Der amerikanische Soldat ist der achte Spiel- und Langfilm von Rainer Werner Fassbinder, der mit Liebe ist kälter als der Tod und Götter der Pest eine Gangsterfilm-Trilogie bildet.Jürgen Trimborn: Ein Tag ist ein Jahr ist ein Leben. Rainer Werner Fassbinder. Die Biographie. Berlin 2012, S. 129 f. Nach 15 Tagen Drehzeit wurde der Schwarzweiß Film am 9. Oktober 1970 auf der Filmwoche in Mannheim uraufgeführt. Er gilt als Werk des Neuen Deutschen Films.Thomas Elsaesser: Der Neue Deutsche Film. München 1994, S. 183.
Handlung Nach dem Vorbild amerikanischer Gangsterfilme im Stile des Film Noir wird die Geschichte von Richard und Franz erzählt. Richard kehrt nach mehreren Jahren in den USA und als Soldat im Vietnamkrieg nach München zurück, wo er seinen alten Freund Franz trifft. Ricky soll für die Münchner Polizei Morde ausführen, um deren Kriminalstatistik zu „verbessern“. Rickys erstes Opfer ist ein Zigeuner, sein zweites eine Frau, die mit Pornoheften und Informationen handelt, ihr Freund wird ebenfalls umgebracht. Das vierte Opfer ist Rosa, Geliebte und Komplizin einer der Polizisten. Als Richard seine Mutter und den Bruder besucht, erhält er den Auftrag, sie ebenfalls zu töten. Die fünfte Tote des Films ist das Zimmermädchen des Hotels, in dem Richard wohnt, sie ersticht sich mit einem Messer, nachdem sie am Telefon vom Ende ihrer Beziehung erfährt. Rosa und Richard schauen zu. Am Hauptbahnhof kommt es zum finalen Showdown: Durch das Eintreffen von Richards Mutter und Bruder abgelenkt, werden Richard und Franz von der Polizei erschossen. Die lange Einstellung ihres Todes wird begleitet vom Song „So Much Tenderness“ (gesungen von Günther Kaufmann).Wilhelm Roth: Kommentierte Filmografie. In: Peter W. Jansen (Hrsg.): Rainer Werner Fassbinder. Frankfurt am Main, 1992, S. 141 f.www.fassbinderfoundation.de
Hintergrund und Produktionsnotizen Während der Dreharbeiten heirateten Rainer Werner Fassbinder und Ingrid Caven. 1972 trennte sich das Paar wieder nach knapp zweijähriger Ehe. In einem Interview sagte der Regisseur Fassbinder rückblickend:
Fassbinder hatte zunächst geplant, den „amerikanischen Soldaten“ mit Günther Kaufmann in der Hauptrolle zu besetzen; da es aber im Verlauf der Dreharbeiten zu persönlichen Spannungen zwischen Regisseur Fassbinder und Hauptdarsteller Kaufmann gekommen ist, konnten die bereits abgedrehten Szenen nicht verwendet werden, und Fassbinder besetzte um. In dieser Auseinandersetzung kam es auch zur Hochzeit mit Schauspielkollegin Ingrid Caven. Im Kino-Dokumentarfilm Fassbinder Fassbinder. Dokumentarfilm, 2015. von Annekatrin Hendel aus dem Jahre 2015 wurden diese nicht verwendeten Filmszenen zum ersten Mal öffentlich gezeigt.
In der Rolle des Zimmermädchens erzählt Margarethe von Trotta in einem Monolog von der Liebe zwischen dem Gastarbeiter Ali und der Putzfrau Emmi, die tragisch endet. Emmi wird ermordet, Ali flieht. Der Arbeitstitel dieses Films „Alle Türken heißen Ali“ wurde zu Angst essen Seele auf, der bei den Filmfestspielen von Cannes 1974 den Kritikerpreis erhielt. Somit stellt dieser Monolog als Kurzfassung eine Vorwegnahme dieses Films dar.Michael Töteberg: Die Liebe, ein Unterdrückungsinstrument. In: Ders.: Rainer Werner Fassbinder. Reinbek bei Hamburg, 2002, S. 78.
In einem Gespräch mit Joachim von Mengershausen gibt Fassbinder Auskunft über den Kriminalfilm als Genre:
Kritiken Die Zusammenstellung der Kritiken befasst sich vor allem mit den Vorbildern von „Der amerikanische Soldat“, allgemein mit dem Genre Gangsterfilm vor dem Hintergrund von Debatten und Diskussionen der Filme und ihrer Regisseure während der Ära des New German Cinema (Neuer deutscher Film).
Weblinks
Rainer Werner Fassbinder Foundation.
Einzelnachweise
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