Adolf Karl Alexander Alexis le Camus Graf von Fürstenstein (* 8. März 1818 in Paris; † 20. Mai 1895 in Görlitz) war ein deutscher Rittergutsbesitzer, Verwaltungsbeamter und Hofbeamter französischer Abstammung.
Leben Adolf von Fürstenstein wurde als Sohn des von Jérôme Bonaparte zum Grafen von Fürstenstein erhobenen Pierre Alexandre le Camus und Adelheid geb. Gräfin von Hardenberg geboren. Er studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und wurde 1839 Mitglied des Corps Borussia Bonn.Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Carl Gerber München-Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 19 (Corps) / (Lfd. Nr. dort) 164. Nach dem Studium wurde er Herr auf Ullersdorf bei Niesky. Er war Vizeoberschlosshauptmann, Obertruchsess, Kammerherr, Landeshauptmann und Landesältester der Oberlausitz.
Er war 1858–1860 (oder 1862) Landrat des Kreises Rothenburg (Ob. Laus.). Er vertrat 1855–1857 und 1859–1861 den Wahlkreis Liegnitz 1 und 1867–1870 den Wahlkreis Liegnitz 9 (Rothenburg, Hoyerswerda) im Preußischen Abgeordnetenhaus. Er gehörte zur Fraktion der Konservativen Partei (Preußen). mini|hochkant=0.6|Das Ullersdorfer Schloss. Mitte 19. Jh. Sammlung Alexander Duncker. Berlin. mini|hochkant=0.6|Schloss Wiesenburg-Zauche. Mitte 20. Jh.
Familie Graf Fürstenstein heiratete am 2. Oktober 1862 auf Schloss Wiesenburg in der Mark (Zauche) Elisabeth von Watzdorf (* 1842 in Dresden; † 1921 in Wiesenburg), Tochter Wiesenburger GutsherrnMatthias Donath: Schwarz und Gold. Die Familie von Watzdorf in Thüringen, Sachsen und Schlesien. Hrsg. Lars-Arne Dannenberg, Matthias Donath, In: Adel in Sachsen. Band 6, Redaktions- und Verlagsgesellschaft Elbland mbH, Meißen 2015, , S. 19–437. und sächsischen Kammerherrn Kurt von Watzdorf und der Louise Freiin geborene von Hügel. Sie hatten zwei Kinder. Die Tochter Viktoria (* 1863 in Ullersdorf; † 1949 in Djursholm b. Stockholm) ehelichte 1885 in Ullersdorf Heinrich XXVI. Prinz Reuß J. L. (* 1857 Schloss Neuhof-Riesengebirge; † 1913 in Jena),Deutsche Biographie.de - Index (Hrsg.): Heinrich XXVI., Reuß-Köstritz, Prinz., Stand 2022. er war kaiserlich deutscher Korvettenkapitän und Gutsbesitzer auf Jänkendorf. Der Sohn Friedrich (Friedrich Wilhelm) Graf von Fürstenstein (* 1867 in Ullersdorf; † 1945 in Wiesenburg) wurde königlich preußischer Regierungsreferendar und erbte Ullersdorf, was er 1938 verkaufte. Er wurde auch Rechtsritter des Johanniterordens und heiratete zuvor Ellinor Gräfin von Einsiedel (* 1886 in Creba; † 1931 in Ullersdorf), Tochter des Ober-Mundschenks und Freien Standesherrn zu Reibersdorf Johann-Georg Graf von Einsiedel und der Frieda Gräfin von Westarp.
Tochter Viktoria und Prinz Heinrich XXVI. J. L. zu Reuß-Köstritz sowie deren Bruder Friedrich Wilhelm de la Camuš Graf von Fürstenstein mit Ehefrau Ellinor geb. Gräfin Einsiedel wohnten zuletzt auf Schloss Wiesenburg südwestlich von Berlin. Dort befindet sich im Park eine wieder renovierte Erbbegräbnisstätte der anverwandten Familie von Watzdorf. Fürstenstein-Nachfahren sind nicht übermittelt.
Siehe auch Fürstenstein (Adelsgeschlecht) Hardenberg (niedersächsisches Adelsgeschlecht)
Literatur Friedrich Karl Devens: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827–1902. Selbstverlag, Düsseldorf 1902, S. 105. G. G. Winkel: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821–1928. Wailandt AG-Selbstverlag, Aschaffenburg 1928, S. 88. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 114, Justus Perthes, Gotha November 1941, , S. 159. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. B (Briefadel). 1955. Band I, Band 6 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1953, , , S. 115–116. Bernd Haunfelder: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1849–1867. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 5, Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5181-5, S. 103. Bernhard Mann (Bearb.), Mitarbeit: Martin Doerry, Cornelia Rauh, Thomas Kühne: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 139.
Weblinks BBAW (Hrsg.): Acta Borussica – Praktiken der Monarchie: Adolf Karl Alexander Alexis le Camuš Graf von Fürstenstein
Einzelnachweise
Kategorie:Landeshauptmann Kategorie:Kammerherr (Preußen) Kategorie:Landrat (Regierungsbezirk Liegnitz) Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Kategorie:Titulargraf Kategorie:Truchsess Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1818 Kategorie:Gestorben 1895 Kategorie:Mann