mini|hochkant=1.25|Fahrerloses Waymo Taxi in San Francisco mini|Video: Taxifahrt mit Robotaxi in Wuhan, China. Juli 2024

Waymo ist ein Tochterunternehmen von Alphabet Inc. zur Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Seit 2020 betreibt es mit Robotaxis in immer mehr amerikanischen Städten einen kommerziellen fahrerlosen Ride-Hailing Service. Stand März 2026 werden mehr als 500.000 autonome Fahrten pro Woche durchgeführt.

Geschichte mini|Ein zum „Google Driverless Car“ modifizierter Toyota Prius als Testfahrzeug, 2011 mini|Lexus RX 450h Innenansicht, 2014 Waymo setzt die Arbeiten des Projekts Google Driverless Car (Googles fahrerloses Auto) des Google-Konzerns fort und wurde im Dezember 2016 als Tochtergesellschaft der aus einer Umstrukturierung von Google hervorgegangenen Alphabet Inc. gegründet. Die Systemsoftware des Autos heißt Google Chauffeur (Stand: 2014). Das Projekt wurde anfangs von Sebastian Thrun geleitet, einem ehemaligen Professor für künstliche Intelligenz an der Stanford University und Miterfinder von Google Street View. Chefingenieurin war bis 2018 Jaime Waydo.

Thruns Team in Stanford entwickelte bereits das Roboterfahrzeug Stanley, das den DARPA Grand Challenge 2005 gewann und den Preis von 2 Mio. USD des amerikanischen Verteidigungsministeriums erhielt.

Im Dezember 2011 wurde bekannt, dass dem Internetunternehmen Google nach mehreren Jahren der Entwicklung ein US-Patent für die Technik zum Betrieb von autonomen Fahrzeugen gewährt wurde. Googles Testflotte hatte nach Aussage des Unternehmens zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 257.000 km unter begrenzter Einwirkung des Fahrers sowie mehr als 1600 km ohne Fahrerbeteiligung zurückgelegt.Artikel zum Google Driverless Car: Driverless car: Google awarded US patent for technology (englisch). In: BBC News, 15. Dezember 2011. Abgerufen am 1. Mai 2014.

Im Mai 2012 erhielt Google die erste Zulassung eines autonomen Fahrzeugs in den USA. Die Zulassung war für den Test auf öffentlichen Straßen des US-Bundesstaates Nevada. Bedingung war jedoch, dass sich eine Person hinter dem Steuer befindet, die notfalls eingreifen kann.Artikel zur ersten Zulassung eines autonomen Fahrzeugs: . In Web-Portal: netzwelt, 8. Mai 2012. Abgerufen am 1. Mai 2014. Das Google Roboter-Auto soll aber bereits im Dezember 2013 sicherer gefahren sein als ein menschlicher Autofahrer.Artikel zur Behauptung, dass Computer die besseren Autofahrer sind: Google-Revolution: Computer ersetzen den Autofahrer. In: Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 25. Dezember 2013. Abgerufen am 1. Mai 2014.

Langfristig sollte der Fokus auf der Bereitstellung einer Serviceleistung – zum Beispiel mit führerlosen Taxis – liegen und nicht unbedingt auf dem Verkauf von Privatfahrzeugen. Googles Risikokapital-Investitionsarm Google Ventures hatte sich hierfür bereits im August 2013 am App-basierten Taxidienst Uber mit ca. 250 Millionen Dollar (knapp 188 Mio. Euro) beteiligt.Artikel zum Google-Robotertaxi (24. August 2013) Vorreiter bei autonomen Autos. In Website: Österreichischer Rundfunk. Abgerufen am 29. Mai 2014.

Im Mai 2014 stellte Google sein Roboterauto erstmals einer Gruppe von Journalisten vor, die im Vergleich zwischen menschlichem Fahrer und selbstfahrendem System keinen Unterschied im Fahrverhalten mehr feststellten. Google erklärte jedoch, dass das Fahren bei Regen und Schnee nach wie vor Probleme bereite.Artikel zu Googles selbstfahrendem Auto: Thomas Schulz (15. Mai 2014) Testfahrt in Google Self-Driving Car: Dieses Auto kommt ohne Sie aus. In Nachrichten-Website: Spiegel Online. Abgerufen am 29. Mai 2014 Als Start für den Massenmarkt hatte Google-Mitgründer Sergey Brin 2012 das Jahr 2017 genannt, 2014 verschob der Chef des Projekts, Chris Urmson, einen Massenmarkt-Start auf zwischen 2017 und 2020.

