Uber (benannt nach dem englischen Germanismus uber für „über“) ist ein US-amerikanisches Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in San Francisco. Es bietet in vielen Städten der Welt Online-Vermittlungsdienste zur Personenbeförderung an. In Deutschland vermittelt Uber laut eigenen Angaben ausschließlich Fahrten an lizenzierte Mietwagenunternehmen. Verfügbar sind die Optionen UberX, Green, Premium, UberXL, UberPet und Taxi. Früher vermittelte Uber über UberPop Fahrten an private Fahrer mit eigenem Auto. Diese Option wurde in Deutschland gerichtlich verboten, da sie gegen das Personenbeförderungsgesetz verstößt. Die Vermittlung erfolgt über eine mobile App oder eine Website. Das Unternehmen erhebt dabei eine Provision von mehr als 25 Prozent des Fahrpreises. Die App zählt zu den Taxi-Apps. Schrittweise kamen weitere Fahrdienstleistungen hinzu, beispielsweise die Essensauslieferung UberEats.
Das Unternehmen steht im Fokus unzähliger Kritik. Es praktizierte weltweit teils illegalen Lobbyismus auf höchster politischer Ebene, missachtete bzw. missachtet weltweit systematisch Gesetze sowie Gerichtsentscheidungen, wendete verschiedene Methoden an, um behördliche Kontrollen zu torpedieren, versucht mit Dumping-Preisen etablierte Taxi-Unternehmen wie auch Konkurrenzplattformen aus dem Markt zu drängen und ließ bzw. lässt (je nach Gesetzeslage) seine über die App angestellten Plattformarbeiter unter prekären bis gesetzeswidrigen Bedingungen arbeiten (so werden z. B. fällige Sozialversicherungsbeiträge nicht bezahlt und Lohndumping betrieben). Es profitiert weiterhin trotz der geänderten Gesetzeslage in der EU davon, dass Uber-Fahrer inzwischen nun bei den für sie operierenden Subunternehmen teilweise ausgebeutet werden, mit z. T. Lohndiebstahl, Bezahlung unter dem Mindestlohn, keiner Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Nicht-Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge.
Unternehmen Firmenleitung, Entwicklung und Beteiligungen
Garrett Camp und Travis Kalanick (später CEO) haben Uber im Jahr 2009 ursprünglich als Limousinenservice in San Francisco gegründet. Im Jahr 2013 war bereits ein Umsatz von 213 Millionen US-Dollar erreicht. Eine geleakte, für potenzielle Investoren gedachte Präsentation mit Daten vom Juni 2015 prognostizierte für das Jahr 2015 Fahrtenbuchungen in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar; laut dem Nachrichtendienst Reuters gehen davon 20 Prozent an Uber, was für die Firma einen Umsatz von etwa zwei Milliarden US-Dollar bedeutet. Hinter dem Unternehmen stecken nach eigenem Bekunden die Investoren Benchmark Capital, Goldman Sachs und GV, First Round Capital, Menlo Ventures und Lowercase Capital. Anfang Juni 2014 erhielt das Unternehmen 1,2 Milliarden US-Dollar Risikokapital von Investoren wie Google und Goldman Sachs. Auch das chinesische Internetunternehmen Baidu wollte sich mit 600 Millionen US-Dollar an Uber beteiligen, während der chinesische Staatsfonds China Investment Corporation (CIC) plant, in den Uber-Konkurrenten Didi Kuaidi zu investieren. Nach einer Ende Juli 2015 abgeschlossenen Finanzierungsrunde erreichte Uber damit eine Bewertung von über 50 Milliarden US-Dollar. Im Juni 2014 waren es noch 17 Milliarden US-Dollar. Im Mai 2016 gab auch der Automobilhersteller Toyota bekannt, sich an Uber zu beteiligen.
Der Börsengang erfolgte am 10. Mai 2019. Ubers größter Konkurrent in Nordamerika, Lyft, kam dem Unternehmen jedoch am 28. März 2019 mit dem Gang an die New Yorker Börse zuvor. Auch PayPal beteiligt sich mit 500 Millionen US-Dollar an Uber.Uber IPO – Günstiger als erwartet, PayPal schlägt zu Der Aktionär vom 26. April 2019. Im Juni 2019 wurde bekannt, dass sich Uber an der Internetwährung Libra beteiligt hat.
2018 betrug der Umsatz 11,3 Mrd. US-Dollar, wobei ein Verlust in Höhe von 1,8 Mrd. US-Dollar erzielt wurde.
