mini|Feldberger Seenlandschaft nach Sonnenuntergang aus ca. 8 km Höhe mini|Die Müritz im Herzen der mecklenburgischen Seenplatte. Blick von der Marienkirche auf den Hafen von Röbel an der Müritz. mini|Sonnenuntergang an der Müritz Das Mecklenburger Seenland ist eine vage abgegrenzte seenreiche Jungmoränenlandschaft in Mecklenburg bzw. auch zu Teilen im Nordwesten Brandenburgs und im äußersten Südosten Schleswig-Holsteins.

In jüngerer Zeit werden im touristischen Sinne oft die komplette Region oder aber TeilregionenDer "Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte" e. V. vertritt mit Demmin sogar eine Stadt noch jenseits des Rücklandes, jedoch Schwerin auf der eigentlichen Seenplatte nicht, siehe mit dem bekannten Begriff Mecklenburgische Seenplatte vermarktet, woran auch die Gründung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte im Jahre 2011 ihren Anteil hat. Jedoch bestehen Seenland und Landkreis je nur zu etwa ihrer Hälfte aus der Mecklenburgischen Seenplatte. Den nordöstlichen Teil nimmt das jüngere, geomorphologisch etwas andere und ebenfalls seenreichen Rückland der Mecklenburger Seenplatte ein. Das Mecklenburger Seenland gehört neben der Masurischen Seenplatte und der Pommerschen Seenplatte zu den drei großen Seengebieten südlich der Ostsee.

Lage Das Mecklenburgische Seenland liegt im zentralen und südlichen Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Landesteil Mecklenburg. Im Südosten geht das Seengebiet über die Landesgrenze zu Brandenburg hinaus. Im Nordwesten liegen kleine Teile in Schleswig-Holstein.

Auf der Mecklenburgischen Seenplatte liegen, von Nordwest nach Südost, die (z. T. ehemaligen) Kreisstädte Ratzeburg (Schleswig-Holstein), Grevesmühlen, Gadebusch, Schwerin, Sternberg, Lübz (in südlicher Randlage), Waren, Röbel, Neustrelitz (alle Mecklenburg-Vorpommern), Templin und, am äußersten Südostrand, Eberswalde (Letztgenannte in Brandenburg).

Ebenfalls seenreich ist das Rückland der Mecklenburgischen Seenplatte mit (wieder von Nordwest nach Südost) Bützow, Güstrow, Teterow, Malchin, Altentreptow, Neubrandenburg, Strasburg, Pasewalk (Nordrand) sowie auf brandenburgischer Seite Prenzlau und Angermünde, das sich nach Nordosten anschließt.

Beide Landschaften bilden naturräumlich jeweils eine eigene Großregion 3. Ordnung, wobei es jedoch nominell dem Rückland zugeordnete Gebiete gibt, die geomorphologisch denen der Seenplatte ähneln und auch früher dieser zugerechnet wurden bzw. heute noch gelegentlich werden. Dieses betrifft etwa die hochgelegenen Seen bei Feldberg und, auf brandenburgischer Seite, Fürstenwerder. Die großen Seen des Rücklandes liegen indes in jüngeren Rinnen und Urstromtälern auf nur geringer Höhe (Kummerower See: ).

Entstehung Die Entstehung der Seenlandschaften geht auf unterschiedliche Stadien der Weichsel-Kaltzeit zurück – siehe die entsprechenden Abschnitte in Mecklenburgische Seenplatte und Rückland der Mecklenburgischen Seenplatte.

Naturräumliche Gliederung Im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands wurden Anfang der 1960er Jahre Grenzen der Mecklenburgische Seenplatte definiert, welche den Endmoränen des Pommerschen und Frankfurter Stadiums der Weichsel-Kaltzeit folgen. Die Zungenbecken und Rinnen des Pommerschen Stadiums, die sich unmittelbar nordöstlich anschließen, wurden als Rückland definiert. Diese Einteilung entspricht der heute in Fachkreisen üblichen. Beide Großregionen erhielten eine je zweistellige Kennziffer und wurden in mehrere Haupteinheiten (dreistellig) unterteilt.

Im Gebiet des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurden auf Basis dieser Gliederung Mitte der 1990er Jahre noch feinere Einheiten ausgewiesen. Diese Gliederung endet jedoch an der Landesgrenze. Manche dieser Untereinheiten waren bereits implizit, jedoch ohne explizite Grenzziehung, im Handbuch definiert worden.