Über lange Zeit versuchte Google für sein laufend an Modellen von Toyota (Lexus), Honda, Audi und VW weiterentwickeltes Technologiepaket Google Driverless Car einen passenden Autohersteller zu finden und favorisierte hierfür Tesla Motors.Artikel zur Kooperation von Google und Tesla: Matt Brian (7. Mai 2013) Elon Musk in talks with Google to bring driverless tech to Tesla cars. In Nachrichten-Website: The Verge. Abgerufen am 29. Mai 2014.Artikel zu einem möglichen Kauf von Tesla durch Google: Mike Kwatinetz (3. März 2014) Why Google should acquire Tesla. In Nachrichten-Website: CNN Fortune. Abgerufen am 29. Mai 2014.

Ab Mai 2014 begann Google, 100 eigene Elektro-Testfahrzeuge zu bauen und erste Prototypen dieses neuen Fahrzeugtyps ohne Lenkrad, Bremse und Gaspedal mit körperlich bedürftigen und anderen interessierten Personen zu testen.Artikel zum Google-eigenen Auto ohne Lenkrad (28. Mai 2014) Selbstfahrende Autos: Google baut ein eigenes Auto. In Web-Nachrichtenticker: Heise online. Abgerufen am 29. Mai 2014.Google-eigenes Video zum Google-eigenen Auto ohne Lenkrad (27. Mai 2014) A First Drive. Im Videoportal: YouTube. Abgerufen am 29. Mai 2014.

Ende 2014 stellte Google einen voll funktionsfähigen Prototyp vor, der auf eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h begrenzt ist, um auf kostspielige Sicherheitsmerkmale wie Airbags zu verzichten.Google bringt selbstfahrendes Auto ab Sommer auf die Straße In: automobil-produktion.de, 15. Mai 2015

Im Mai 2015 präsentierte Google eine Unfallbilanz. Google hatte nach eigenen Angaben mehr als 20 Fahrzeuge im Einsatz. Diese hatten in den vergangenen sechs Jahren mehr als 2,7 Millionen Kilometer zurückgelegt, davon gut 1,5 Millionen Kilometer computergesteuert. Während dieser Zeit sei das Google-Auto in elf Unfälle verwickelt gewesen: An keinem der Unfälle sei das selbststeuernde Auto schuld gewesen, bei keinem Unfall wurde ein Mensch verletzt. Im Februar 2016 räumte Google erstmals eine Mitschuld bei einem Unfall ein, bei dem es keine Verletzten gab.

Ab Mitte 2016 arbeitete Google mit Fiat Chrysler zusammen und nutzte Chrysler Pacifica Plug-In Hybride als neue Plattform.

Waymo plant, Ende 2027 in München fahrerlose Taxis in Betrieb zu nehmen, als erste Stadt des Anbieters in der Europäischen Union.

Waymo – Ride-Hailing Service Übersicht Im Dezember 2016 gab Alphabet bekannt, die Entwicklung der Technik für selbstfahrende Autos in eine eigenständige Tochterfirma Waymo auszulagern.

Im Mai 2017 berichtete das Unternehmen, dass es mit dem Fahrtenvermittler Lyft bei der Entwicklung und dem Vertrieb selbstfahrender Autos zusammenarbeitet. Nach einer Meldung vom Juni 2017 wurde die Arbeit am selbstentwickelten Google-Car mit Elektroantrieb gestoppt. Im März 2018 wurde eine Kooperation mit Jaguar Land Rover verkündet. Vereinbart wurde, dass etwa 20.000 Jaguar I-Pace mit Waymo-Technik ausgerüstet werden. Damit sind bis zu einer Million autonome Fahrten täglich möglich.

Am 5. Dezember 2018 startete der kommerzielle Dienst Waymo One, der jedoch zunächst auf einzelne Personen des Early Rider Programs limitiert ist. Im März 2020 wurde offiziell der Dienst Waymo Via gestartet, für den Waymo nach eigenen Angaben 2,25 Milliarden US-Dollar von einer Gruppe von Investoren gesammelt hat. Im Oktober 2024 schloss Waymo eine von Alphabet angeführte Finanzierungsrunde in Höhe von 5,6 Milliarden Dollar ab, um seine Robotaxi-Dienste auszubauen, wodurch sich das eingesammelte Investorenkapital auf über 11 Milliarden Dollar erhöhte.

Im Januar 2026 ergab eine neue Finanzierungsrunde 16 Milliarden US-Dollar für Waymo, es wurde nun mit 126 Milliarden US-Dollar bewertet. Zu den Investoren gehörten Mubadala Investment, T. Rowe Price, Tiger Global Management, Sequoia Capital, DST Global und Andreessen Horowitz.

Testfahrten mini|Autonomes Auto von Google, 2017 Bis Mai 2015 legten die 20 Roboter-Fahrzeuge etwa 16.000 Kilometer pro Woche eigenständig zurück. So konnte Google am 15. Mai 2015 bekannt geben, dass die selbstfahrenden Fahrzeuge ab dem Sommer desselben Jahres die Teststrecke verlassen und bekannte Strecken in Mountain View (Kalifornien) befahren durften.

