Johann Hake (* 1499; † 17. Januar 1579) war Kanzler der Grafen von Hoya in Nienburg/Weser.
Leben Hakes Herkunft ist unbekannt. Angeblich stammte die Familie aus Holland, nach jüngeren Forschungen wurde sie eine Nienburger Burgmannenfamilie.Brage bei der Wieden (Hrsg.): Handbuch der niedersächsischen Landtags- und Ständegeschichte. Band 1, Hahn, Hannover 2004, ISBN 3-7752-6016-1, S. 337. Als Vater wird in der Familienbibel des von ihm abstammenden Bispinger Pastors Johann Michael Pflug Robert Hacken, Barbier und Hofchirurgus der Grafen von Hoya, genannt. Um 1530 wurde Johann Hake von Graf Jobst II. zum KanzlerErnst Ludwig Rathlef (Hrsg.): Geschichte der Graf(f)schaften Hoya und Diepholz. Band 1, Ger. Wilh. Rumps Nachfolge, Bremen/Nienburg 1766, S. 40. der Grafschaft berufen. In seiner 49-jährigen Amtszeit erwarb er sich besondere Verdienste um die Ordnung der Finanzen und die Durchführung der Reformation, die bereits 1525 mit der Berufung von Adrian Buxschott nach Nienburg eingeleitet worden war. Hake wurde 1533 dem Visitor und Superintendenten Pfarrer Johannes Hefentreger beigeordnet, für Waldeck.Dagmar Blaha, Christopher Spehr (Hrsg.): Reformation vor Ort. Zum Quellenwert von Visitationsprotokollen. In: Beiträge der Tagung des Projektes Digitales Archiv der Reformation und des Lehrstuhls für Kirchengeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena am 26. und 27. November 2014 in Jena. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2016, S. 241. Er stand seinem Landesherrn bei der Verwaltung des Ländchens treu zur Seite.Vgl. Wilhelm Görges: Vaterländische Geschichten und Denkwürdigkeiten der Lande Braunschweig und Hannover. Band 3.: Hannover, Teil 2, 3. Auflage, Hrsg. F. Fuhse, E. Appelhans & Comp., Braunschweig 1929, , S. 110.
Er starb 1579 und wurde in der südlichen Sakristei der Martinskirche an der Seite seiner Frau Anna Garbroick († 1560) beigesetzt. Ein Epitaph befindet sich im südlichen Seitenschiff der St.-Martins-Kirche in Nienburg.Frank Thomas Gatter, Klaus Wagener: Weserrenaissance in Nienburg. Weserrenaissance und Neo-Renaissance an der Mittelweser. In: Beiträge zur Nienburger Stadtgeschichte. Reihe A; Band 5, Hrsg.: Stadtarchiv Nienburg, Nienburg 1989, ISBN 3-927678-11-2, S. 16.Vgl. u. a.: Gustav Früh: Die Leichenpredigten des Stadtarchivs Braunschweig. Band 3: Haacke - Junten. Hrsg. Niedersächsischer Landesverein für Familienkunde e.V. Gegr. 1913. Sonderveröffentlichungen. 14; Eigenverlag (Stadtarchiv Braunschweig), Hannover 1979, , S. 1306. Überliefert sind Lehnbriefe für die Familie des Johann Hake.Max Bär, Bruno Hirschfeld: Geschichte der Familie von Walthausen in Niedersachsen. Band 1, A. Lax, Hildesheim 1929, , S. 279.
Der Nachfahre Heinrich Hake, verstorben 1671, wurde geadelt. Bekanntester Vertreter dieser briefadeligen Familie von HakeGottlob Friedrich Krebel: Europäisches Genealogisches Handbuch, in welchem die neuesten Nachrichten von allen Häusern... . Cap. I, Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1776, S. 128. wwar dann uckermärkische Landschafts-Direktor Carl Ludwig von Hake, zeitweise Landrat im Stolpirischer Kreis. Dieser besaß in Nordbrandenburg die Güter Schenkenberg und Baumgarten. Die Familie führte ein Wappen, welches sich sehr von denen des Uradels abgrenzte.Otto von Dassel-Stiftung: Familiengeschichtliche Blätter. Monatsschrift zur Förderung der Familiengeschichtsforschung (für Adel und Bürgerstand). Zentralstelle für Deutsche Familien- und Personenforschung, Jahrgang 12-1914, Herrmann A. L. Degener, Leipzig 1914, S. 199. Das Nienburger Erbe bekamen über Lehensrechte die Freiherren von Hake.Friedrich August Gustav Adolph Freiherr von Hake: Geschichte der Freiherrlichen Familie von Hake in Niedersachsen. C. W. Niemeyer, Ohr / Hameln Mai 1887, S. 8., u. S. 267.
Literatur Christoph Meyer: Ein Epitaph gibt Fragen auf. In: Alt-Hannoverscher Volks-Kalender auf das Jahr 2009. Eine historische und aktuelle Fundgrube. Jahrgang 137 (2009), Plenge & Sohn (Hrsg./Red./Verlag), Sulingen i. Hannover 2009, ZDB, S. 64. Brage bei der Wieden (Hrsg.): Handbuch der niedersächsischen Landtags- und Ständegeschichte. Band 1: 1500 - 1806. In: [Hrsg.] Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen: Veröffentlichungen. 216; Hahn, Hannover 2004, ISBN 3-7752-6016-1, S. 337. Hector Wilhelm Heinrich Mithoff: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen. Band 5: Herzogthümer Bremen und Verden mit dem Lande Hadeln, Graffschaften Hoya und Diepholz. Helwing (Th. Mierzinsky), Hannover 1878, S. 183. Heinrich Gade: Geschichte der Stadt Nienburg an der Weser. Mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Grafen von Hoya. Weicheltsche Buchhandlung, Nienburg 1862, S. 62. Zeitschrift des Historischen Vereins für Niedersachsen. Jahrgang 1853, Hrsg. Historischer Verein für Niedersachsen, Hahn, Hannover 1856, S. 214.
Quellen Wilhelm von Hodenberg (Hrsg.): Hoya Urkundenbuch Hannover 1855: Urk. 1604.(942a) Nienburg, 9. Juli 1576-Johann, Ruprecht und Gerhard (Hake)
Weblinks Stadt-Land-erleben.de/Nienburg: Burgmannshof Hakenhof Komoot.com/de: Hakenhof-1538 d. Schenkung d. Grafen Jobst II. von Hoya in den Besitz seines Kanzlers Johann Hake
Einzelnachweise
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