mini|Neuseeland
Neuseeland liegt östlich von Australien im südlichen Teil des Pazifischen Ozeans und damit von Europa aus gesehen auf der anderen Seite des Globus. Aus diesem Grund wird das Land vor allem aus deutscher Sicht häufig auch als "Das Ende der Welt" bezeichnet. Doch auch die Neuseeländer selbst, die sich gerne als Kiwis bezeichnen, sehen – mit einer Prise Humor versehen – sich selbst am Ende der Welt liegend und bedienen damit gerne Klischees deutscher oder europäischer Touristen.
Betrachtet man lediglich die drei Hauptinseln (: ), (: ) und die viel kleinere , die zusammen rund 98,3 % des Inselstaates ausmachen, würde sich, projiziert auf die Nordhalbkugel, Neuseeland von einem Punkt nordwestlich von Rabat in Marokko aus, über Spanien und Portugal bis hinauf zur Keltischen See erstrecken.
Ausdehnung und Lage Neuseeland zählt geografisch gesehen zu Ozeanien und damit zu all jenen Inseln, die geologisch betrachtet keinem der sieben bekannten Kontinente zugeordnet werden können. Das Land besteht aus den zwei großen Hauptinseln und , der sich im Süden anschließenden weitaus kleineren , etwa 700 weiteren kleinen Inseln, die alle nicht weiter als 50 km von den Hauptinseln entfernt liegen und die als bezeichneten Inseln, zu denen die , die unbewohnten subtropischen Inseln und im Norden und die ebenfalls unbewohnten und subantarktischen Inseln , , , und im Süden gehören. Alle Inseln befinden sich auf einem unter dem Meeresspiegel liegenden Kontinent, der allgemein als bezeichnet wird. Der Kontinentalschelf besitzt die Größe von der Hälfte Australiens, wobei die Landmasse, die aus dem Wasser herausragt und Neuseeland darstellt, lediglich 7 % des gesamten Kontinentalschelfs ausmacht.
mini|260px|Der unter dem Meeresspiegel verborgene Kontinent Zealandia Die drei Hauptinseln, die von den zusammenbetrachtet als (Deutsch: Land der langen weißen Wolke) bezeichnet werden, liegen im Süden auf der Höhe von rund 1490 km östlich von Tasmanien. Der nördlichste Zipfel Neuseelands, das , befindet sich dagegen 1965 km östlich von Australien und fast auf demselben Breitengrad wie . Im Norden liegen die nächsten größeren Inseln mit jenen von Neukaledonien rund 1400 km und mit den Fidschi-Inseln 1865 km entfernt. Bis zur Antarktis im Süden sind es auf direktem Wege rund 2460 km und nach Osten liegen mehr als 7400 km Seeweg zwischen der chilenischen Küste und der Südinsel Neuseelands. Im Westen grenzen die Hauptinseln an die Tasmansee, im Norden, Westen und Süden umschließt der Pazifische Ozean das Land.
Das gesamte Staatsgebiet von Neuseeland umfasst eine Fläche von 270.534 km², wovon rund 97,6 % auf die beiden Hauptinseln , (Nordinsel) mit 113.729 km² und , (Südinsel) mit 150.437 km² entfallen.
Die nächstgrößten, bewohnten Inseln sind mit 1680 km² , 30 km südlich der Südinsel und mit 963 km² , 650 km südöstlich der Nordinsel.
Alle anderen Inseln sind unbewohnt.
Die beiden Hauptinseln zuzüglich im Süden erstrecken sich, auf einer südwestlich-nordöstlichen Achse liegend, über rund 1600 km. Die an ihrer engsten Stelle 35 km breite trennt die Südinsel von der Nordinsel, die bis zu 26 km enge trennt Stewart Island von der Südinsel. Von keinem Punkt auf den neuseeländischen Inseln liegt die Meeresküste weiter als 130 km entfernt. Durch die zum Teil stark zerklüfteten Küstenlandschaften bringt es Neuseeland auf schätzungsweise zwischen 15.000 km und 18.000 km Küstenlinie.
Koordinaten Als Staatsgebilde mit all seinen Inseln beginnt Neuseeland im Westen auf den Koordinaten mit den und im Norden auf mit den , endet im Osten auf mit den und im Süden auf mit den . Betrachtet man aber nur die drei Hauptinseln des Landes, dann erstreckt sich das Kernland von () im äußersten Norden bis zum als südlichster Punkt auf Stewart Island ().
