Propafenon ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antiarrhythmika, der in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. Nach der Einteilung von E. Vaughan WilliamsE. Vaughan Williams: Classification of anti-arrhythmic drugs. In: Symposium on Cardiac Arrhythmias. (Hrsg.: E Sandfte, E Flensted-Jensen, KH Olesen). AB ASTRA (Sweden), Södertälje 1970, S. 449–472. gehört Propafenon zu Klasse I der Antiarrhythmika (Natriumkanalblocker), genauer (zusammen mit Flecainid) zur Klasse IC.Ernst Mutschler, Monika Schäfer-Korting u. a.: Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie. 8., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2001, ISBN 3-8047-1763-2, S. 549ff

Klinische Angaben Propafenon wird (intravenös mit 0,5 bis 1 mg/kg) unter anderem bei ventrikulären Tachykardie und ventrikulären Extrasystolen verwendet.H. M. Bryson, K. J. Palmer u. a.: Propafenone. A reappraisal of its pharmacology, pharmacokinetics and therapeutic use in cardiac arrhythmias. In: Drugs, 1993, 45(1)Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (1. Auflage 1986) 5. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 75. Bei Vorhofflimmern (mit Tachyarrhythmia absoluta) kann es ebenfalls verwendet werden.A. Sestito, E. Molina: Atrial fibrillation and the pharmacological treatment: the role of propafenone. In: European Review for Medical and Pharmacological Sciences, 2012, 16(2), S. 242–253.

Pharmakologische Eigenschaften Wirkungsmechanismus (Pharmakodynamik) Propafenon bindet an kardiale Natriumkanäle, die Proteinbindung hierbei beträgt über 90 %. Durch eine vergleichsweise lange Bindungszeit ist Propafenon auch bei Ruhefrequenz wirksam. Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Wirkstoffklasse beeinflusst es die Aktionspotentialdauer kaum, blockiert aber stark den schnellen Natriumeinstrom der Phase 0 (QRS-Erweiterung im Ruhefrequenzbereich). Dadurch, dass Propafenon strukturell mit Betablockern verwandt ist, besitzt es ebenfalls Lidocain- und Chinidin-artige Wirkung und kann auch Calciumkanäle und β-Kanäle blocken. Als unerwünscht anzusehen ist die Andockung an ATP-sensitive Kaliumkanäle in Herzmuskelzellen.

Aufnahme und Verteilung im Körper (Pharmakokinetik) Die enterale Resorption ist gut, trotzdem ist durch einen First-Pass-Effekt die Bioverfügbarkeit eingeschränkt (ca. 50 %). Die Plasmahalbwertszeit liegt bei 3–6 Stunden.

Stereochemie Propafenon enthält ein Stereozentrum und besteht aus zwei Enantiomeren. Hierbei handelt es sich um ein Racemat, also ein 1:1-Gemisch von (R)- und der (S)-Form:F. v. Bruchhausen, G. Dannhardt, S. Ebel, A. W. Frahm, E. Hackenthal, U. Holzgrabe (Hrsg.): Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Band 9: Stoffe P-Z. 5. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-642-63389-8, S. 387. Enantiomere von Propafenon 200px CAS-Nummer: 200px CAS-Nummer:

Handelsnamen Monopräparate Rytmonorm (D, CH)Fachinformation. Compendium.ch; abgerufen am 9. Oktober 2018 und Cuxafenon (D).

Einzelnachweise

Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Keton Kategorie:Phenolether Kategorie:Beta-Aminoalkohol Kategorie:Phenylalkylverbindung