Die Liste der Außenlager des KZ Ravensbrück führt alle bekannten Außenlager des KZ Ravensbrück () auf. Dieses bestand von 1938/39 bis 1945 in der brandenburgischen Gemeinde Ravensbrück (heute Fürstenberg/Havel) und war das größte Frauenlager im damaligen Deutschen Reich. Die Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück umfassten zeitweise das Frauenlager in Auschwitz-Birkenau sowie 13 größere Außenlager im nordöstlichen Raum des Reichsgebietes.

Die Zahl der mehr als 40 Außenlager für weibliche und männliche Häftlinge stieg ab 1942 kontinuierlich an. Die Wehrmacht betrieb ein Drittel der insgesamt 28 mittelgroßen und großen Außenlager, in denen zwischen 250 und 1000 Häftlinge zeitgleich Zwangsarbeit leisten mussten. Private Betreiberfirmen anderer Außenlager waren die Luftfahrtgerätewerk Hakenfelde GmbH (eine Tochtergesellschaft von Siemens), die Ernst Heinkel AG und die Hugo Schneider AG. Hauptsächlich dienten die mittelgroßen und großen Außenlager zur Herstellung verschiedener Munitionsarten und Kriegsproduktion für die Luftrüstung. Zu Beginn des Jahres 1945 befanden sich mindestens ein Drittel aller weiblichen und etwa zwei Drittel aller männlichen Häftlinge des KZ Ravensbrück in einem der 13 größeren Außenlager.

Liste

Name Ort Beginn Ende Anmerkungen Altdorfer See Krakow am See Zwangsarbeit für Ernst Heinkel Flugzeugwerke Altenburg ab 1. September 1944 dem KZ Buchenwald zugeordnet Ansbach KZ-Außenlager Barth Barth () KZ-Außenlager Belzig Belzig-Roederhof ab 1. Oktober 1944 dem KZ Sachsenhausen zugeordnet () Bofferdingen im Großherzogtum Luxemburg Born Chojna (Königsberg in der Neumark) Dabelow Dahmshöhe (heute Ortsteil von Fürstenberg/Havel) Sicherheitspolizeischule Drögen Fürstenberg/Havel bis 31. Oktober 1942 dem KZ Sachsenhausen zugeordnet () KZ-Außenlager Eberswalde Eberswalde () Feldberg (Mecklenburg) Finow Fürstenberg/Havel Genthin Lager für Zwangsarbeiterinnen der Silva-Metallwerke;SoVD Zeitung – Soziales im Blick 5/2024, S. 12. ab 29. Oktober 1944 dem KZ Sachsenhausen zugeordnet KZ-Außenlager Grüneberg Grüneberg () Gut Hartzwalde bei Königsstädt Gut von Himmlers Leibarzt Felix Kersten Hagenow KZ-Außenkommando Hausham Hausham vom 5. Oktober 1944 bis 25. April 1945 dem KZ Dachau zugeordnet () KZ-Außenlager Helmbrechts Helmbrechts ab 1. September 1944 dem KZ Flossenbürg zugeordnet Hohenlychen bei Lychen Holýšov (Holleischen) ab 1. September 1944 dem KZ Flossenbürg zugeordnet Kalisz Pomorski (Kallies) Karlshagen I und II Karlshagen Kluczewo, Stargard (Klützow, Stargard) Kraslice (Graslitz) ab 1. September 1944 dem KZ Flossenbürg zugeordnet () Leipzig-Schönefeld ab 1. September 1944 dem KZ Buchenwald zugeordnet Magdeburg-Polte ab 1. September 1944 dem KZ Buchenwald zugeordnet KZ-Außenlager Malchow Malchow Einsatz im Munitions- und Sprengstoffwerk Malchow Mildenberg München Zwangsarbeit in der Zentrale des Lebensborn e. V. KZ-Außenlager Neubrandenburg (Waldbau) Neubrandenburg () Neustrelitz-Fürstensee KZ-Außenlager Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe () Nová Role (Neurohlau/Neu Rohlau) ab 1. September 1944 dem KZ Flossenbürg zugeordnet () Peenemünde Montage der A4-Raketen in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde () Prenzlau Retzow bei Rechlin Rheinsberg Rostock-Schwarzenpfost Saßnitz KZ-Außenlager Schlieben Schlieben ab 1. September 1944 dem KZ Buchenwald zugeordnet () Schönefeld später dem KZ Sachsenhausen zugeordnet Stargard (Stargard in Pommern) Stift St. Lambrecht Sankt Lambrecht ab 1. September 1944 dem KZ Mauthausen zugeordnet () Steinhöring KZ-Außenlager Zwodau Svatava (Zwodau) ab 1. September 1944 dem KZ Flossenbürg zugeordnet KZ Uckermark Ravensbrück (heute Fürstenberg/Havel) Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen () KZ-Außenlager Velten Velten-Hohenschöpping ab September 1944 dem KZ Sachsenhausen zugeordnet () Wiesbaden Wolfen ab 1. September 1944 dem KZ Buchenwald zugeordnet ZichowEhemaliges KZ-Außenlager Zichow: Jugendliche in der Uckermark wollen Gedenkort

Literatur Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 4: Flossenbürg, Mauthausen, Ravensbrück. C.H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-52964-1, S. 531–792. Alyn Beßmann, Insa Eschebach: Zwangsarbeit und AußenlagerIn: Das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Geschichte und Erinnerung. Ausstellungskatalog. Metropol 2013, ISBN 978-3-86331-122-3. S. 179–190.

Weblinks Verzeichnis der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos gemäß § 42 Abs. 2 BEG. In: Sechste Verordnung zur Durchführung des Bundesentschädigungsgesetzes (6. DV-BEG). gesetze-im-internet.de (PDF; 179 kB).

Einzelnachweise

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