Topografie und Naturräume Der überwiegende Teil Neuseelands besteht aus Gebirgs- und Hügellandschaften. Größere Ebenen befinden sich mit den und den lediglich in der Mitte und im Süden der Südinsel und mit den südlich von auf der Nordinsel. Die in , die südwestlich der und die südwestlich von zählen zu den kleineren Ebenen des Landes.
250px|mini| Die Nordinsel von Neuseeland ist von Bruchschollengebirgen, die sich mit ihren Verwerfungen von den nahe , nordöstlich verlaufend bis zu den im nordöstlichsten Zipfel der Nordinsel hinziehen, unterteilt. In der Mitte der Insel bestimmt das , mit seinen bis zu 2797 Meter hohen Vulkanen , , und und dem ehemaligen kollabierten Vulkan , in dessen Krater sich der als Neuseelands größter Binnensee gebildet hatte, das Landschaftsbild.
Auf der Südinsel bestimmen die (Neuseeländischen Alpen) mit ihren Ausläufern in großen Teilen das Landschaftsbild. Die über 3000 m hohe alpine Bergkette teilte den Norden der Südinsel in zwei Teile um dann weiter südlich verlaufend die Westküste der Insel mit hohen Bergen, tiefen Fjorden und dem für Neuseeland typischen Regenwald zu formen. / (: ), mit 3724 m höchster Berg Neuseelands, befindet sich auf halber Strecke dieser südsüdwestlich verlaufenden Gebirgskette.
Neun Ökoregionen Neuseeland wird, klassifiziert nach geologischen, klimatischen, topologischen und biologischen Kriterien, in neun Ökoregionen aufgeteilt:
– Die nördlichen Inseln, wozu , , und zählen, obwohl letztere zum australischen Staatsgebiet gehört, geografisch aber näher an Neuseeland liegt. Die Inseln haben ein warm-feuchtes Klima mit ursprünglich flachwüchsigem Wald- und Buschlandschaft. Die Inseln sind für Wissenschaftler von großem Interesse, da sie biologisch gesehen ein Bindeglied zwischen den neuseeländischen Hauptinseln und den pazifischen Inseln darstellen.
– Die Ökoregion des nördlichen Teils der Nordinsel erstreckt sich vom hinunter bis und in östliche Richtung bis zum . Diese Region ist klimatisch von feucht-warmen Witterungen bestimmt, mit subtropischen Verhältnissen an den Küsten. Die Wälder in der Region sind deshalb besonders artenreich und vielfältig. Über Hundert verschiedene Baumarten und Sträucher sind hier zu finden, viele von ihnen gibt es nur in dieser Region.
– Das Zentrum der Nordinsel, auch als bezeichnet, ist Teil des , einem Ring um den Pazifischen Ozean, der von vulkanischen Aktivitäten geprägt ist. Entsprechend haben diese vulkanischen Aktivitäten über Jahrmillionen das Landschaftsbild dieser Region bestimmt. Vulkanasche, Lava, in der Mitte, sowie Grauwacke an den durch Verwerfungen entstandenen Bergketten im Osten und schroffer Sandstein und Mudstone im Westen sind die vorherrschenden Gesteinsarten der Region. Hier im Zentralen Hochland der Nordinsel befinden sich auch die drei höchsten aktiven Vulkane des Landes, , , und , sowie die beiden größten mit Wasser voll gelaufenen Calderas und zum Teil im Bereich des , wo sich acht Seen gebildet haben.
220px|links|mini|Teil der neuseeländischen Alpen – Mit den südlichen Alpen und den anderen axial verlaufenden Bergketten sind auf der Südinsel die Neuseeländischen Alpen und auf der Nordinsel die , , , und die gemeint. Sie alle verlaufen in südsüdwestlicher Richtung aneinandergereiht entlang der Linie, auf der die Pazifische Platte mit der Australischen Platte kollidiert und finden ihren Höhepunkt in der höchsten Erhebung des Landes dem /. Sie teilen die Nord- und Südinsel in Ost und West auf.
(windzugewandten Distrikte (den Westwinden ausgesetzt)) – Da die bevorzugte Windrichtung Neuseelands Südwest bis West ist, bringen die Winde viel Feuchtigkeit von der Tasmansee mit und lassen die regenreichen Wolken an den ansteigenden Hängen der Bergketten an der Westküste ( und ) abregnen. Entsprechend üppig ist hier die Vegetation. Vor allem die Westküste der Südinsel ist für den immer feuchten und für Neuseeland typischen gemäßigten Regenwald mit seinen exotisch wirkenden Baumfarne bekannt.
