Fassbinder Foundation die Musikrechte aufgekauft und am 14. Mai 1992 eine autorisierte Fassung in die Kinos gebracht.

Selbstaussagen des Regisseurs

Kritiken

Weblinks

Warnung vor einer heiligen Nutte auf der Seite der Rainer Werner Fassbinder Foundation. Fassbinder heute. (PDF; 1,1 MB) basisfilm.de

Einzelnachweise

Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 1970 Kategorie:Rainer Werner Fassbinder Kategorie:Filmwirtschaft im Film