100px|rahmenlos|alt=|Kickers 90px|rahmenlos|alt=|VfB
Als Stuttgarter Stadtderby werden Fußballspiele zwischen den beiden erfolgreichsten Fußballvereinen Stuttgarts, dem VfB Stuttgart und den Stuttgarter Kickers, bezeichnet. Andere Bezeichnungen sind Stuttgarter Derby oder Stuttgarter Lokalderby. Es stellt mit 105 Pflichtspielen (inkl. Testspiele 169), zuletzt 1992 in der Bundesliga, eines der am häufigsten ausgetragenen Fußballderbys in Deutschland dar. Die Listen umfassen die Pflicht- und Testspiele zwischen den ersten Herrenmannschaften beider Vereine.
Geschichte der Rivalität + Direkte Ligaduelle Saison Plätze Südkreisliga 1912/13 1.20px|Kickers 6.20px|VfB 1913/14 1.20px|Kickers 7.20px|VfB 1914/15 2.20px|Kickers 7.20px|VfB Kreisliga Württemberg 1919/20 2.20px|Kickers 5.20px|VfB 1920/21 1.20px|Kickers 5.20px|VfB 1921/22 1.20px|Kickers 2.20px|VfB 1922/23 1.20px|Kickers 6.20px|VfB Bezirksliga Württemberg/Baden 1924/25 1.20px|Kickers 5.20px|VfB 1925/26 2.20px|VfB 4.20px|Kickers 1926/27 1.20px|VfB 3.20px|Kickers Bezirk Württemberg 1927/28 1.20px|Kickers 3.20px|VfB 1928/29 2.20px|Kickers 3.20px|VfB 1929/30 1.20px|VfB 6.20px|Kickers 1930/31 3.20px|Kickers 4.20px|VfB 1931/32 2.20px|VfB 7.20px|Kickers 1932/33 1.20px|Kickers 3.20px|VfB Saison Plätze Gauliga Württemberg 1933/34 2.20px|Kickers 3.20px|VfB 1934/35 1.20px|VfB 3.20px|Kickers 1935/36 1.20px|Kickers 3.20px|VfB 1936/37 1.20px|VfB 5.20px|Kickers 1937/38 1.20px|VfB 2.20px|Kickers 1938/39 1.20px|Kickers 2.20px|VfB 1939/40 1.20px|Kickers 2.20px|VfB* 1940/41 1.20px|Kickers 2.20px|VfB 1941/42 1.20px|Kickers 2.20px|VfB 1942/43 1.20px|VfB 3.20px|Kickers 1943/44 2.20px|Kickers 4.20px|VfB * 1939/40 spielte man ingetrennten Staffeln, dieKickers holten sich jedochin der Meisterrunde vordem VfB dieGaumeisterschaft Oberliga Süd 1945/46 1.20px|VfB 3.20px|Kickers 1945/46 1.20px|VfB 3.20px|Kickers 1946/47 6.20px|VfB 7.20px|Kickers 1947/48 3.20px|Kickers 5.20px|VfB 1948/49 6.20px|VfB 8.20px|Kickers 1949/50 2.20px|VfB 16.20px|Kickers 1951/52 1.20px|VfB 12.20px|Kickers 1952/53 2.20px|VfB 14.20px|Kickers 1953/54 1.20px|VfB 14.20px|Kickers 1954/55 12.20px|Kickers 13.20px|VfB 1955/56 2.20px|VfB 14.20px|Kickers 1956/57 4.20px|VfB 14.20px|Kickers 1957/58 9.20px|VfB 16.20px|Kickers 1959/60 7.20px|VfB 16.20px|Kickers 2. Bundesliga Süd 1975/76 12.20px|VfB 13.20px|Kickers 1976/77 1.20px|VfB 9.20px|Kickers Bundesliga 1988/89 5.20px|VfB 17.20px|Kickers 1991/92 1.20px|VfB 17.20px|Kickers
mini|links|Stadtpokal von 1945
Vor allem in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts herrschte ein harter Kampf zwischen dem in Bad Cannstatt ansässigen VfB und den Stuttgarter Kickers aus Degerloch. Aber es war keine Konkurrenz zwischen sozialen Schichten. Die Basis bildete auf beiden Seiten hauptsächlich das ortsansässige Bürgertum. Schon bei den Vorgängern des VfB, dem Kronenklub und dem Stuttgarter FV, liegen die Wurzeln der Rivalität zwischen dem VfB und den Kickers. Als die Kickers sich schon früh gegen Rugby entschieden, wechselten viele Rugby-Interessierte zum Stuttgarter FV. Dies könnte man die Geburt der Rivalität nennen. Zu den Kindheitszeiten des Fußballs lagen die Kickers noch klar vor den Vorgängern des VfB und so musste der Kronenklub in einem entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die oberste süddeutsche Spielklasse gegen die zweite Mannschaft der Kickers antreten. Zwar gewann der Kronenklub, doch wenige Tage später wurde das Spiel annulliert, da der eigentlich bestellte Schiedsrichter nicht anwesend war und der Verbandsschriftführer das Spiel leitete. Da der Kronenklub von der Annullierung erst wenige Stunden vor der Neuansetzung bei einer Weihnachtsfeier erfuhr und dementsprechend viele Spieler nicht einsatzfähig waren, verlor der Klub das Wiederholungsspiel und fühlte sich dort gegenüber den Kickers ungerecht behandelt.
