mini|295px|Lage in der Gespanschaft Varaždin mini|295x295px|König-Tomislav-Platz Varaždin [] (deutsch Warasdin; ungarisch Varasd []) ist eine Stadt im Norden Kroatiens am rechten Ufer der Drau. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Gespanschaft und das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordkroatiens, außerdem Sitz der katholischen Diözese Varaždin.
Die Gesamtbevölkerung der Stadt betrug am 31. August 2021 mit allen zehn dazugehörigen Stadtteilen 43.782. Davon lebten 36.187 Personen in der städtischen Siedlung selbst.
Stadtgliederung Laut der letzten Volkszählung von 2021 hatten alle Stadtteile der Stadt Varaždin zusammen 43.789 Einwohner.Volkszählung in Kroatien 2021 Črnec Biškupečki – 612 Donji Kućan – 694 Gojanec – 611 Gornji Kućan – 1013 Hrašćica – 1270 Jalkovec – 1259 Kućan Marof – 1280 Poljana Biškupečka – 421 Varaždin – 36187 Zbelava – 435
Geschichte Vorgeschichte Mehrere archäologische Funde deuten darauf hin, dass das Areal der heutigen Stadt Varaždin bereits in der Kupferzeit besiedelt war. Etwa 3 km südöstlich des Stadtzentrums fand man mehrere archäologische Funde, die auf diese Zeit hindeuten. Außerdem wurden Artefakte aus der der Bronzezeit, der Eisenzeit sowie dem Frühmittelalters entdeckt.Denkmalregisternummer: Z-6212.
Mittelalter Erstmals erwähnt wurde Garestin am 20. August 1181, als der ungarische König Béla III. die Thermalquellen in der Nähe (Varaždinske Toplice) in einem Dokument nannte. Varaždin wurde im Jahre 1209 durch König Andreas II. zum freien königlichen Bezirk erklärt und entwickelte sich so in der Folge zum wirtschaftlichen und militärischen Zentrum Nordkroatiens. Zur Verteidigung gegen die Türken wurde die Stadt defensiv um die alte Festung als Wasserburg angelegt. Sie gelangte Ende des 14. Jahrhunderts in die Hand der Grafen von Celje. Danach hatte die Burg wechselnde Besitzer, darunter Beatrice de Frankopan, kurzzeitig die Gattin des Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde Graf Tamás Erdődy Besitzer und Župan (Präfekt) der Grenzmark. Die Burg blieb bis 1925 Besitz der Familie Erdődy.
Im 13. Jahrhundert kam der Johanniterorden nach Varaždin. Der Orden erbaute die Kirche des hl. Johannes des Täufers und ihr Kloster. In der Mitte des 13. Jahrhunderts übernahmen die Franziskaner das Kloster und die Kirche. Zudem wurden die Kirche des hl. Nikolaus und die Kirche des hl. Veit in der Stadt errichtet.
Neuzeit Nach einem Brand 1582 wurden neue Bauten im Stil des Barock errichtet. Die Jesuiten gründeten im Jahre 1636 ein Gymnasium und Kolleg, das Gebäude wurde im Jahre 1648 durch einen Brand zerstört, doch baute es der Orden wieder auf und vereinte es architektonisch mit der gleichzeitig errichteten Kirche der hl. Muttergottes. Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt Sitz kroatisch-politischer Größen der „Banska Hrvatska“, wie zum Beispiel der Drašković, der Keglević, der Patačić, der Sermaga und anderer. Die Jahre von 1767 bis 1776 gelten als die glanzvollste Epoche der Stadt Varaždin, die 1776 ein Brand jäh beendete. Das kulturelle und politische Zentrum verlagerte sich nach Zagreb. Nach dem Brand von 1776 wurden Gebäude im Baustil des Rokoko und des Klassizismus erbaut. Trotz dieser und nachfolgender Bauveränderungen des 19. und 20. Jahrhunderts prägt auch heute noch der Baustil des Barock das Stadtbild.
Varaždin war von 1756 bis 1776 die Hauptstadt Kroatiens. Zur Zeit der Zugehörigkeit zur ungarischen Krone und zum Königreich Kroatien und Slawonien war es Sitz des Komitats Varaždin.
Kurz vor dem Wiener Oktoberaufstand 1848 hielt sich Ban Joseph Jelačić von Bužim in der Stadt auf und überquerte mit seinen Truppen bereits am 11. September 1848 die Drau in der Nähe von Varaždin um die aufständischen Ungarn niederzuschlagen.Geschichte von Varaždin.
