Abdülkerim Durmaz (* 13. September 1960 in Karagümrük, Istanbul) ist ein ehemaliger türkischer Fußballspieler und -trainer. Durch seine Tätigkeiten für Fenerbahçe Istanbul und Karagümrük SK wird er mit diesen Vereinen assoziiert. Besonderes vom Letzterem wird er von Fan- und Vereinsseiten als einer der bedeutendsten Spieler der Klubgeschichte aufgefasst. (aufgerufen am 3. Mai 2014) Er wird mit dem Europapokal-der-Landesmeister-Erfolg Fenerbahçes gegen den französischen Meister Girondins Bordeaux und der 0:5-Niederlage der türkischen Nationalmannschaft gegen England in Verbindung gebracht. Neben seiner Fußballkarriere fiel er vor allem wegen seines ausschweifenden Nachtlebens auf und war deswegen eine beliebte Figur der Boulevardpresse.

Spielerkarriere Die ersten Jahre und Karagümrük SK Durmaz kam in Karagümrük, einem Viertel im Istanbuler Stadtteil Fatih, auf die Welt. (aufgerufen am 3. Mai 2014) Hier spielte er wie die meisten Kinder seines Viertels Straßenfußball. Mit 15 Jahren wurde er in die Nachwuchsabteilung des örtlichen Fußballklubs Karagümrük SK aufgenommen. Bei diesem Verein betreute ihn der als Talentschmied bekannte Nachwuchstrainer Osman Odman, der aufgrund seiner vulgären Sprache als Lağım Osman (dt. Kloaken Osman) bezeichnet wurde. (aufgerufen am 3. Mai 2014) Odman ließ Durmaz im Nachwuchs als Mittelstürmer spielen. In dieser Rolle entwickelte sich Durmaz zu einem der besten Stürmer der Jugendliga. So wurde er einige Male Torschützenkönig und seine Mannschaft mehrfacher Pokalsieger.

1978 wurde Durmaz mit 18 Jahren in die Profimannschaft aufgenommen. Sein Profidebüt gab er hierbei in der Drittligapartie gegen Tarsus İdman Yurdu. In der 1. Mannschaft etablierte sich Durmaz schnell als Stammspieler und Leistungsträger. In der Drittligasaison 1979/80 gelang ihm mit Karagümrük die Vizemeisterschaft der 3. Futbol Ligi und damit der Aufstieg in die 2. Futbol Ligi. Obwohl durch eine spontane Entscheidung vom nationalen Fußballverband im Sommer 1980 die 3. Liga aufgelöst und alle Mannschaften in die erweiterte 2. Liga aufgenommen wurden, zählte Karagümrük zu den wenigen Mannschaften, die diesen Aufstieg in die 2. Liga bereits aus eigener Kraft bewältigt hatten.

Nach diesem Aufstieg festigte Durmaz' Team seine Position in der 2. Futbol Ligi und spielte in der Zweitligasaison 1982/83 von Beginn an um die Meisterschaft mit. Durmaz zählte dabei zu den auffälligsten Spielern der Liga, wurde von vielen Tageszeitungen als Spieler der Zweitligahinrunde der Gruppe A gewählt und befand sich in der Torschützenliste dieser Gruppe mit neun Toren auf dem 1. Platz.19. Januar 1983, Milliyet, S. 13: Ikinci Lig A Grubu'nda ilk yarının ardından In der Rückrunde hielt Durmaz seine Form und erzielte teils spektakuläre Tore, wie z. B. das Fallrückziehertor gegen Eyüpspor.3. April 1983, Milliyet, S. 14 Die Saison beendete er mit seiner Mannschaft als Meister der 2. Liga und erreichte damit den Aufstieg in die 1. Lig. Dadurch nahm Karagümrük nach 21 Jahren wieder an der 1. Lig teil.15. Mai 1983, Milliyet, S. 13 Nach eigenen Angaben wurde Durmaz selbst mit 16 Saisontoren Torschützenkönig der Gruppe A der 2. Lig.

Nach dem Aufstieg gelang es Karagümrük nicht, sich in der 1. Liga zu etablieren. Der Klub rutsche relativ früh in die Abstiegszone und konnte sich trotz zweier Trainerwechsel nicht von dieser befreien. So stieg der Klub bereits nach einer Saison wieder ab. Durmaz absolvierte in dieser Saison 27 der möglichen 24 Ligaspiele seiner Mannschaft und avancierte zu einem der gefragtesten Youngsters der Liga in der Sommertransferperiode 1984. Entgegen seiner bisherigen Spielposition wurde er im Laufe dieser Saison immer mehr auf der Position des Liberos eingesetzt.