Uber meldete am 9. Februar 2024 einen Nettogewinn von 1,9 Mrd. USD für das Jahr 2023, verglichen mit einem Verlust von 9,1 Mrd. USD im Jahr 2022.
Weltweite Präsenz und Ausdehnung des Geschäfts Mitte Juni 2016 war der Dienst in 471 Städten vertreten (September 2014: 200 Städte), davon im deutschsprachigen Raum in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Wien und Zürich. Die Stadt Köln war 2015 im Gespräch, dies wurde 2016 verworfen. In den allermeisten Städten wird nicht die gesamte Palette aus UberPop, UberBlack, UberX, UberTaxi, UberSUV usw. angeboten, beispielsweise gab es in Wien bis August 2014 lediglich UberBlack.
Stellenausschreibungen in 2016 in Berlin, München und Zürich ließen darauf schließen, dass Uber sein Angebot auch in Deutschland auf Essensauslieferungen erweitern möchte. Unter dem Namen Uber Eats bietet das Unternehmen diesen Lieferservice bereits in Australien, Belgien, Frankreich, Japan, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Polen, Spanien, Südafrika, Taiwan, den USA, dem Vereinigten Königreich und vielen weiteren Ländern an,https://www.ubereats.com/location#all-countries, abgerufen am 4. Juni 2023 seit Dezember 2016 auch in Wien, inzwischen auch in einer Vielzahl deutscher Städte.https://www.ubereats.com/de/location (Liste sortiert nach Bundesländern), abgerufen am 4. Juni 2023 Seit 2017 setzt McDonald’s bei seinem Lieferservice McDelivery auf die Dienste von Uber Eats.
Im Januar 2017 verkündete Uber eine Kooperation mit Daimler im Bereich Entwicklung selbstfahrender Pkw. Im April bestätigte der Fahrdienstvermittler einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg L.P. über einen Nettoverlust von rund 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Im gleichen Monat wurde bekannt, dass der Axel-Springer-Verlag eine Beteiligung an Uber erworben hat.
Am 13. Juli 2017 unterzeichneten Yandex und Uber eine Vereinbarung zur Kooperation bei Online-Taxi-Bestellungen in Russland, Aserbaidschan, Armenien, Belarus, Georgien und Kasachstan. Die Unternehmen beschlossen, 325 Millionen Dollar in die gemeinsame Struktur zu investieren. 59,3 % der Plattform wird Yandex besitzen, 36,6 % Uber und 4,1 % die Mitarbeiter.
mini|Der heutige Geschäftsführer Dara Khosrowshahi, 2012 Im Juni 2017 trat Kalanick nach sieben Jahren als CEO zurück. An seine Stelle trat ab 1. September Dara Khosrowshahi. Er war zuvor zwölf Jahre lang Chef von Expedia.
Im November 2017 beschloss das japanische Unternehmen Softbank über ein Konsortium die Beteiligung an Uber.Uber gibt Einstieg von japanischem Konzern bekannt orf.at, 13. November 2017, abgerufen am 13. November 2017.
Im März 2018 ereignete sich ein tödlicher Unfall mit einem Uber-Roboterauto. Uber musste die Tests bis auf weiteres einstellen.Nach Unfall: Arizona verbannt selbstfahrende Uber In: Handelszeitung.ch. 27. März 2018, abgerufen am 27. März 2018.
Im April 2018 hat Uber Jump Bikes, ein Fahrrad- und Elektro-Tretroller-Verleihunternehmen übernommen und ist damit auch nach Europa expandiert.Uber setzt auf E-Bikes statt Autos In: tagesanzeiger.ch. 27. August 2018, abgerufen am 30. August 2018. Im Juni 2019 war Jump in Nordamerika in 22 Städten und in Europa u. a. in Berlin, Paris, und Lissabon verfügbar.
Im Januar 2020 übernahm Uber Careem, ein Unternehmen aus Dubai, für 3,1 Milliarden Dollar und verkaufte sein indisches Uber Eats-Geschäft an Zomato. Im Mai 2020 verkündet Uber eine Beteiligung in Höhe von 170 Millionen US-Dollar am Elektro-Tretroller Anbieter Lime, dessen Angebot in der Uber App angezeigt werden soll. Uber gibt gleichzeitig sein Geschäft mit Mieträdern und Elektro-Tretrollern an Lime ab.Uber steigt bei Lime ein In: Manager Magazin. 7. Mai 2020, abgerufen am 10. Juni 2020. Im Dezember wurde der Lebensmittellieferdienst Postmates für 2,65 Milliarden US-Dollar übernommen.
