Podgornoje (), zunächst Podgorny, (, ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman.

Geographische Lage Podgornoje liegt acht Kilometer südöstlich der Kreisstadt Neman (Ragnit) östlich der Regionalstraße 27A-033 (ex A198) an der Kommunalstraße 27K-376. Die nächste Bahnstation war Krasnoje Selo (Klapaten/Angerwiese) an der nicht mehr im Personenverkehr betriebenen Bahnstrecke Tilsit–Stallupönen (russisch: Sowetsk–Nesterow).

Geschichte Das seinerzeit Titschken genannte DorfD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Tischken bestand bis 1945 aus verstreuten großen und kleinen Höfen. Am 15. April 1874 wurde der Ort Sitz und damit namensgebend für einen neu errichteten AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Titschken/Tischken, der – am 18. April 1939 in „Amtsbezirk Tischken“ umbenannt – bis 1945 bestand und bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Es erhielt 1950 die russische Bezeichnung „Podgorny“ und wurde gleichzeitig in den Dorfsowjet Bolschesselski selski Sowet innerhalb des Rajon Sowetsk eingegliedert.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Vor 1988 wurde der Ort verlassen.Gemäß der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf http://www.soldat.ru/ (rar-Datei) Im Jahr 1997 wurde der Ort als Podgornoje wieder in das Ortsverzeichnis aufgenommen.Durch den Beschluss der Oblastduma vom 22. Mai 1997, Nr. 38 "Об упорядочении учета сельских населенных пунктов области" (Über Regelungen der Erfassung der ländlichen Orte der Oblast) Von 2008 bis 2016 gehörte der Ort zur städtischen Gemeinde Nemanskoje gorodskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Neman.

Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 243 1933 234 1939 197 2002 77 2010 45

Amtsbezirk Titschken/Tischken (1874–1945) Zwischen 1874 und 1945 bestand der Amtsbezirk Titschken (ab 1939: Amtsbezirk Tischken) mit anfangs vierzehn, am Ende noch zehn Orten:

Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Bemerkungen Dirwonuppen (ab 1935:) Ackerbach Tuschino Endruhnen Wenderoth Wspolje 1928 nach Tussainen eingegliedert Ickschen Bergdorf (Ostpr.) Nikitino Jucknaten Fuchshöhe Makarowo Kleiginnenab 1913: Kleginnen Klinnen 1928 nach Pellehnen eingegliedert Klingsporn Schurawljowo Lepalothen, Ksp. Ragnit Loten Druschinino Mattischken Klingsporn Schurawljowo Nettschunen Dammfelde Tuschino 1938 in den Amtsbezirk Raudszen/Rautengrund umgegliedert Palentienen Palen Dubrawino Pellehnen Dreidorf (Ostpr.) Schdanki Scheidischken Scheiden (Ostpr.) Barwenkowo Titschken Tischken Podgornoje Trumpaten Patingen 1928 nach Pellehnen eingegliedert

Kirche Mit überwiegend evangelischer Bevölkerung war Titschken resp. Tischken war 1945 in das Kirchspiel der Kirche Ragnit (russisch: Neman) eingepfarrt. Diese war Teil der Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Podgornoje im weitläufigen Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen), die zur Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland gehört.

Weblinks Podgornoje bei bankgorodov.ru Podgornoje bei prussia39.ru

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Neman Kategorie:Ort im Munizipalkreis Neman