Fenerbahçe Istanbul Nach dem Abstieg Karagümrüks im Sommer 1984 lieferten sich die beiden Erzrivalen Galatasaray und Fenerbahçe Istanbul ein Wettbieten um Durmaz. Galatasaray einigte sich schnell mit Karagümrük auf eine Ablösesumme und versuchte anschließend Durmaz' Zustimmung zu diesem Wechsel zu gewinnen. Zu diesem Zweck traf sich der damalige Galatasaray-Präsident Ali Uras mit Durmaz persönlich und bot ihm 13 Millionen Türkische Lira Gehalt an. Nach eigenen Angaben teilte Durmaz Uras mit, dass er ein fanatischer Fenerbahçe-Anhänger sei, seit seiner Kindheit nach Möglichkeit jedes Fenerbahçe-Spiel besucht habe und deswegen das Angebot ablehne. Anschließend nahm er das mit acht Millionen Lira deutlich niedriger dotierte Angebot von Fenerbahçe an und wechselte zur neuen Saison zu seinem Wunschverein.

Bei Fenerbahçe wurde er auf Anhieb vom Cheftrainer Todor Veselinović in der Stammmannschaft aufgenommen. Zusammen mit Müjdat Yetkiner, Cem Pamiroğlu, Erdoğan Arıca und İsmail Kartal bildete er in der Saison 1984/85 die Abwehr seiner Mannschaft. Am Saisonende wurde die türkische Meisterschaft gewonnen. Über die gesamte Saison kämpfte die Mannschaft mit Beşiktaş um die Tabellenführung. Am drittletzten Spieltag traf Durmaz' Mannschaft auswärts auf den direkten Meisterschaftsrivalen. Beide Teams gingen punktgleich in diese Begegnung. Am Saisonende beendete Durmaz' Verein punktgleich zu Beşiktaş die Saison aufgrund des besseren Torverhältnisses als Meister. Zudem wurden in dieser Saison der Präsidenten-Pokal und zum dritten Mal in Folge der Marinepokal gewonnen. Mit 41 Pflichtspieleinsätzen wurde Durmaz in dieser Saison einer der Spieler mit den meisten Einsätzen für Fenerbahçe. Er erlebte die erfolgreichste Zeit seiner Karriere und etablierte sich auch in der türkischen Nationalmannschaft als Stammspieler.

Trotz der gewonnenen Meisterschaft ersetzte die Vereinsführung Trainer Veselinović durch den Ungarn Kálmán Mészöly. Unter diesem Trainer traf die Mannschaft im Europapokal der Landesmeister der Saison 1985/86 auf den amtierenden französischen Meister Girondins Bordeaux. Gegen diesen Verein, der damals amtierende Europameister wie Alain Giresse und Patrick Battiston, Jean Tigana in seinen Reihen hatte und zweimal in Folge französischer Meister wurde, wurde Fenerbahçe als krasser Außenseiter gehandelt und dem Klub wenig Chancen auf ein Weiterkommen zugesprochen. Zu diesem Zeitpunkt war das Verhältnis zwischen der Türkei und Frankreich wegen der Anschläge der Asala-Terrororganisation sehr angespannt. Ferner schieden die türkischen Mannschaften ausnahmslos in den europäischen Vereinspokalwettbewerben in der ersten Runde aus. In der ersten Partie, die am 1. September 1985 in Bordeaux gespielt wurde, schaffte Fenerbahçe eine große Überraschung und besiegte Girondins auswärts mit 3:2. Durmaz wurde von der türkischen und französischen Fachpresse als Abwehrchef als einer der Hauptakteure für diesen Erfolg gesehen.19. September 1985, Milliyet, S. 1420. September 1985, Milliyet, S. 12: "Korkunç" Im Rückspiel erspielte sich Durmaz' Mannschaft ein 0:0 und setzte sich damit gegen Girondins durch. Erneut wurde Durmaz als einer der wichtigsten Spieler dieses Erfolges bezeichnet.3. Oktober 1985, Milliyet, S. 15 Dieses Weiterkommen wurde im damaligen türkischen Fußball als großer Erfolg gefeiert und führte auch dazu, dass Durmaz mit diesen Bordeaux-Spielen positiv assoziiert wurde. In der zweiten Runde traf die Mannschaft auf IFK Göteborg. In der ersten auswärts gespielten Partie unterlag Fenerbahçe mit 0:4 deutlich. Dabei wurde besonders der Torhüter Yaşar Duran und die Abwehr um den Abwehrchef Durmaz als Hauptverantwortlicher diese Niederlage bezeichnet.24. Oktober 1985, Milliyet, S. 13 Nachdem der Mannschaftskapitän Onur Kayador in der 67. Minute mit einer roten Karte vom Feld gestellt wurde, sah auch Durmaz in der 70. Minute die Rote Karte. Die UEFA erteilte wegen dieser Partie Durmaz im Nachhinein Spielsperre über drei Partien.16. November 1985, Milliyet, S. 14