Im Herbst 2017 setzte Waymo die ersten selbstfahrenden Fahrzeuge ein, die vollständig ohne menschliche Überwachung auskommen. Bis dahin musste zur Sicherheit ein Mensch auf dem Fahrersitz verfügbar sein, um im Notfall das Steuer zu übernehmen. In der Generation der Waymo-Fahrzeuge ab 2017 ist dies nicht mehr notwendig und der Fahrersitz kann unbesetzt bleiben. Allerdings fuhren die Fahrzeuge nur in einem dünn besiedelten Vorort von Phoenix, dessen Komplexität des Verkehrsgeschehens eher geringe Anforderungen an das Auto stellte.Youtube-Kanal von Waymo, 7. November 2017: Waymo's fully self-driving cars are here, abgerufen am 13. November 2017.CNNMoney 7. November 2017: Waymo tests self-driving cars without safety drivers, abgerufen am 13. November 2017. Insgesamt sollen Waymo-Autos 127 Millionen Meilen (gut 204 Millionen Kilometer) autonom gefahren sein.dpa: Waymo sammelt weitere 16 Milliarden Dollar für Robotaxis ein, Spiegel Online, 3. Februar 2026

2018 Klage gegen Uber Waymo warf Uber den Diebstahl von Unternehmensgeheimnissen, Patentverletzungen sowie unlauteren Wettbewerb vor, obwohl Google Ventures große Anteile an Uber besitzt. Durch die Übernahme des jungen Unternehmens Otto soll Uber an Informationen aus Waymo-Projekten gelangt sein, da der Otto-Gründer Anthony Levandowski kurz zuvor bei Waymo angestellt war. Danach erwarb Alphabet Inc. Firmenanteile des Uber-Konkurrenten Lyft für 1 Milliarde US-Dollar. Außergerichtlich stimmte Uber einer Vergleichszahlung von 245 Millionen US-Dollar an Waymo zu.

Kommerzieller Betrieb Im Jahr 2020 beendete Waymo in Phoenix den Testbetrieb erfolgreich und wandelte ihn in einen offenen kommerziellen Betrieb um.

Im August 2023 erhielten Waymo und ihr Konkurrent Cruise die Genehmigung, im Stadtgebiet von San Francisco uneingeschränkt autonome Taxifahrten ohne begleitenden Fahrer anzubieten.Robotaxis: Großer Sieg für Waymo und Cruise in San Francisco, von Martin Holland: heise.de, 11. August 2023 Außerdem wurden im Mai 2023 getrennte Nutzungsgebiete in Phoenix verbunden und erweitert. Damit besaß nach eigener Aussage Waymo mit 466 Quadratkilometern das größte Gebiet, in dem autonome Fahrten angeboten wurden.

Im Folgejahr, im August 2024 verkündete Waymo, mit seinen Fahrzeugen 100.000 Fahrten pro Woche zu absolvieren, nachdem im Mai die Marke von 50.000 erreicht worden war. Im April 2025 waren es 250.000 Fahrten pro Woche, im März 2026 waren es über 500.000.

Waymo erweiterte im März 2025 seine Robotaxi-Dienste auf einen Großteil des Silicon Valley sowie in Austin in Texas. Im Silicon Valley waren Mountain View, Palo Alto, Los Altos und Teile von Sunnyvale die entsprechenden Einsatzgebiete.Alphabet's Waymo to Offer Self-Driving Rides in Silicon Valley Bloomberg In Austin besteht eine Partnerschaft mit Uber, diese ermöglicht es die selbstfahrenden Fahrzeuge über die Uber-App anzufordern. Weiter führte Waymo im Mai 2025 den Service in Los Angeles ein. Im November erhielt Waymo auch die Freigabe, den Freeway zu befahren, so kann der Service sowohl im Silicon Valley als auch in Los Angeles in die angrenzenden Counties erweitert werden.

Für 2026 soll der Service in weiteren amerikanischen Städten eingeführt werden, darunter sind Baltimore, Dallas, Minneapolis, Philadelphia, Pittsburgh und St. Louis. Darüber hinaus möchte Waymo 2026 mit London auch den ersten europäischen Service anbieten. Völlig autonom kann Waymo den Service 2026 noch nicht anbieten. So ist menschliche Unterstützung noch zum Laden oder Reinigen der Fahrzeuge notwendig. Auch wurde Anfang 2026 über ein Problem im normalen Fahrdienst berichtet, bei dem Waymo auf Gigworker der Firma DoorDash zurückgreift. Hier geht es um den Fall, dass ein Fahrgast nach dem Verlassen des Fahrzeugs die Tür nicht schließt. In diesem Fall werden laut Bericht Aufträge zum Schließen der Fahrzeugtür für DoorDash-Lieferanten erstellt.

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