20. Jahrhundert Während des Ersten Weltkrieges wurde die Stadt, durch die damalige Generalmobilmachung, von wehrfähigen Männern regelrecht überflutet. Im Jahr 1915 befanden sich in der Stadt etwa 17.926 Soldaten und 37.385 Pferde, was zu vielen Problemen führte. Die Preise stiegen an und die Lebensmittel wurden knapp.Varaždin während des Ersten Weltkrieges – Autor: Ivan Brezić. Nach Ende des Ersten Weltkrieges gehörte die Region zum neu gebildeten Staat der Slowenen, Kroaten und Serben, der sich Ende 1918 mit dem Königreich Serbien zum Königreich Jugoslawien vereinigte. Am 23. Juli 1919 kam es zum Varaždiner Aufstand gegen das neu gegründete Königreich, der mit Hilfe des 4. und 5. Infanterieregiments von Varaždin niedergeschlagen wurde. Dabei gab es Tote und Verwundete auf beiden Seiten.Varaždiner Aufstand – Autor: David Rožić.
Politik Kommunalwahlen mini|650px|Panorama des Schlosses Bei der Kommunalwahl vom 16. Mai 2021 waren 39.486 Bürgerinnen und Bürger in Varaždin wahlberechtigt und aufgefordert den neuen Gemeinderat sowie den neuen Bürgermeister zu wählen. 17.527 Menschen machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, was einer Wahlbeteiligung von 44,38 % entspricht. Dabei gab es insgesamt 16.961 (96,79 %) gültige und 562 (3,21 %) ungültige Stimmen.Stadt Varaždin, Gemeinderatswahl 2021, Endergebnis, abgerufen am 3. Oktober 2023 Parteien und Wählergemeinschaften %2021 Stimmen2021 Sitze2021KLGBKandidacijska lista grupe birača – Ivan Čehok 22,2 3.767 6SDPSocijaldemokratska partija Hrvatske 19,4 3.296 5KLGB Kandidacijska lista grupe birača – Dubravka Novak 16,5 2.797 4HDZ / HSLS / HSUHrvatska demokratska zajednica / Hrvatska socijalno-liberalna stranka / Hrvatska stranka umirovljenika 14,6 2.473 3 REFORMISTINarodna stranka – reformisti 7,7 1.311 2KLGBKandidacijska lista grupe birača – Davor Patafta 6,5 1.109 1MOSTMost nezavisnih lista 4,7 801 0DPDomovinski pokret 3,2 549 0Gesamt 100 16.961 21Wahlbeteiligung44,4 %
Bürgermeister Bei der Wahl des Bürgermeisters im Mai 2021 waren die Einwohner in der Stadt Varaždin aufgerufen, ein neues Oberhaupt zu wählen. Neven Bosilj wurde für seine erste Amtszeit mit 8.249 Stimmen (50,5 %) bestätigt.Stadt Varaždin, Bürgermeisterwahl 2021, Endergebnis, abgerufen am 5. Oktober 2023
Wappen Blasonierung: „Siebenmal geteilt von Rot und Silber, belegt mit einem wachsenden, über Eck gestellten, vierseitigen, schlanken, silbernen Turm auf ausladendem Sockel, in der rechten Wand unter schwarzem Rundfenster ein schwarzes, schmales, hohes Bogenfenster, in der linken unter schwarzem Rundfenster drei schwarze Fenster (1/2), oben abgeschlossen mit einem vorkragenden silbernen Stockwerk mit rechts und links angesetzten quadratischen Ecktürmchen und Halbrundtürmchen in den Seitenmitten, alle mit schwarzen Fenstern und schwarzen beknauften Zeltdächern, das höhere Zentraldach zusätzlich mit einem schwarzen Kreuz besteckt, begleitet auf der dritten roten Teilungsfläche vorne mit einem gelehnten, goldenen, sechszackigen Stern, hinten mit einem goldenen abnehmenden Mond.“ – Auf anderen Wappendarstellungen sind die Zeltdächer golden beknauft und bekreuzt.
Städtepartnerschaften Varaždin unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Montale, Italien Trnava, Slowakei Ravensburg, Deutschland Bad Radkersburg, Österreich Ptuj, Slowenien Koblenz, Deutschland
Bevölkerung Bei der Volkszählung durch die ungarischen Behörden im Jahr 1910 waren von den 13.398 Einwohnern 11.497 Kroaten, 585 Deutsche, 471 Ungarn, 232 Serben, 15 Slowaken und 598 anderer Nationalitäten.Volkszählung in Kroatien 1910 Seite 36 unter Varasd tjv.
BevölkerungsentwicklungBevölkerungsentwicklung von 1857 bis 2001Volkszählung in Kroatien 2011 1857 1869 1880 1890 1900 1910 1921 1931 1948 1953 1961 1971 1981 1991 2001 2011 2021 9.699 10.014 9.789 10.410 12.130 13.398 14.123 13.467 17.314 19.341 26.460 34.312 39.545 41.846 41.434 38.839 36.187 Zwischen 1880 und 1991 hatte sich die Bevölkerung der Stadt vervierfacht, seither sinkt sie wieder. Bei der Volkszählung von 2011 hatte. Varaždin 46.946 Einwohner. Nach der Volkszählung 1991 waren es noch insgesamt 48.834 Einwohner gewesen.