In dieser und der kommenden Saison blieb Durmaz' Mannschaft chancenlos in der Meisterschaft. In der damals gültigen Zwei-Punkte-Regelung belegte man Tabellenplätze die eine Punktedifferenz von weit mehr als 14 Punkten zum jeweiligen Meister aufwiesen. In diesen Spielzeiten verpasste der Verein auch die Qualifikation für die europäischen Pokalwettbewerbe. Nachdem in der Saison 1986/87 sich abzeichnete, dass Fenerbahçe über die Ligaplatzierung sich für keinen europäischen Pokalwettbewerb qualifizieren werde, konzentrierte sich die Mannschaft auf den Türkischen Pokalwettbewerb. Hier traf die Mannschaft im Viertelfinale auf den damals starken Verein Samsunspor. Dieser Verein hatte die letzten drei Begegnungen gegen Fenerbahçe überlegen gewonnen und in zwei dieser Spiele Fenerbahçe gar mit 0:4 zwei der herbsten Niederlagen der Vereinsgeschichte zugefügt. Auch im ersten Spiel des Pokalviertelfinales unterlag Durmaz' Team Samsunspor auswärts mit 0:1. Dadurch riskierte der Verein die Qualifikation für die europäischen Pokalwettbewerbe einerseits und erlebte die vierte Niederlage in Folge gegen Samsunspor. Unter diesen angespannten Umständen lieferten sich beide Teams im Rückspiel, welches am 1. April 1987 vor heimischer Kulisse gespielt wurde, ein packendes Spiel. Fenerbahçe vergab mehrere hochkarätige Tormöglichkeiten und verschoss einen Elfmeter. Das Spiel endete mit 0:0, wodurch sich Samsunspor aufgrund des Hinspielsieges für das Halbfinale qualifizierte. Unmittelbar nach Spielabpfiff kam es zwischen Spielern beider Teams zu einem Handgemenge. Der Torhüter von Samsunspor, Fatih Uraz, hatte sich zu unbeschwert und ausgiebig über den Halbfinaleinzug gefreut, dass er den Unmut einiger Fenerbahçe-Spieler auf sich zog. Dieser Umstand sorgte auf dem Spielfeld zu tumultartigen Situationen, an denen dann Durmaz teilnahm. Als Folge erhielt Durmaz mit weiteren Teamkollegen wie Müjdat Yetkiner, Sedat Karaoğlu und Hasan Özdemir vom nationalen Fußballverband eine Spielsperre von acht Monaten.hurriyet.com.tr: Müjdat Yetkiner: „Kocaman gerceği silinemez“ (abgerufen am 8. Dezember 2013) Durmaz selbst sah die Schuld bei den Spielern Samsunspors, die mit Gesten etc. nach Spielabpfiff die Fenerbahçe-Anhänger provoziert hatten.

Nachdem auch in der Saison 1985/86 Fenerbahçe die Meisterschaft deutlich vergab und zweimal in Folge sich für kein europäisches Pokalwettbewerb qualifizieren konnte, wurde zum Sommer 1988 eine Revision im Mannschaftskader beschlossen. Zu diesem Zweck wurde zur neuen Saison wurde mit Todor Veselinović der Meistertrainer aus der Spielzeit 1984/85 verpflichtet. Zudem verpflichtete der Verein mit dem deutschen Torhüter Toni Schumacher einen international Star. Ferner investierte die Vereinsführung weiter in die Mannschaft und verpflichtete mit Şenol Ustaömer, Oğuz Çetin, Aykut Kocaman, Turhan Sofuoğlu, Hasan Vezir, Hakan Tecimer und Orhan Kapucu Stars bzw. wichtige Youngsters der damaligen Zeit. Einige Spieler die in den vergangenen Spielzeiten negativ aufgefallen waren, sollten nach dem vorsaisonalen Vorbereitungscamp aussortiert und zum Verkauf ausgestellt werden. Durmaz der wegen seines ausschweifenden Nachtlebens zu einer beliebten Figur der Boulevardpresse geworden war und seine Leistungen nicht mehr erbrachte, zog den Unmut vieler Leute im Verein auf sich. Dennoch nahm ihn Veselinović, der Durmaz vor vier Jahren sofort als Stammspieler eingesetzt hatte, Durmaz zum Vorbereitungscamp mit und gab ihm eine letzte Chance. Nach Durmaz' eigenen Aussagen war er diesem Camp derart außer Form, dass er sehr reizbar auftrat und in Trainingseinheiten gegenüber seiner Mitspielern sehr hart in die Zweikämpfe ging. So wurde er von Veselinović zur Beherrschung ermahnt. Durmaz reagierte auf diesen Hinweis gereizt und verließ ohne Ankündigung bzw. Abmeldung die Trainingseinheit. Nach eigenen Aussagen bat er den damaligen Vereinspräsidenten Tahsin Kaya um seinen Verkauf.

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