mini|Eingang zu einem Samurai-Grundstück Chōfu () ist eine alte Residenzstadt, in der von 1602 bis 1868 eine Zweigfamilie des Mōri-Klans regierte. Chōfu – nun ein Bezirk von Shimonoseki – vermittelt in einigen Straßenzügen noch immer das Bild einer von Samurai bewohnten Stadt. Chōfu rühmt sich, Ausgangspunkt der Meiji-Restauration (, Meiji-Ishin Hasshō-no-chi) gewesen zu sein.
Geschichte Chōfu, eigentlich Chōshū no kokufu (), war in alten Zeiten Hauptstadt der Provinz Nagato (Chōshū). 1602 wurde sie Sitz des Lehens Chōfu, einem Zweig des Lehens Chōshū, die beide vom Mōri-Klan regiert wurden. Die Stadt bezeichnet sich selbst als Jōkamachi (Burgstadt), besitzt aber keine Burg, da die Mōri sich mit einem „Festen Haus“ (, jin’ya) begnügten. Die Mōri und ihre Untertanen waren entschiedene Gegner des Tokugawa-Shogunats. Es war dann Takasugi Shinsaku (1839–1867), der in der Stadt eine Truppe, (, Kiheitai), aufstellte, die die mit ihren Aktivitäten den Sturz des Shogunats einleitete.
Mit der Einrichtung des modernen Verwaltungswesens wurde Chōfu zum 1. April 1889 als Dorfgemeinde (mura) im Landkreis Toyoura klassifiziert, zum 1. April 1911 zur Kleinstadt (chō) heraufgestuft, jedoch bereits am 26. März 1937 der Gemeinde Shimonoseki als Bezirk (chiku) zugeschlagen, d. h. einzelnen Stadtteile Chōfus wurden zu Stadtteilen Shimonosekis.
Sehenswürdigkeiten Die durch eine einfache Mauer geschützte Residenz der Mōri liegt am Westrand der Stadt. Sie bildet einen kleinen Gebäudekomplex, zu dem ein Garten mit einem Teich gehört.Die heutige Anlage stammt wohl aus der frühen Meiji-Zeit. Einige Schiebetüren (Fusuma) sind von Kawabata Gyokushō (1842–1913), einem Maler der Nihonga-Schule, ausgemalt. In einem Zimmer wird darauf hingewiesen, dass Kaiser Meiji dort übernachtet hat.
Der Imi-no-Miya-Schrein () führt seine Geschichte bis in das Jahr 193 zurück, als er vom legendären Kaiser Chūai und der Kaiserin gegründet wurde. Seit der Heian-Zeit ist er unter dem gegenwärtigen Namen bekannt. In der ausgedehnten Anlage gibt es Schreine für die Tempelgründer und weitere verehrte Personen.
Der Kōzan-ji ist eine Tempelanlage am Nordrand der Stadt, deren Haupthalle von 1320 das früheste Beispiel für Zen-Architektur in Japan ist. Sie ist als Nationalschatz registriert.
Das Chōfu-Museum (, Chōfu Hakubutsukan), neben dem Kōzan-ji, ist ein Heimatmuseum der Stadt Shimonoseki. Beginnend mit dem Kultur-Austausch mit Korea zeigt das Museum das Mittelalter, die Neuzeit, natürlich unter Berücksichtigung der Mōri-Herrschaft und der Bakumatsu-Zeit und dann die Gegenwart anhand von Objekten, Schriftstücken.
Straßenzüge, in denen sich die Struktur der Samurai-Anwesen erhalten hat, finden sich entlang des Flüsschens Dangu (), der sich durch die Stadt schlängelt, an Querstraßen wie Furue-kōji oder Yokomakura-kōji. Hinter den gelben Lehmmauern stehen heute moderne Wohnhäuser, aber es sind immer noch die stillen Straßen der Edo-Zeit.
Stadtteile Der Bezirk Chōfu (, Chōfu chiki) besteht aus folgenden Stadtteilen: Chidorigaokachō () Chōfu-An’yōji () Chōfu-Doinouchichō () Chōfu-Egemachi () Chōfu-Furueshōjichō () Chōfu-Hagoromochō () Chōfu-Hagoromo-minamimachi () Chōfu-Hamaurachō () Chōfu-Hamaura-minamimachi () Chōfu-Hamaura-nishimachi () Chōfu-Higashisamuraimachi () Chōfu-Hinodechō () Chōfu-Hōjōchō () Chōfu-Innaichō () Chōfu-Kamenokō () Chōfu-Kanayachō () Chōfu-Kanayahamachō () Chōfu-Kawabata () Chōfu-Kojōchō () Chōfu-Kon’yachō () Chōfu-Kuromonchō () Chōfu-Kuromon-higashimachi () Chōfu-Kuromon-minamimachi () Chōfu-Maeyahatachō () Chōfu-Manjuchō () Chōfu-Manjushinmachi () Chōfu-Matsubarachō () Chōfu-Matsuoda-higashimachi () Chōfu-Matsuoda-honmachi () Chōfu-Matsuoda-kitamachi () Chōfu-Matsuoda-minamimachi () Chōfu-Matsuoda-nakamachi () Chōfu-Matsuoda-nishimachi () Chōfu-Minaminochō () Chōfu-Minatomachi () Chōfu-Mishimachō () Chōfu-Miyanouchichō () Chōfu-Miyazakichō () Chōfu-Mukaidachō () Chōfu-Nakadoi-honmachi () Chōfu-Nakadoi-kitamachi () Chōfu-Nakahamachō () Chōfu-Nakanochō () Chōfu-Nakaochō () Chōfu-Nakaroppachō () Chōfu-Nogurumechō () Chōfu-Ōgimachi () Chōfu-Ōsakachō () Chōfu-Saigawa () Chōfu-Samuraimachi () Chōfu-Shinmatsubarachō () Chōfu-Shinshiōjichō () Chōfu-Shiōjichō () Chōfu-Sotourachō () Chōfu-Sōshamachi () Chōfu-Takabachō () Chōfu-Tamanourachō () Chōfu-Toyorachō () Chōfu-Yahatachō () Maeda ()In der Quelle als Maedachō () aufgeführt. Das Postleitzahlenverzeichnis für Shimonoseki, aus dem die Lesungen übernommen wurden, sowie die amtliche topografische Karte verwenden jedoch Maeda. Tanahata () Yume Town ()
Bilder
Anmerkungen
Literatur Chōfu Kankō Kyōkai (Hrsg.): Chōfu Sampo (Faltblatt zum Ort). 2012. Jōkamachi Chōfu Keikan Kyōgkai (Hrsg.): Chōfu Dobei Annai (Führer zu den Mauern der Samurai-Anwesen) 2013. Chōfu Hakubutsukan (Hrsg.): Chōfu Hakubutsukan.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Präfektur Yamaguchi Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Japan Kategorie:Ortsteil in Japan Kategorie:Shimonoseki