Folgende naturräumliche Einheiten gliedern das Mecklenburgische Seenland in der Hauptsache (Flächenangaben nach Handbuch): (zu 70, 72–75 Nord(ost)deutsche Seenplatte) 74 Rückland der Mecklenburgischen Seenplatte – 8786,6 km² 740 Warnow-Recknitz-Gebiet (mit Bützower und Güstrower Becken) – 2160,5 km² Flach- und Hügelland um Warnow und Recknitz (3 Segmente, mit Hoher Burg) (Warnow- und Recknitztal mit) Güstrower und Bützower Becken 741 Oberes Peenegebiet (mit Teterower und Malchiner Becken) – 1754,2 km² Kuppiges Peenegebiet mit Mecklenburger Schweiz (2 Segmente) Teterower und Malchiner Becken 742 Oberes Tollensegebiet (mit Tollensebecken) – 1616,7 km² Kuppiges Tollensegebiet mit Werder Tollensebecken mit Tollense- und Datzetal 743 Woldegk-Feldberger Hügelland – 351,2 km², zu kleineren Anteilen in BB Feldberg-Fürstenwerderer Seengebiet Helpter Berge Brohmer Berge 744 Uckermärkisches Hügelland (mit Uecker- und Randowtal) – 2904,0 km², zu großen Teilen in BB Kuppiges Uckermärkisches Lehmgebiet (3 Segmente) Ueckertal Randowtal 75 Mecklenburgische Seenplatte – 6014,4 km² 750 Westmecklenburgisches Seenhügelland – 1030,8 km², zu etwa einem Fünftel in SH 751 Schweriner See-Gebiet – 456,0 km² 752 Sternberg-Krakower Seen- und Sandergebiet – 1004,4 km² Sternberger Seengebiet Krakower Seen- und Sandergebiet 753 Oberes Warnow-Elde-Gebiet – 518,5 km² 754 Mecklenburgisches Großseenland – 1237,6 km² 755 Neustrelitzer Kleinseenland – 1771,1 km², zur Hälfte in BB 756–758 Schorfheide mit Templiner und Britzer Platte – 666,4 km², ganz in BB 756 Templiner Platte 757 Schorfheide 758 Britzer Platte 759 Eberswalder Tal – 276,0 km², ganz in BB

Seen An bekannten Seen finden sich auf der Seenplatte, von Nordwesten nach Südosten, der Ratzeburger See, der Schaalsee, der Schweriner See, der Goldberger See, der Krakower See, die Großseen an der Elde mit Müritz, Kölpinsee, Fleesensee, Plauer See und Drewitzer See sowie die Kleinseen an der Havel mit dem Woblitzsee als größtem und, im äußersten Südosten, der Werbellinsee.

Im Rückland liegen, von Nordwesten nach Südosten, Malchiner und Kummerower See im Malchiner Becken der Peene, der Tollensesee im Tollensetal der Tollense, die hoch gelegenen Seen bei Feldberg und Fürstenwerder mit dem Carwitzer See als größtem, Ober- und Unteruckersee im Ueckertal der Uecker und im äußersten Südosten Grimnitzsee und Parsteiner See.

Unmittelbar nordöstlich des Rücklandes liegt der Galenbecker See auf der Friedländer Großen Wiese; südwestlich der Seenplatte liegt der Ruppiner See auf der Ruppiner Platte.

Insgesamt gibt es auf der Seenplatte 12 Seen mit über 5 km² Fläche (5 im Großseenland) und 8 mit über 10 km² (4 im Großseenland). Im Rückland sind es 8 über 5 km² und 5 über 10 km². Bezüglich der tatsächlichen Seendichte täuscht jedoch der scheinbar geringe Vorsprung der Seenplatte bei den Großseen. Vergleicht man die Anzahl an Seen über 2 km², so kommt die Seenplatte auf fast 50 (48, davon 19 allein im Kleinseenland) und das Rückland nur auf 20. Vom Feldberg-Fürstenwerderer Gebiet abgesehen liegen die Seen des Rücklandes fast alle in den wenigen nach Nordosten führenden Rinnen. Während die Seen der Seenplatte, von Ratzeburger und Sternberger See abgesehen, auf Höhen von rund 20 bis liegen, bleiben im Rückland so die meisten Seen unter – aus dem Rahmen fallen nur die Feldberg-Fürstenwerderer Seen mit Höhen über und ein paar Seen der südlichen Uckermark.

Liste der mittelgroßen und großen Seen Nachfolgend die Seen mit mindestens 2 km² Fläche der Mecklenburgischen Seenplatte, ihres Rücklandes, der Landschaften nordöstlich beider sowie der Flussgebiete von Havel und Rhin unmittelbar südlich der Platte: