Der Horton-Plains-Nationalpark ist ein Nationalpark im zentralen Hochland von Sri Lanka, den Central Highlands of Sri Lanka, in dem noch zwei weitere Schutzgebiete liegen, Peak Wilderness Sanctuary und Knuckles Mountain Range. Dieses hügelige Plateau in einer Höhe von 2100 bis 2300 Metern wird wegen seiner reichen Artenvielfalt als „Super-Biodiversitäts-Hotspot“ bezeichnet.Central Highlands of Sri Lanka, UNESCO-Gebiet 1203 (englisch). Abgerufen am 9. November 2013. Viele der hier existierenden Arten sind endemisch. Die Central Highlands wurden am 31. Juli 2010 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen.

Geophysische Merkmale links|mini|Knuckles Mountain Range von einem Pool bekannt als Infinity Pool mini|Am frühen Morgen mit Reif bedeckte Vegetation im Horton-Plains-Nationalpark Der Horton-Plains-Nationalpark liegt auf dem südlichen Plateau der Central Highlands in über 2000 Metern Höhe, was ein kühleres und windigeres Klima als im Tiefland mit sich bringt. Die Berge Kirigalpoththa (2389 m) und Thotupola Kanda (2357 m) befinden sich im westlichen beziehungsweise nördlichen Teil. Der markante Gipfel von Adam’s Peak (2243 m), auch Sri Padaya oder Samanalakanda genannt, liegt westlich des Parks. Das Gestein stammt aus präkambrischer Zeit und besteht unter anderem aus Charnockit und Granitgneis. P. Ranasinghe, G. Fernando, C. Dissanaye, M. Rupasinghe (2008): Stream sediment geochemistry of the Upper Mahaweli River Basin of Sri Lanka - Geological and environment significance. Journal of Geochemical Exploration 99: 1. doi:10.1016/j.gexplo.2008.02.001. Der Erdboden ist oft rötlichgelb.

Die jährliche Regenmenge beträgt wenig mehr als 2000 Millimeter. Häufige Wolkenbildung begrenzt die Sonnenscheindauer, sodass die Pflanzen über weniger Licht verfügen als im übrigen Land. Die durchschnittliche Temperatur beläuft sich auf 13 °C, aber sie wechselt im Tagesverlauf erheblich und kann während des Tagesverlaufs 27 °C und nachts 5 °C und weniger betragen. Während des Südwest-Monsuns zwischen Mai und September erreicht der Wind manchmal Orkanstärke. Von Januar bis März gibt es eine trockene Saison. Im Februar ist Bodenfrost üblich. Während der feuchten Jahreszeit herrscht tagsüber oft Nebel.

Der Park wird als die wichtigste Wasserscheide der Insel angesehen. Horton Plains sind der Ursprung von drei großen Flüssen, Mahaweli, Kelani und Walawe.International Water Management Institute (2006): Horton Plains National Park (archivierte Webseite). Die Hochebene speist auch Belihul Oya, Agra Oya, Kiriketi Oya, Uma Oya und Bogawantalawa Oya. Aufgrund der hohen Lage erzeugen Nebel und Wolken viel Luft- und Bodenfeuchtigkeit. Langsam fließende Gewässer, Teiche, Sümpfe und Wasserfälle sind wichtige Feuchtbiotope.

Geschichte

Der ursprüngliche singhalesische Name des Gebiets ist Maha Eliya Thenna, „große offene Ebene“. 12.000 Jahre alte Steinwerkzeuge, die bis zur Balangoda-Kultur zurückdatiert werden können, wurden hier gefunden. Elke Frey, Gerhard Lemmer: Sri Lanka. Nelles Verlag, München Sonderausgabe 2012, keine ISBN. S. 14 In der Zeit der britischen Herrschaft wurde die Region nach Sir Robert Wilmot-Horton umbenannt, dem Gouverneur von Ceylon von 1831 bis 1837.Horton Plains National Park, in: IUCN Directory of South Asian Protected Areas, 1990, ISBN 978-2-8317-0030-4, S. 216–219.

Die einheimische Bevölkerung stieg aus der Ebene in die Berge, um Edelsteine wie Rubine, Saphire, Topase und Spinelle zu schürfen, Eisenerz abzubauen, einen Bewässerungskanal anzulegen und Bäume für Bauholz zu fällen. Sir Joseph Dalton Hooker riet der britischen Regierung, alle Bergwälder über 5000 Fuß Höhe unberührt zu lassen. Eine diesbezügliche Anordnung wurde 1873 erlassen und verhinderte das Schlagen weiterer Bäume.