Auch nach der Fusionierung zum VfB dominierten zunächst die Kickers. Schon 1909 wurden die Blauen Vizemeister und waren dem VfB zumeist voraus. 1922/23 schienen sich die Kickers sogar vom VfB abzusetzen, als sie als Tabellenerster der Kreisliga Württemberg die Qualifikation für die neue Bezirksliga problemlos schafften, während der VfB als Sechster scheiterte und sogar in die Zweitklassigkeit abrutschte. Doch der VfB kam nach diesem einen Jahr Zweitklassigkeit wieder zurück und so blieb dieses eine Jahr das einzige nach der Fusion des VfB, in dem die Kickers eine Klasse über dem VfB standen. Der VfB bot nun den Kickers Paroli und so konkurrierten beide Vereine immer wieder um die Württembergische Meisterschaft. Nach der deutschen Vizemeisterschaft des VfB 1935 war der Verein dann endgültig auf Augenhöhe. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden beide Mannschaften noch mehrmals Württembergischer Meister und blieben auf dem gleichen Level. Daher stimmt es nicht, dass das Überholmanöver des VfB in Verbindung mit dem Nationalsozialismus steht. Obwohl der VfB schon von jeher bessere Verbindungen zum Militär hatte und den Kickers schon vor der NS-Zeit jüdische Wurzeln zugeschrieben wurden, wurden die Kickers später ebenso wie der VfB mit dem NS-Regime in Verbindung gebracht. So stellte zum Beispiel der Sozialdemokrat Paul Keller fest, dass sich beide Vereine sofort als erste der nationalsozialistischen Bewegung voll und ganz anschlossen.: Wie alles anfing: „Sportkapitalisten“ auf Kohlezügen Vor 1933 gab es beim VfB ebenso wie bei den Kickers jüdische Mitglieder, die in der NS-Zeit ausgeschlossen wurden.
Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg stiftete der Stuttgarter Oberbürgermeister Arnulf Klett einen Bronzenen Löwen als Trophäe für ein Stadtturnier. Im Endspiel des Turniers besiegte der VfB die Kickers im ersten Kräftemessen nach Kriegsende. Die Entscheidung um die Vormachtstellung in Stuttgart fiel erst in der Oberliga Süd. Zu Beginn spielten die Kickers genauso wie der VfB oben mit. Doch das Jahr 1950 war entscheidend für die Zukunft beider Vereine. Die Stuttgarter Kickers stürzten in die Zweite Oberliga Süd ab und standen somit zum ersten Mal eine Klasse unter dem VfB. Und eben in diesem Jahr, in dem die Kickers den ersten großen Rückschlag erlitten, holte der VfB mit der deutschen Meisterschaft den ersten großen Titel. Die Kickers erholten sich noch einmal und kamen zurück, doch fast jede Saison, die die Degerlocher in der Oberliga Süd bestritten, war für die Kickers ein Abstiegskampf, während der VfB seine erfolgreichste Zeit erlebte. Und so absolvierten die Kickers 1960 ihr letztes Spiel in der Oberliga Süd und spielten im Mittelfeld der Zweiten Oberliga, während sich der VfB 1963 für die erste Bundesligasaison qualifizierte. Nur 1988 und 1992 spielten die Kickers noch jeweils eine Saison in der Bundesliga, in der sie nie die Klasse hielten.
