mini|Postkartenansicht 1917 Neuschönau ist eine Gemeinde (bis 1981 Gemeinde Schönanger) im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau. Der gleichnamige Hauptort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Geographische Lage Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald im Bayerischen Wald. Sie grenzt im Osten an die Gemeinde Hohenau, im Westen an die Gemeinde Sankt Oswald-Riedlhütte, im Süden an die Stadt Grafenau (Niederbayern) und im Norden an die tschechische Gemeinde Modrava (Mader). Die Gemeindegrenze wird dabei teilweise durch die Kleine Ohe im Westen und das Sagwasser im Süden und Osten gebildet. Über des Gemeindegebiets liegen im Nationalpark Bayerischer Wald.

Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Altschönau (Dorf) Forstwald (Dorf) Grünbach (Dorf) Katzberg (Dorf) Neuschönau (Pfarrdorf) Schönanger (Dorf) Waldhäuser (Dorf)

Der Lusen ist mit die höchste Erhebung der Gemeinde.

Geschichte

Bis zur Gemeindebildung mini|hochkant=1.33|Neuschönau Schönau wird zum ersten Mal 1395 erwähnt, als die Grafen von Hals acht Bauernlehen anlegen ließen. 1417 wurde dort die älteste Glashütte des Landkreises Grafenau errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus der Ortschaft Schönau „Neuschönau“ und aus der Ortschaft Altkaiserhütte „Altschönau“.

Die Gemarkung Waldhäuser lag seit dem 15. Jahrhundert an der Gulden Stras, dem bayerischen Konkurrenzweg zum Goldenen Steig, auf dem Salz von den Donauhäfen nach Tschechien transportiert wurde. Dies wird im Wappen mit einem goldenen Weg von heraldisch rechts oben nach links unten symbolisiert.

Thomas Kaiser übernahm im Juni 1600 die Glashütten und benannte sie in Altkaiserhütte bzw. Neukaiserhütte um.Geschichte der Gemeinde Neuschönau, neuschoenau.de, abgerufen am 21. Juni 2025

Die Kaiserhütte (Neuhütte) kam im 18. Jahrhundert in das Eigentum der Familie Hilz, welche durch Heirat mit der Familie Poschinger 1681 in den Besitz des benachbarten Schönbrunn am Lusen kamen.Wie ein Dorf seine eigene Geschichte bei einer Faschingshochzeit inszenziert, kulturheimat.de, abgerufen am 21. Juni 2025

Bis ins 19. Jahrhundert blieb es ein bedeutender Glasmacherort, im Wappen mit einem Glas in der linken oberen Ecke symbolisiert.

Der Hilz-Schwiegersohn Philipp Wieninger (1767–1835), der schon 1813 eine Brauerei in Teisendorf erworben hatte, verkaufte den Ort 1823 an Kaspar Hafenbrädl.

Die Gemeinde Schönanger wurde durch das bayerische Gemeindeedikt von 1818 begründet und umfasste auch Neuschönau und die Orte Altschönau, Forstwald, Grünbach, Katzberg und Waldhäuser.

Zuzug und Einwanderung, insbesondere aus dem direkt angrenzenden Böhmen ließen die Bevölkerungszahl bis 1889 auf über 1000, darunter 200 schulpflichtige Kinder anwachsen.

Die Freiwillige Feuerwehr Neuschönau wurde 1887 gegründet.61 Vereine gratulierten zum 125. Geburtstag, Grafenauer Anzeiger, 25. Juni 2012, abgerufen am 26. Juni 2012

Das Jahr 1896 war das Jahr der Errichtung der Expositur Neuschönau. Die neugotische Expositur- und spätere Pfarrkirche St. Anna wurde 1895 bis 1903 nach Plänen des Architekten Johann Baptist Schott erbaut. Sie besitzt einen neugotischen Hochaltar sowie barocke Bilder und Figuren.

Im Jahre 1917 wurde Neuschönau eine von St. Oswald (Kloster Sankt Oswald) getrennte eigenständige Pfarrgemeinde, mit Ausnahme des Ortsteils Waldhäuser.

Am 22. August 1917 erfolgte die Gründung der Pfarrei, erster Pfarrer war Expositus Georg Kaiser. 1926 wüteten zwei große Brände in Neuschönau. 1929 wurden durch einen großen Sturm Kirchturm und Kirchendach schwer beschädigt. 1981 entstand ein Brand in der Sakristei.

Am 7. Oktober 1970 wurde mit dem Nationalpark Bayerischer Wald der erste deutsche Nationalpark gegründet. Mit dem Hans-Eisenmann-Haus und dem angrenzenden Tierfreigelände wurde Neuschönau zum Tor des Nationalparks.

Bei der Gemeindegebietsreform wurden Sankt Oswald und Schönanger zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengelegt. Diese wurde 1980 nach Protesten in beiden Gemeinden wieder aufgelöst.