(windabgewandten Distrikte (vor den Westwinden geschützt)) – Die östlich der Bergketten gelegenen Gebiete sind trockener und sonniger als den westlichen Regionen. Entsprechend hat sich hier die Vegetation dem fehlenden Regen angepasst. Auf den seichter abfallenden Hängen und den Flachlandgebieten dominieren Koniferen-Wälder mit Bäumen wie , und . , , und kommen an den feuchteren Hängen der inländischen Bergen vor. In den Ebenen findet man das für Neuseeland typische vor.
gehört zu den trockensten und im Winter kältesten Regionen Neuseelands. Geschützt durch die im Westen liegenden Bergen hat sich hier eine einem Landklima entsprechende Witterung entwickelt. Bei weniger als 600 mm Niederschlag pro Jahr ist die Vegetation zum Teil spärlich. , , , Muehlenbeckia, Coprosma, Olearia, gehören zur vorherrschenden Vegetation. Durch den hohen Verdunstungsgrad in der Region sind die Böden salzhaltiger als anderswo. Neuseelands einziger Salzsee, der , befindet sich im Hochland von , 65 km nordwestlich von .
– Die Inselgruppe der liegt rund 650 km südöstlich der Nordinsel von Neuseeland. Zumeist kühl, bewölkt, windig und regnerisch, hat sich auf den bis zu knapp 300 Meter hohen Inseln eine eigene Vegetation gebildet. Zahlreiche Pflanzen gelten als endemisch. Die Mehrzahl der endemischen Vogelarten ist allerdings durch die Einwirkungen von Menschen bereits ausgestorben.
– Zu den südlichen Inseln Neuseelands zählen die , , , , und die . Sie werden häufig auch die Subantarktischen Inseln genannt. Sie vereint ein wolkiges und windiges Wetter mit wenig Sonnenschein, aber fast ständigem Regen und wenig Variation in den Temperaturen über das Jahr hinweg. Die Inseln umgebenden Gewässer gelten als sehr fischreich.
260px|mini|, Red Crater und als Teil des des
Nationalparks
Neuseeland besitzt 14 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 31.168,53 km². Die Parks unterstehen dem , das für den Naturschutz in Neuseeland zuständig ist. Der älteste Nationalpark ist der im zentralen Hochland der Nordinsel, der 1887 gegründet und 1990 als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet wurde. Der größte unter den Parks ist allerdings mit rund 1257 km² der im Südwesten der Südinsel.
Meeresschutzgebiete
Neuseeland hat über die Jahre von 1975 an bis 2008 insgesamt 39 Meeresschutzgebiete in seinem Hoheitsgebiet eingerichtet. 33 von ihnen werden als (Meeresschutzgebiete) und sechs davon (Schutzgebiet für Meeressäugetiere). Alle Gebiete, die eine Gesamtfläche rund 3670 km² umfassen, unterstehen ebenfalls dem . Als erstes Meeresschutzgebiet wurde , westlich von / mit einer bescheidenen Fläche von 547 Hektar ausgewiesen. Neuseelands größtes Meeresschutzgebiet ist heute das mit einer Fläche von rund 1193 km² entlang der Westküste der Nordinsel von hoch bis unterhalb von verläuft.
Land- und Bodennutzung Neuseeland wird nicht umsonst wegen seiner vielfältigen und vielfach noch ursprünglichen Naturlandschaft hoch geschätzt. Statistiken aus dem Jahr 2002 belegen, dass mehr als die Hälfte des Landes noch aus unberührter Natur besteht, wovon 50 % des Landes natürliche Vegetation, Wald und anderen natürlichen Flächen ausmachen und 9 % von exotischem Wald und Buschland bedeckt sind. 39 % des Landes wird demnach als Weideland verwendet und nur 1,6 % der Landfläche dient dem Anbau von Getreide, Obst, Gemüse, Wein etc. Auf Städte und Infrastruktur entfallen 0,8 % des Landes.
Neuseelands Kulturlandschaft heutiger Ausprägung ist das Resultat der letzten gut 150 Jahren europäischer Einwanderung und Zivilisation. Riesige Weideflächen bestimmen große Teile des kultivierten Landes. Auf ihnen wurden 2009 rund 32,4 Mio. Schafe zur Woll- und Fleischproduktion, über 5,8 Mio. Milchkühe zur Milchproduktion und rund 4,1 Mio. Rinder sowie etwa 1,1 Mio. Rehe und Hirsche zur Fleischproduktion gehalten. Obwohl der Obst-, Gemüse- und Weinanbau in den letzten 20 bis 30 Jahren zugenommen und größere wirtschaftliche Bedeutung erlangt hat, ist der Flächenverbrauch im Verhältnis zu dem der Viehwirtschaft recht unbedeutend.