Horton Plains wurde am 5. Dezember 1969 zum Wildschutzgebiet erklärt und am 18. März 1988 wegen seiner Artenvielfalt in einen Nationalpark umgewandelt. Dieser bedeckt eine Fläche von 3160 Hektar und enthält das umfassendste Nebelwaldgebiet, das auf Sri Lanka noch erhalten ist. Am 31. Juli 2010 wurden die Central Highlands zusammen mit dem Horton-Plains-Nationalpark, Peak Wilderness Sanctuary und Knuckles Mountain Range in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen.

Flora

Die Vegetation des Parks hat zwei charakteristische Erscheinungsformen, nämlich 2000 Hektar feuchtes Grasland, in Sinhala patana genannt, und 1160 Hektar subtropischen immergrünen Bergregenwald (Sri Lanka submontane and montane rain forests). Nahezu 750 Pflanzenarten aus 20 Pflanzenfamilien wurden gezählt. Die Bäume der Wälder erreichen eine Höhe von zwanzig Metern und bestehen hauptsächlich aus Calophyllum walkeri zusammen mit Myrthenarten wie Syzygium rotundifolium und Syzygium scerophyllum sowie Lorbeergewächsen wie Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum ceylonaicum) und Actinodaphne speciosa. Das Untergrunddickicht ist mit dem Akanthusgewächs Strobilanthes sp. bewachsen und verhindert das Entstehen einer Krautschicht. Zwergbambusgewächse wie Indocalamus spp. und Ochlandra spp. sind hier zu finden. Büsche von Rhodomyrtus tomentosa wachsen hauptsächlich an Waldrändern und nahe der Berggipfel. Arten wie Gordonia sp. und Rhododendron arboreum ssp. zeylanicum haben sich von Südindien und dem Himalaya aus nach Sri Lanka ausgebreitet und sind jetzt hier heimisch. Es wurden 54 Baumarten gezählt, von denen die Hälfte endemisch ist. Die Stämme und Äste der Bäume sind mit vielen Arten von Farnen, Bärlappen (Lycopodium), Flechten und Orchideen bewachsen. Die Bartflechte (Usnea barbata) hängt von den Zweigen herab. Etwa 16 Orchideenarten kommen nur hier vor. Andere bemerkenswerte Pflanzen sind die Scheinbeere Gaultheria fragrantissima, Exacum walkeri, Sonnentau (Drosera indica) und der Westindische Baumfarn (Cyathea arborea). Erst 2007 wurde die Flechte Anzia sp. (aus der Ordnung der Lecanorales) hier entdeckt.R.G.U. Jayalal et al.: Anzia (Lichenized Ascomycetes, Parmeliaceae) A New Record from the Horton Plains National Park, Sri Lanka. Proceedings of the Peradeniya University Research Sessions, Sri Lanka, 2007 12(1):60–61.

Häufige Buschfeuer und intensive Beweidung charakterisieren die Graslandflora. Sie wird dominiert von den Süßgräsern Arundinella villosa und Chrysopogon zeylanicus. In tiefliegenden Gegenden gibt es Sümpfe und Wasserläufe mit Jacobsens Wasserähren (Aponogeton jacobsenii), Flutende Moorbinsen (Isolepsis fluitans) und Wasserschläuchen (Utricularia sp.) Der Bambus Chimonobambusa densifolia gedeiht entlang der Gewässerufer, und in den Sumpfgebieten wachsen Grasarten wie Binsen (Juncus prismatocarpus), Garnotia patula var. mutica, Eriocaulon sp. und das blau blühende Bitterblatt (Exacum trinervium). Steife Grasbüschel von Chrysopogon zeylanicus und Cymbopogon confertiflorus werden in feuchten Tallagen gefunden. Die Staudenflora umfasst Arten aus Gattungen, die in der gemäßigten Zonen verbreitet sind, wie Hahnenfuß (Ranunculus), Kreuzkraut (Senecio), Enzian (Gentiana), Frauenmantel (Alchemilla) und Läusekraut (Pedicularis), aber auch tropische Arten wie Eriocaulonsp. und Ipsea speciosa. Am verbreitetsten sind boreale krautige Pflanzen wie Arten von Veilchen (Viola), Lobelie (Lobelia), Scheinbeere (Gaultheria), Erdbeere (Fragaria) und Wegerich (Plantago).Douglas Houghton Campbell (1926). Ceylon. In: An outline of plant geography. New York: Macmillan Publishers, S. 191. (archive.org)

Es gibt gegensätzliche Ansichten darüber, wie das Grasland entstanden ist, ob auf natürliche Weise oder vom Menschen verursacht. Heute glaubt man, dass es auf trockenen Abhängen durch Kahlschlag und Brandrodung entstand, während es sich in tieferen Lagen durch Feuchtigkeit, Frost und Bodenerosion entwickelt hat.

