mini|Gebäude auf der Rude mit großem Flensburg-Wappen Die Südstadt () Flensburgs liegt südlich der Innenstadt. Kirche des Stadtteils ist die in den 1950er Jahren entstandene Pauluskirche. Der Name Südstadt ist offensichtlich eine Analogbildung zum Namen des Stadtteils Nordstadt, wo sich ergänzender Weise die St. Petrikirche befindet.Auf älteren Falkstadtplänen wird auch die gesamte Südstadt als Rude bezeichnet.

Stadtbezirke der Südstadt Die Südstadt besteht aus drei Stadtbezirken. Erstens Martinsberg mit dem Munketoftstift und dem Bahnhofsviertel, zum zweiten dem Stadtbezirk Rude und als drittes Peelwatt.

Geschichte

Das Gebiet im Mittelalter

Im Mittelalter lag Rude, der älteste Teil des Stadtteils Südstadt, außerhalb der Stadtmauern und Stadttore Flensburgs. Aus der Stadt gelangte man über das Rote Tor nach Rude. Dort lag ein Wald, von dem die Stadt Holz bezog, weshalb die Stadt an diesem Gebiet interessiert war.Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: Rude 1398 wurde Rude eingemeindet.Gerhard Nowc: Engelsby, Mürwik, Jürgensby - Stadtgeschichte vor der Haustür, in: Flensburger Tageblatt, 5. Februar 2009; abgerufen am: 26. März 2014

Das Gebiet im 19. Jahrhundert

In den 1830er Jahren wurde in dem Gebiet die Backensmühle, eine Ölmühle, die zum Mühlentyp der Holländerwindmühlen gehörte, errichtet.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Backensmühle

Das Gebiet im 20. Jahrhundert Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich an der Kreuzung der Schleswiger Straße und Eckernförder Landstraße schon das Gasthof St. Pauli.Karte vom Gasthof St. Pauli (um 1901), abgerufen am: 3. März 2020 1904 wurde bei der Eckernförder Landstraße ein städtisches Krankenhaus eingerichtet. Von der „Klinik-Süd“, die bis 1991 bestand, blieb bis heute das Cholerahaus erhalten. In den 1910er bis 1920er Jahren entstand das Bahnhofsviertel. Durch den Bau der Bahnschleife, auch nordschleswigschen Schleife genannt, geriet Rude mit Peelwatt zusammen in eine Insellage. Am 1. Dezember 1927 wurde der Bahnhof Flensburg eröffnet.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 408 Mit dem Bahnhof entstand auch der Carlisle-Park. Viele Gebäude des Viertels wurden als Kulturdenkmal im Bereich Südstadt eingetragen. Ebenfalls im 20. Jahrhundert wurde im Bereich des Bahnhofsviertels die Flensburger Feuerwehr angesiedelt. Schräg gegenüber der Feuerwehr wurde 1981 das neue Hauptpostamt der Stadt eröffnet.pop: Ein Fahrstuhl zwischen Bus und Bahn, in: Flensburger Tageblatt, 19. Juni 2014; abgerufen am: 28. Juni 2014

In der Eckernförder Straße befand sich in der Zeit des Zweiten Weltkriegs außerdem das Lager St. Pauli, in dem Sinti und offenbar auch Zwangsarbeiter interniert wurden. Während eines Luftangriffes auf Flensburg in der Nacht vom 1.–2. Oktober 1942 wurde die Backensmühle, die auch „Mühle St. Pauly“ genannt wurde, durch einen abgestürzten, brennenden Bomber zerstört.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Backensmühle sowie: Broder Schwensen und Dieter Nickel: Flensburg im Luftkrieg, 1939–1945, Flensburg 2008, Seite 121 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Lager St. Pauli mit Flüchtlingen belegt.Gerhard Paul und Broder Schwensen (Hrsg.): Mai '45. Kriegsende in Flensburg, 2015, Seite 162 In den 1950er Jahren bemühte sich die Stadt, die Wohnumstände der Flüchtlinge zu verbessern, um die Flüchtlingslager der Stadt schließlich schrittweise auflösen zu können. Irgendwann in dieser Zeit dürfte das Lager geschlossen worden sein.Gerhard Paul und Broder Schwensen (Hrsg.): Mai '45. Kriegsende in Flensburg, 2015, Seite 176 f.Vgl. auch: , Seite 10, April 2014; abgerufen am: 2. Mai 2015 Im Jahr 1955 beschloss der Kirchenvorstand von St. Nikolai, der für das Gebiet der Südstadt zuständig war, den Bau einer eigenen Kirche für den Stadtteil, womit die Paulusgemeinde entstand. Der Grundstein für die Pauluskirche in der Straße Tegelbarg wurde 1959 gelegt.Paulusgemeinde Flensburg-Rude: Stadtkirche “im Dorf”, abgerufen am: 2. Mai 2015 Am 16. Oktober 1960 wurde die Kirche schließlich geweiht.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 411 Der Name St. Pauli wird heute offenbar noch als Flurbegriff im Bereich Schleswiger Straße/Eckernförder Landstraße verwendet, wo früher die erwähnte Gastwirtschaft stand. Die zwei Bushaltestellen tragen in diesem Bereich den Namen St. Pauli.Vgl. Bushaltestelle St. Pauli (Richtung: ZOB), abgerufen am: 2. Mai 2015 Die bei der Kirche nächstgelegene Bushaltestelle trägt den Namen Serpentine, nach der dort befindlichen Serpentine für Fußgänger die zum Flensburger Bahnhof führt. Vgl. Bushaltestelle Bahnhof/Serpentine (Richtung: ZOB), abgerufen am: 2. Mai 2015; Eine Gastwirtschaft an der Ecke Schleswiger Straße/Eckernförder Landstraße hieß wohl ebenfalls einmal St. Pauli.

1960 bis 1962 wurde südlich der Straße Zur Bleiche und der Eckernförder Landstraße ein neues Gewerbegebiet eingerichtet.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 411 1990 wurde die Klinik Süd geschlossen. Im Jahre 1996 wurde der Förde-Park am südlichen Rand der Südstadt eröffnet.pop: Ein Fahrstuhl zwischen Bus und Bahn, in: Flensburger Tageblatt, 19. Juni 2014; abgerufen am: 28. Juni 2014

Die Südstadt heutzutage mini|Im Gewerbegebiet der Südstadt befinden sich zahlreiche große Läden (Foto 2012) In den letzten Jahren wird eine weitgehende Neugestaltung des Bahnhofsviertels diskutiert. Vom Bahnhofsviertel gelangt man mit dem Auto nur über Umwege zum restlichen Teil der Südstadt. Zu Fuß gelangt man über den Gehweg Serpentine direkt vom Bahnhof nach Rude, wobei besagter Gehweg bergaufwärts führt, weshalb zur Erleichterung ein Fahrstuhl diskutiert wird.Flensburger Tageblatt: 1284 bis 2009: Die Stadtchronik, 1. Januar 2009; abgerufen am: 28. Juni 2014 Im Süden der Südstadt befindet sich der Fördepark.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmale in Flensburg-Südstadt

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Flensburg Kategorie:Ort in Südschleswig