So war es keine Seltenheit, dass einer von den Blauen zum VfB, zu den Roten, wechselte. Ein solcher „Überläufer“ hatte es nicht immer einfach – von beiden Seiten hatten Spieler und Funktionäre nach einem solchen Wechsel etwas zu befürchten. Früher war die Rivalität bedeutend härter als heute. Als zum Beispiel 1956 Rolf Geiger, der talentierte Stürmer der Kickers, zum VfB wechselte, erstattete der damalige Präsident der Kickers Philipp Metzler Selbstanzeige und behauptete, die Kickers hätten Geiger unter der Hand bezahlt. Die Rache war es ihm offenbar wert, eine Strafe für die Kickers hinzunehmen, um gleichzeitig Geiger vom DFB bestrafen zu lassen. Allerdings wurde Metzler für zwei Jahre gesperrt, während Geiger nur für neun Monate gesperrt wurde.'
Das Verhältnis zwischen beiden Vereinen wurde mit der Zeit zwar besser, doch immer wieder gab es Spannungen. So fand der ehemalige Kickers-Spieler Albert Sing an seinem ersten Arbeitstag als VfB-Trainer ein Kickers-Trikot in der Umkleide vor, welches ihm wohl deutlich machen sollte, dass er als Blauer nicht erwünscht ist.
Der damalige Kickers-Stürmer Jürgen Klinsmann erklärte nach einem harten Jugend-Derby gegenüber seinem damaligen Kickers-Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler: „Eines schwöre ich: Zu denen geh ich nie!“ Einige Jahre später ließ er sich von diesem Schwur entbinden.
Nicht nur in der Jugend waren diese Derbys hitzig. „Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, hätte ich mich nicht mehr aus dem Haus getraut“, erklärte der ehemalige VfB-Direktor Ulrich Schäfer einmal. Das letzte große Stadtderby in der Bundesliga war grundlegend für die weitere sportliche Entwicklung beider Vereine: In der Saison 91/92 ging es für den VfB um die Meisterschaft und für die Kickers um den Klassenerhalt. Nach 75 Minuten führten die Kickers mit 1:0, der VfB-Stürmer Fritz Walter brach wegen starker Magenschmerzen zusammen, weswegen der VfB sogar die Kickers einer Vergiftung bezichtigte. Trotz des Ausfalls von Walter drehte der VfB das Spiel in den letzten Minuten zu einem 3:1-Sieg; der VfB wurde am Ende der Saison Deutscher Meister und die Kickers stiegen ab. Die Rivalität zwischen dem VfB und den Kickers ging oft über den Fußball hinaus. So gab es zwischen den beiden Leichtathletikabteilungen immer wieder Differenzen. Trotzdem bildeten die beiden Vereine in dieser Sportart eine gemeinsame Startgemeinschaft.
Spiele zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfB Stuttgart Statistik Stand: 10. Juli 2017 40px|Logo Stuttgarter Kickers – 34px|Logo VfB Stuttgart Wettbewerb Spiele Siege Remis Siege Tore Bundesliga 4 0 0 4 2:12 Oberliga Süd 26 5 5 16 28:52 Gauliga Württemberg 20 6 4 10 30:48 Endrunde Gauliga Württemberg 2 1 0 1 7:6 2. Bundesliga Süd 4 1 1 2 3:7 Bezirksliga Schwaben 2 2 0 0 18:1 Bezirksliga Württemberg/Baden 18 5 6 7 30:34 Entscheidungsspiel Bezirksliga Württemberg/Baden 1 1 0 0 6:1 Südkreisliga 4 2 1 1 12:6 Frühjahrsrunde 2 1 0 1 4:3 Herbstrunde 2 2 0 0 4:2 Kreisliga Württemberg 8 5 2 1 13:5 Süddeutsche Meisterschaft 2 1 0 1 3:5 Süddeutscher Pokal 3 1 0 2 7:8 Gaupokal Württemberg 2 2 0 0 6:4 WFV-Pokal 1 1 0 0 3:1 Stuttgarter Stadtmeisterschaft 2 0 1 1 3:6 Stuttgarter Stadtpokal 1 1 0 0 5:2 Spiel um den Ehrenpreis Stuttgarts 1 0 0 1 0:1 Testspiele 64 12 13 39 106:176 Gesamt 169 49 33 87 287:372
Pflichtspiele