mini|hochkant=0.8|Wappen derer von Vechelde (nach Grote 1852) Herman von Vechelde (* um 1350 vermutlich in Braunschweig; † 28. Juni 1420 ebenda) war ein deutscher Fernhändler und Großer Bürgermeister des Weichbildes Altstadt in Braunschweig.

Leben Vechelde wurde um das Jahr 1350 als Sohn des aus der Ortschaft Vechelde stammenden und seit 1345 in Braunschweig ansässigen Fernhändlers Bernart von Vechelde (1325–1367) und dessen Ehefrau Metteke (Herkunftsbezeichnung von Osterode) geboren.Wolfgang Spielhagen: Stammtafel der Familie v. Vechelde. In: Sippenverband Ziering-Moritz-Alemann. Druckheft 4. Berlin 1940, S. 38–40, (z-m-a.de PDF). Er legte ein großes Vermögen in Häuserzinsen, Grund- und Zehntbesitz an. Dieses gilt als Grundlage für das spätere „Vechldsche Vermögen“. Erstmals erwähnt wurde sein Name 1371. Im Jahr 1380 wurde er in den Rat der Stadt aufgenommen, wo er schnell in höhere Ämter aufstieg. 1382 wurde er Kämmerer der Altstadt, im Folgejahr zum Kleinen Bürgermeister und nach weiteren drei Jahren 1386 zu einem der drei Großen Bürgermeister ernannt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod im Jahr 1420.

Am 23. April 1384 war Herman van Vechelde eines der Gründungsmitglieder der Braunschweiger Waffenbruderschaft der „Lilienvente“. In der Urkunde namentlich erwähnt werdent:

Am 28. Mai 1388 wurde er nach der siegreichen Schlacht von Winsen an der Aller noch auf dem Schlachtfeld zum Ritter geschlagen.Thomas Scharff: Herman von Vechelde. In: Henning Steinführer, Claudia Böhler (Hrsg.): Die Braunschweiger Bürgermeister. Von der Entstehung des Amtes im späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. S. 41.

Während seiner Zeit als Bürgermeister fungierte er als Vermittler zwischen den alten Geschlechtern und den Kaufleuten der Handwerksgilde. In diesen Jahren erfolgten die Überwindung der Schicht von 1374 und die Beilegung des Konflikts mit der Hanse. Die Einführung einer neuen Ratsverfassung im Jahr 1386, die Neuordnung der städtischen Verwaltung, die Überarbeitung des Stadtrechts sowie die Modernisierung der Finanzverwaltung fielen ebenfalls in die Amtszeit von Vecheldes. Dadurch konnten der Einfluss der welfischen Stadtherren auf Braunschweig zurückgedrängt und die Autonomie der Stadt gefestigt werden. Zudem erhielt Braunschweig das päpstliche Privilegium de non evocando und das gerichtliche Offizialat.

Von Vechelde gilt als möglicher Verfasser der Heimlichen Rechenschaft (Hemelik rekenskop). Er war mit Ilse Kerkhof verheiratet, einer seiner Söhne hieß ebenfalls Herman(n). Kaiser Sigismund verlieh den Söhnen von Vecheldes und dessen Vetter am 2. August 1437 einen Wappenbrief. Viele seiner Nachfahren bekleideten hohe städtische Ämter im Braunschweiger Rat und in der Gilde der Gewandschneider. Unter diesen befanden sich bis ins 17. Jahrhundert hinein neun Ratsherren.Werner Spieß: Geschichte der Stadt Braunschweig im Nachmittelalter. Vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende der Stadtfreiheit 1491–1671. 2. Halbband. Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1966, , S. 473–474. Sein Sohn Hermann wurde Küchenkämmerer, sein Enkel Albert war von 1481 bis 1501 und ein weiterer Nachkomme mit Namen Hermann war von 1542 bis 1559 Bürgermeister der Stadt.1. Die Großen Bürgermeister der Braunschweiger Altstadt von 1386 bis 1671 In: Henning Steinführer, Claudia Böhler, Braunschweigische Landschaft e. V. (Hrsg.): Die Braunschweiger Bürgermeister von der Entstehung des Amtes im späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2013, ISBN 978-3-941737-68-6 (d-nb.info PDF).

Literatur Claudia Böhler, Henning Steinführer, Braunschweigische Landschaft: Die Braunschweiger Bürgermeister. Von der Entstehung des Amtes im späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Appelhans Verlag, Braunschweig 2013, ISBN 978-3-941737-68-6. Josef Dolle: Hermann (II.) von Vechelde. In: Werner Spieß: Von Vechelde. Die Geschichte einer Braunschweiger Patrizierfamilie 1332–1864. (= Werkstücke aus Museum, Archiv und Bibliothek der Stadt Braunschweig. 13.) Waisenhaus-Buchdruckerei, Braunschweig 1951, .

Erwähnung in:

Weblinks Harald Meyer: Herzöge, Wasserburg und Lustschloss – eine Reise durch die Vergangenheit. In: Peiner Nachrichten. vom 11. Februar 2009 (peiner-nachrichten.de).

Einzelnachweise

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