Nach einer Abstimmung wurde der Gemeindename am 1. Juni 1981 amtlich von Schönanger in Neuschönau geändert.

Nach der großen Renovierung im Jahr 2001 feierte die Gemeinde im Jahr 2008 stolz den 100. Geburtstag ihres Gotteshauses.

Am 29. März 2023 kam es im Nationalparkzentrum Lusen zu einem Flugzeugabsturz. Bei dem Unglück stürzte ein einmotoriges Kleinflugzeug in ein zum Tier-Freigelände gehörendes Waldstück, wobei beide Insassen ums Leben kamen.„Kleinflugzeug stürzt im Tier-Freigelände ab“ auf www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de, abgerufen am 29. März 2023

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 stagnierte bzw. erhöhte sich die Einwohnerzahl minimal von 2216 auf 2231 um 15 Einwohner bzw. um 0,7 %. Am 31. Dezember 1999 zählte die Gemeinde 2423 Einwohner.

Politik mini|Das Rathaus von Neuschönau

Bürgermeister Berufsmäßiger erster Bürgermeister ist Alfons Schinabeck (CSU). Er ist seit 1. Mai 2014 im Amt und wurde bei der Wahl am 15. März 2020 ohne Gegenkandidaten mit 91,3 % und bei der Wahl am 8. März 2026 mit einem Gegenkandidaten mit 74,9 % wiedergewählt. 2. Bürgermeister Michael Segl (CSU)

Gemeinderat CSU: 6 Sitze FWG: 5 Sitze AfD: 3 Sitze

Wappen Der Gemeinderat entschloss sich am 1. Juni 1981, der Gemeinde ein Wappen zu geben. Dabei setzte sich der Entwurf von Hans Rosenthaler durch. Es wurde zur Fertigstellung des Rathausumbaus verliehen.

miniatur|hochkant|Die katholische Pfarrkirche St. Anna

Religion Die Bevölkerung der Gemeinde ist zu 93 % römisch-katholisch, zu 3 % evangelisch und zu 4 % andersgläubig oder konfessionslos.

Daneben gibt es Dorfkapellen in den Gemeindeteilen: Altschönau (Br. Konrad) Schönanger (Kapelle St. Josef) Waldhäuser (St. Maria im Wald) Weidhütte (Maria Himmelfahrt) Grünbach (Hl. Johannes der Täufer) Forstwald (Schmerzhafte Mutter Gottes)

Die Kapelle in Schönanger ist das älteste kirchliche Bauwerk der Gemeinde (1847). Die Kapelle zieren zwei alte Linden, die ca. 160 Jahre alt sind und unter Naturdenkmalschutz stehen.

Die Pfarrgemeinde gehört zum Pfarrverband Grafenau, und ist Teil des Dekanats Freyung-Grafenau und des Bistums Passau.

Neben den genannten katholischen Gotteshäusern existieren keine weiteren Einrichtungen anderer Konfessionen und Religionen in der Gemeinde. Die nächstgelegenen evangelischen Kirchen finden sich in den Nachbargemeinden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen 5. Januar: Lousnacht – Aufzug der Raunacht-Geister Mai: Maibaumaufstellen Juni/Juli: Naturfilmfestival NaturVision August: Kinderbärchenfest Oktober/November: Lusentheater – Laientheatergruppe Dezember: Weihnachtsmarkt im Dorf und am Baumwipfelpfad

Wirtschaft und Infrastruktur Einrichtungen mini|Baumwipfelpfad mini|Baumwipfelpfad mini|Baumwipfelpfad mini|Blick vom Pfad auf Neuschönau Heinz-Theuerjahr-Grundschule Wegen sinkender Schülerzahlen wurde im Schuljahr 2006/07 die Volksschule aufgelöst und in eine Grundschule umgewandelt. Die Hauptschüler besuchen seitdem die Hauptschule in Riedlhütte, die im Gegenzug einen Teil ihre Grundschüler nach Neuschönau schickt. Pfarrkindergarten Neuschönau Die Gemeinde Neuschönau ist beteiligt am Golfplatz am Nationalpark Bayerischer Wald in Haslach. Dieser grenzt unmittelbar an das Gemeindegebiet an. In Waldhäuser gibt es eine Jugendherberge sowie den Skulpturenpark Arche Heinz Theuerjahr. Solarpark im Gewerbegebiet Schönanger Nationalparkinformationszentrum Lusen mit Hans-Eisenmann-Haus, Tierfreigelände, Pflanzen- und Gesteinsfreigelände und dem Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayerischer Wald. Veranstaltungsort des NaturVision-Filmfestivals.