Sehenswürdigkeiten Varaždin ist heute eines der am meisten besuchten Fremdenverkehrszentren in Nordkroatien und gehört neben der Hauptstadt Zagreb zum wirtschaftlich am besten entwickelten Teil Kroatiens. Die Stadt bietet zahlreiche Kultur- und Geschichtsdenkmäler und ist von einer schönen Naturlandschaft umgeben. Der historische Stadtkern dieser ausgesprochen mitteleuropäisch geprägten Barockstadt ist sehr gut erhalten. Hauptattraktionen sind das Stadtzentrum mit vielen Palais (etwa Drašković-Palais, Patačić-Palais, Herzer-Palais, Erdödy-Palais), sowie zahlreichen Museen, Galerien und Sammlungen. Die alte Festung bzw. das Schloss Varaždin, die 1861 erbaute, 2021 vollständig restaurierte Synagoge und der Friedhof Varaždin sind besondere Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Kirchen und Klöster Die Kirche des Heiligen Nikolaus befindet sich im Zentrum der Stadt. Vom ursprünglichen alten mittelalterlichen Bauwerk ist nur noch der Turm aus dem Jahr 1494 erhalten geblieben, das Gotteshaus wurde Mitte des 18. Jahrhunderts neu errichtet. Das Gebäude besteht aus einem rechteckigen Kirchenschiff und einem schmalen Altarraum mit halbkreisförmigem Abschluss, an dessen Nordseite sich der Turm und eine Sakristei aus dem Jahr 1793 befinden. Im Inneren der Kirche befindet sich ein hochwertiges Inventar aus der Barockzeit. Das Pfarrhaus aus dem Jahr 1761 befindet sich nördlich der Kirche. Dabei handelt es sich um ein einstöckiges Eckhaus.Denkmalregisternummer: Z-2274.
Die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria wurde als Jesuitenklosterkirche in der Zeit zwischen 1642 und 1656 dank des Stifters Graf Drašković erbaut. Um das Gotteshaus herum entstanden das Kloster, eine Kapelle und ein Gymnasium. Die Kirche hat ein hohes, langgestrecktes Schiff mit Seitenkapellen, an dessen rechteckigen Altarraum einer Sakristei und ein Glockenturm angesetzt sind. Die ursprünglich schlichte Hauptfassade der Jesuitenkirche wurde bei der paulinischen Restauration um 1777 durch eine modernere ersetzt.Denkmalregisternummer: Z-888. Das Franziskanerkloster besteht aus einer Kirche, einem Kloster, Wirtschafts- und Nebengebäuden, einer Apotheke und einem Klostergarten. Die Franziskaner ließen sich im Mittelalter in der Stadt nieder und übernahmen im 17. Jahrhundert die ältere Iwan-Kirche und die Überreste eines Klosterhauses. Das neue Kloster wurde in der Zeit zwischen 1626 und 1632 erbaut. Die Klosteranlage ist ein geschlossener dreiflügeliger Bau mit einem Kreuzgang. Der Gebäudekomplex wurde später um einem Glockenturm erweitert. Die Kirche aus dem Jahr 1650 stellt eine harmonische historische und künstlerische Einheit des Barock dar.Denkmalregisternummer: Z-2275. Der Jesuitenkomplex im Stadtzentrum wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Er ist einer der bedeutendsten und wertvollsten architektonischen und städtebaulichen Eingriffe in die Struktur der Altstadt. In seinem Inneren sticht das Klostergebäude, das sich an seiner Hauptfassade nach Norden orientiert, durch seine Monumentalität und Größe hervor. Das Klostergebäude ist ein unterkellertes und zweigeschossiges Gebäude. An den Wänden und Gewölben des Treppenhauses, das das erste und zweite Obergeschoss des Haupttraktes verbindet, sowie am Treppenaufgang im Westflügel ist der Stuck erhalten geblieben.Denkmalregisternummer: Z-3944. Die Kapuzinerkirche und das Kloster mit Garten wurden zwischen den Jahren 1701 und 1705 durch den Kapuzinerorden erbaut. Das Gotteshaus ist ein einfaches und bescheidenes Gebäude mit einem schmalen Altarraum. Dahinter, an der Nordseite des Kirchenschiffs, befinden sich zwei kleinere Seitenkapellen. Das Kloster an der Südseite der Kirche mit seinen drei einstöckigen Flügeln schließt den Kreuzgang ab und beinhaltet ein reiches kulturhistorisches Inventar aus dem 18. und 19. Jahrhundert.Denkmalregisternummer: Z-2269.
Palais und Herrenhäuser