mini|José Porfirio Miranda José Porfirio Miranda de la Parra (* 15. September 1924 in Monterrey, Mexiko; † 9. Oktober 2001 in Temamatla) war ein katholischer Geistlicher und Jesuit, Philosoph, Theologe und Wirtschaftswissenschaftler, Autor und Professor an der Universidad Autónoma Metropolitana der Metropolregion Mexiko-Stadt, und an der Jesuitenhochschule in Guadalajara. Miranda verfasste grundlegende Werke der befreiungstheologischen Exegese und Theoriebildung.
Leben José Porfirio Miranda trat 1943 im Alter von 19 Jahren in den Jesuitenorden ein. Er studierte von 1945 bis 1951 an der Loyola Universität in Los Angeles Philosophie und Sozialwissenschaften. 1953 begann er ein Theologiestudium an der Gregorianischen Universität in Rom, das er bis 1957 an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt fortsetzte. Es folgten Studien der Wirtschaftswissenschaften in Münster.Kurzbiographie José Porfirio Miranda; in: José Porfirio Miranda: Der Kommunismus der Bibel; aus dem Spanischen auf der Grundlage der 3. Auflage, übersetzt von Wolfgang Seyfert und Rodrigo Ochoa; Edition ITP-Kompass, Münster 2014, ISBN 978-3-981-3562-6-7, S. 121–123
Ab 1961 lehrte Miranda an der Jesuitenhochschule in Guadalajara (Fakultät für Wirtschaft). Er wurde des Weiteren damit betraut, die katholischen Unternehmer in der Stadt Guadalajara zu beraten. Aber er wandte sich den Arbeitern zu und organisierte sie. Aus diesem Grund wurde er 1967 an das Päpstliche Bibelinstitut in Rom geschickt,D. Alberto Macko: Marx y la Biblia (1971), de José Porfirio Miranda; in: Revista de Teología Crítica, Band 1, Buenos Aires 2010, ; S. 377 (online) wo er seine Doktorarbeit in Exegese schrieb, Marx y la biblia („Marx und die Bibel“), die aber nicht angenommen wurde.Centro de Estudios Filosóficos José Porfirio Miranda: , abgerufen am 30. Mai 2014 1969 verfasste er El Ser y el Mesías, das schließlich als Dissertation angenommen wurde.
Nach seiner Rückkehr nach Mexiko engagierte sich Miranda weiter für die Interessen der Arbeiter und der Armen. Seine kritische Haltung zum bestehenden Wirtschaftssystem brachte ihn in Widerspruch zu den Interessen der Kirche und seines Ordens. Auf Druck des Kardinals von Guadalajara wurde er von seinen Ämtern abberufen. 1971 verließ er den Jesuitenorden. Im gleichen Jahr wurde sein Buch Marx y la biblia veröffentlicht. 1973 erschien El Ser y el Mesías und Miranda wurde Professor an der Universidad Autónoma Metropolitana, Mexiko. 1979 heiratete er Adela Oliveros. 1981 erschien Comunismo en la Biblia („Der Kommunismus der Bibel“), in dem er durch exegetische Überlegungen nachzuweisen versuchte, dass das Urchristentum und das Wirken Jesu kommunistisch ausgerichtet gewesen seien und ihrerseits in entsprechender Tradition des Alten Testaments gestanden hätten.
Danach wandte Miranda sich philosophischen Studien zu. 1983 erschien Apelo a la Razón („Appell an die Vernunft: Wissenschaftstheorie und Kritik des Positivismus“), 1989 Hegel Tenía Razón („Hegel hatte recht: Der Mythos der empirischen Wissenschaft“) und 1990 Racionalidad y Democracia („Rationalität und Demokratie“). Zusammen mit seiner Frau Adela Oliveros gründete er 1994 die Stiftung RORAC, Zentrum für Arbeiterbildung und philosophische Studien. Zu den Themen seiner Bücher veröffentlichte Miranda zusätzlich populärwissenschaftliche Werke.
1999 erschien sein letztes Buch Antropología e Indigenismo. José Porfirio Miranda starb im Jahr 2001.
Rezeption Walter Wink, US-amerikanischer Professor für Biblische Exegese, schrieb 1976 in der Fachzeitschrift The Expository Times über Marx and the Bible: „the best book on exegesis published up until now“. In der argentinischen befreiungstheologischen Zeitschrift Revista de Teoloía Crítica schrieb D. Alberto Macko 2010 über Marx y la Biblia:
Veröffentlichungen Von der Unmoral gegenwärtiger Strukturen; (span.: Cambio de Estructuras. Inmoralidad de la Moral Occidental., 1970), Jugenddienstverlag, Wuppertal, 1973 Marx y la biblia; Critica a la filosofia de la oppression, Sigueme, Salamanca, 1971; [Englisch: Marx and the Bible; A Critique of the Philosophy of oppression; Übersetzung von John Eagleson, Orbis Books, Maryknoll, New York, 1974] El Ser y el Mesías, Sígueme, Salamanca, 1973 Der Kommunismus der Bibel; (span.: Comunismo en la Biblia, 1981), übersetzt auf der Grundlage der 3. Auflage von Wolfgang Seyfert und Rodrigo Ochoa; Edition ITP-Kompass, Münster 2014, ISBN 978-3-981-3562-6-7. Appell an die Vernunft: Wissenschaftstheorie und Kritik des Positivismus, (span.: Apelo a la Razón. Teoría de la Ciencia y la Crítica del Positivismo, 1983), Verlag Logos, Berlin 2013, ISBN 978-3832533007 Hegel hatte recht: Der Mythos der empirischen Wissenschaft, (span.: Hegel Tenía Razón. El Mito de la Ciencia Empírica, 1989), Verlag Die Blaue Eule, 2013, ISBN 978-3899243611 Rationalität und Demokratie (span.: Racionalidad y Democracia, 1990), herausgegeben vom Centro de Estudios Filosóficos José Porfirio Miranda, Verlag Peter Lang, Frankfurt 2013, ISBN 978-3631643334. Antropología e Indigenismo, Universidad Autónoma Metropolitana – Iztapalapa; México 1999
Literatur María Adela Oliveros de Miranda: In: Signos filosóficos. Juni 2002, S. 297–306. (spanisch)
Weblinks Centro de Estudios Filosóficos José Porfirio Miranda (deutsche Sprachversion) Stiftung RORAC (deutsche Sprachversion)
Einzelnachweise
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