Tourismus Am 1. Januar 2009 wurde das über Interreg geförderte Projekt „Tierisch Wild“, eine Kooperation von Naturschutz und Tourismus, begonnen. 13 bayerische und neun böhmische Gemeinden sowie die Nationalparke Bayerischer Wald und Sumava schlossen sich zusammen, um die Stärken der Nationalparkregion optimal zu nutzen und miteinander zu kombinieren. Patentier der Gemeinde ist der Bär.

Anziehungspunkt für Wanderer ist der Lusengipfel (1373 m) mit seiner gewaltigen Kuppe aus Granitfelsblöcken, die eine geologische Besonderheit darstellen. Tradition und Brauchtum werden noch gepflegt, wie auch die heimische Küche in den Gastronomiebetrieben.

In Neuschönau befindet sich seit September 2009 mit dem Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayerischer Wald der nicht mehr längste Baumkronenpfad der Welt mit seinem beeindruckenden Baumturm. Mit einer Steglänge von insgesamt 1,3 km führt er die Besucher durch die Baumwipfel bis zur Aussichtsplattform des 44 m hohen Baumturmes.

Seit 15. Dezember 2010 gilt die gemeindeübergreifende „Nationalpark-Card“. Diese ermöglicht den Gästen neben der Möglichkeit der kostenlosen Nutzung von Igelbus und Waldbahn noch eine Reihe von weiteren attraktiven Ermäßigungen und kostenlosen Leistung: Ermäßigung beim Eintritt Baumwipfelpfad, ermäßigten Eintritt in die Bäder der Region, ermäßigte Eintritte in die Museen und noch vieles mehr.

Wanderwege Nach Tschechien besteht seit dem 15. Juli 2009 wieder ein Grenzübergang für Wanderer. Dieser befindet sich am kleinen Spitzberg unweit des historischen Grenzübergangs Blaue Säulen. Er ist aus Umweltschutzgründen nur jeweils vom 15. Juli bis 15. November geöffnet. Die gesamte Gemeinde ist durch Wanderwege gut erschlossen. Im Winter erstreckt sich über das Gemeindegebiet ein ausgedehntes Loipennetz.

Verkehr Straßenverkehr Die Gemeinde ist nur durch Kreis- und Gemeindestraßen erschlossen. Diese verbinden sie mit den Nachbargemeinden.

Südlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 533 Grafenau–Freyung. Diese mündet in die Bundesstraße 85 bei Grafenau und in die Bundesstraße 12 bei Freyung.

Öffentlicher Verkehr Durch die Gemeinde verlaufen ganzjährig zwei Buslinien die Neuschönau mit den umliegenden Orten verbinden.

Die Ringlinie 302 (Grafenau – Neuschönau – Waldhäuser – St. Oswald – Grafenau) verkehrt abwechselnd von Grafenau aus über St. Oswald oder Neuschönau nach Waldhäuser, von den Fahrtzeiten her orientiert sich die Buslinie v. a. am Bedarf und den Unterrichtszeiten der Schulkinder die in Grafenau weiterführende Schulen besuchen. Die Linie verkehrt von Montag bis Freitag, samstags verkehrt die Linie nur außerhalb der Igelbussaison da parallel auf der Strecke von Grafenau nach Waldhäuser auch der Igelbus fährt. Ein Teil der Fahrten sind als Rufbusse ausgewiesen und verkehren nur auf vorherige Bestellung.

Die Linie 304 (Neuschönau – St. Oswald – Riedlhütte) ist auf den Bedarf der Schüler, die die Mittelschule Riedlhütte besuchen, zugeschnitten. So verkehrt sie nur von Montag bis Freitag ausschließlich an Schultagen und orientiert sich an den Unterrichtszeiten dieser Schule. mini|Igelbus am Nationalparkzentrum Lusen, Juni 2026 Daneben existieren mit den Igelbussen noch saisonale Busse die Neuschönau durchqueren. Die auf Gemeindegebiet liegende Bushaltestelle "Nationalparkzentrum Lusen" stellt dabei einen wichtigen Knotenpunkt und Umstiegshaltestelle im Igelbussystem dar. Neuschönau selbst wird durch die Igelbuslinie 602 (Lusenbus; Grafenau – Neuschönau – Waldhäuser) bedient. An der Haltestelle "Nationalparkzentrum Lusen" trifft dann der Lusenbus auf Igelbusse der Linie 603 (Finsteraubus; Spiegelau – Finsterau). Zusätzlich halten in Neuschönau und am Nationalparkzentrum Lusen auch noch Busse der Freizeitbuslinie 605 (Freyung – Philippsreut). Im Winter ist die Haltestelle "Nationalparkzentrum Lusen" zentraler Knotenpunkt der drei Winterigelbuslinien.

In allen Linienbussen gilt der Wabentarif des Verbundtarifs Donau-Wald (VDW).

Als Partnergemeinde wurde der RBO-Bus R-JN 747 auf dem Namen Neuschönau getauft. Dieser Bus wurde bei der RBO mittlerweile ausgemustert.