Das Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit Betreibern, Softwareentwicklern und Automobilherstellern, darunter Waymo, Baidu und Pony.ai kooperiert, um Robotaxi-Dienste anzubieten. Uber fungiert dabei als Partner und Plattform für die Buchung von autonomen Fahrdiensten, nachdem Uber im Rahmen einem tödlichen Unfall die Entwicklung eigener Fahrzeuge aufgeben musste. Die Abteilung für selbstfahrende Autos Uber Advanced Technologies Group wurde 2021 an Aurora verkauft.Uber sells ATG self-driving business to Aurora at $4 billion 2020 hatte das Unternehmen auch seine Sparte für Flugtaxis an Joby Aviation veräußert.
Im Mai 2025 erwarb Uber für rund 700 Millionen US-Dollar in bar eine Mehrheitsbeteiligung von 85 % an Trendyol Go, einem in Istanbul ansässigen Online-Lieferdienst für Mahlzeiten und Lebensmittel. Außerdem übernahm das Unternehmen DanTaxi, da größte Taxiunternehmen Dänemarks.
Im Juli 2025 investierte Uber über 300 Millionen US-Dollar in Lucid Motors und Nuro und kündigte den Kauf von Lucid Gravity-Fahrzeugen an, um einen Robotaxi-Dienst zu entwickeln. Die Taxis sollen auf der Uber-Plattform angeboten werden, während Nuro die Software entwickelt.Uber investiert 300 Millionen Dollar in Lucid für Robotaxi-Projekt
Im Februar 2026 gründete Uber den Geschäftsbereich „Uber Autonomous Solutions“, der die Aktivitäten des Unternehmens in den Bereichen Robotaxis, selbstfahrende Lkw und Lieferroboter für den Gehwegbereich umfasst, einschließlich Software und Support-Dienstleistungen. Im März 2026 vereinbarte Uber, bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar in Rivian zu investieren, als Teil eines Vertrags über den Einsatz von bis zu 50.000 Robotaxis bis 2031. Ebenfalls im März 2026 ging Uber eine Partnerschaft mit Nvidia ein, um die Nvidia-Drive-Software in seinen Robotaxis einzusetzen.Uber, Nvidia plan robotaxi rollout in 28 cities starting next year Reuters Im April 2026 startete Uber in Zusammenarbeit mit Verne (von Rimac Automobili) und Pony.ai den ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst Europas in der kroatischen Hauptstadt Zagreb.
Im Juli 2026 gab Uber bekannt, sich mit dem Essensbestell- und Essensliefervermittler Delivery Hero auf dessen Übernahme geeinigt zu haben. Uber besaß zuvor bereits rund 25 Prozent der Aktien von Delivery Hero direkt und kontrollierte weitere knapp zwölf Prozent über Finanzinstrumente. Zudem hat Großaktionär Prosus, der einen Anteil von knapp 17 Prozent an Delivery Hero hält, zugesagt, diesen an Uber zu veräußern. Das Volumen der Transaktion beläuft sich auf 12,7 Milliarden Euro. Nicht Bestandteil der Vereinbarung sind Tochtergesellschaften in 14 Märkten, in denen beide Unternehmen konkurrieren. Diese Ländergesellschaften (Foodora in Österreich, Tschechien, Norwegen und Schweden, efood in Griechenland, foody in Zypern, Glovo in Polen, Portugal, Rumänien, Moldau und Spanien, PedidosYa in Chile und Ecuador sowie Yemeksepeti in der Türkei) werden an das New Yorker Investmentunternehmen SSW Partners verkauft. In der Übernahmevereinbarung verpflichtet sich Uber dazu, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der dortigen Belegschaft vorzunehmen, sowie sich zu bemühen, bis 2031 zwei Milliarden US-Dollar in Deutschland zu investieren. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/uebernahme-delivery-hero-uber-100.htmlhttps://www.deliveryhero.com/newsroom/delivery-hero-and-uber-to-join-forces-to-deliver-more-for-customers-vendors-and-riders/
Public policy advisory board Das Unternehmen richtete das Public policy advisory board (einen Beirat für das öffentliche Auftreten) ein, das Uber in unterschiedlichen Fragen berät. Dem Gremium gehören zum Beispiel der ehemalige Minister Ray LaHood, die ehemalige EU-Kommissarin Neelie Kroes und seit 2017 der frühere Bild-Chefredakteur Kai Diekmann an. Die Mitglieder treffen sich einmal jährlich in San Francisco. Die Tätigkeit wird mit Unternehmensanteilen kompensiert.mum: Kai Diekmann berät Uber. In: Der Spiegel. 16/2017 vom 15. April 2017, S. 58.
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