Fauna Die Wirbeltierfauna der Region enthält 24 Säugetierarten, 87 Vogelarten, neun Reptilien- und acht Amphibienarten. In den späten 1940er-Jahren verschwand der Sri-Lanka-Elefant (Elephas maximus maximus) aus der Gegend. Heute ist das größte und am häufigsten gesehene Säugetier der Sambar (Rusa unicolor). Die Population wird auf 1500 bis 2000 Tiere geschätzt, was den Park an die Grenzen der Belastbarkeit bringt.Anslem de Silva: The Diversity of Horton Plains National Park (With special reference to its herpetofauna). Vijitha Yapa Publishers, 2007, ISBN 978-955-1266-61-5. Andere Säuger sind Westlicher Ceylon-Hutaffe (Macaca sinica aurifrons), Kelaart-Langkrallenspitzmaus (Feroculus feroculus), Weißbartlangur (Trachypithecus vetulus), Rostkatze (Prionailurus rubiginosus), Sri-Lanka-Leopard (Panthera pardus kotiya), Wildschwein (Sus scrofa), Halsstreifenmanguste (Herpestes vitticollis), Indien-Kantschil (Moschiola indica), Indischer Muntjak (Muntiacus muntjak) und Sri-Lanka-Riesenhörnchen (Ratufa macroura). Fischkatze (Prionailurus viverrinus) und Eurasischer Fischotter (Lutra lutra) suchen die Feuchtgebiete auf, um Wassertiere zu jagen. Der Rote Schlanklori (Loris tardigradus nycticeboides) wurde 1937 entdeckt. Er lebt nur in den Highlands von Sri Lanka und wird als einer der weltweit gefährdetsten Primaten eingeschätzt.M. Sandun J. Perera: Horton Plains Slender Loris, Ceylon Mountain Slender Loris, Loris tardigradus nycticeboides Hill 1942. In: Primates in Peril: The World's 25 Most Endangered Primates Unpublished report, IUCN/SSC Primate Specialist Group (PSG), International Primatological Society (IPS) and Conservation International (CI), S. 12 f. Im Juli 2010 gelang es einer Gruppe von Forschern der Zoological Society of London, ein männliches Exemplar erstmals zu fotografieren.Andrew Hough: Horton Plains Slender Loris pictured for first time telegraph.co.uk, 19. Juli 2010.

Horton Plains sind eine der bedeutendsten IBAs (Important Bird Areas) auf Sri Lanka.Important Bird Areas (IBAs) auf Sri Lanka: Liste auf birdlife.org. Zusammen mit dem benachbarten Peak Wilderness Sanctuary beherbergt der Park 21 Vogelarten, die nur auf dieser Insel vorkommen. Vier davon, Schmuckkitta (Urocissa ornata), Ceylonschnäpper (Eumyias sordidus), Ceylonbrillenvogel (Zosterops ceylonensis) und Ceylontaube (Columba torringtonii) gibt es nur in Horton Plains. Andere endemische Arten sind Ceylonspornhuhn (Galloperdix bicalcarata), Ceylonhuhn (Gallus lafayetii), Goldstirn-Bartvogel (Megalaima flavifrons), Ceylondrossling (Turdoides rufescens), Ceylonbuschsänger (Elaphrornis palliseri) und Ceylonpfeifdrossel (Myophonus blighi), die 1868 entdeckt wurde. Viele Vögel wie der Mauersegler (Apus apus) ziehen im Winter fort. Greifvögel sind der Haubenschlangenadler (Spilornis cheela), Berghaubenadler (Nisaetus nipalensis), Gleitaar (Elanus caeruleus) und Wanderfalke (Falco peregrinus). Der Gelbscheitelbülbül (Pycnonotus zeylanicus) und das Bergbronzemännchen (Lonchura kelaarti) sind weit verbreitet.