Muhammad al-Ghazālī ( geboren 22. September 1917 im Dorf Nakla al-ʿInab, al-Buhaira, Ägypten; gestorben 9. März 1996 in Riad, Saudi-Arabien) war ein konservativer ägyptischer islamischer Theologe. Er war Mitglied der Muslimbrüder.

Leben Den Namen Muhammed al-Ghazzali erhielt er nach eigener Aussage aufgrund eines Traumes seines Vaters. Die ersten Unterweisungen erhielt er in seinem Heimatdorf. Dort lernte er den Koran auswendig. Seine Familie wanderte nach Alexandria aus und Muhammad al-Ghazzali erhielt seine Ausbildung auf der Primarstufe an der Azhar-Universität. Diese absolvierte er 1937. In dieser Zeit lernte er auch Hasan al-Banna kennen und trat der Muslimbruderschaft bei. 1941 absolvierte er dann die theologische Fakultät (uṣūl ad-dīn) der Azhar-Universität. 1943 schloss er noch das Studium an der Fakultät für Daʿwa ab. Anschließend arbeitete er als Imam und Prediger an der Moschee al-ʿAtabat al-Chadrāʾ (العتبة الخضراء) in Kairo. Nach der Ermordung Hasan al-Bannas und der Verhaftungswelle gegen die Muslimbruderschaft wurde auch Muhammad al-Ghazzali inhaftiert und verbrachte ein Jahr in Haft in einem Gefängnis auf der Sinai-Halbinsel. Nach seiner Freilassung überwarf er sich mit dem neuen Führer der Muslimbrüder Hasan al-Hudaibi und verließ die Organisation. Er arbeitete in verschiedenen Stellungen, u. a. als Aufsichtsbeamter im Auqāf-Ministerium. Lange Jahre war er Prediger in der Azhar-Moschee. Nach eigener Aussage verbrachte er 1965 ein weiteres Jahr in Haft, da er sich weigerte, gegen Sayyid Qutb auszusagen.

In islamistischen Kreisen gilt er zusammen mit Sayyid Qutb (1906–1966) als ‚herausragender geistiger Vertreter’ (IRIB) (Rundfunk der Islamischen Republik Iran, Sendemanuskript vom 16. April 2014): der Muslimbrüder.Deren politischer Führer Hassan al-Banna (1906–1949) war. al-Ghazali ist Verfasser zahlreicher Werke.

Er lehrte an der Umm-al-Qura-Universität in Mekka, Saudi-Arabien, der Universität von Katar (Qatar) und der al-Amir Abd al-Qadir University for Islamic Sciences in Algerien. Vor seinem Tod war er Vorsitzender des Council des International Institute of Islamic Thought in Kairo. von A Thematic Commentary on the Quran (Shaykh Muhammad al-Ghazali & Ashur A. Shamis, 2000) Er war einer der Senior Fellows des Königlichen Aal al-Bayt Instituts für Islamisches Denken (Royal Aal al-Bayt Institute for Islamic Thought), Jordanien. 1989 erhielt er den König-Faisal-Preis für Verdienste um den Islam.

Veröffentlichungen Zu seinen Publikationen zählen "Islam und die moderne Wirtschaft", "Islam und politischer Despotismus" und ein enzyklopädisches Werk mit dem Titel "Fanatismus und Toleranz zwischen Christentum und Islam".nytimes.com ("Islam and the Modern Economy" / "Islam and Political Despotism" / "Fanaticism and Tolerance Between Christianity and Islam")

Seine gesammelten Werke wurden von Nahdah Misr (in Kairo) in 44 Bänden veröffentlicht.Robbert Woltering: Occidentalisms in the Arab World. 2011, S. 179 ()

Siehe auch Faradsch Fauda (Ermordung und Prozess) Madschallat al-Azhar

Literatur Haifaa Khalafallah: Rethinking Islamic Law: Genesis and Evolution in the Islamic Legal Method and Structure. The Case of a 20th Century 'Alim's Journey into His Legal. Traditions. Muhammad al-Ghazali (1917–1996). Ph.D. diss., Georgetown University, 1999

Weblinks nytimes.com: Mohammed al-Ghazali, 78, An Egyptian Cleric and Scholar (Douglas Jehl, 1996) mindamadani.my: Muhammad al-Ghazali (1917–1996): Pemikir Dakwah dan Pembela Islam (Minda Madani Online, mit einem Schriftenverzeichnis)

Anmerkungen

Kategorie:Islamischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Muslimbrüder Kategorie:Ägypter Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 1996 Kategorie:Mann