Der Schleifbach ist ein mit dem längsten Oberlauf 3,7 km langer Bach im Westen der Gemarkung der Stadt Schwäbisch Hall im Landkreis Schwäbisch Hall im nordöstlichen Baden-Württemberg, der flussabwärts des Stadtteils Gelbingen von links und Südwesten in den mittleren Kocher mündet. Auf dem letzten Kilometer läuft er durch die Schleifbachklinge. Der Wasserfall in der Schleifbachklinge ist als Geotop unter dem Namen Wasserfall zum Schleifertobel N Gottwollshausen und der Nummer 21029 registriert.
Geographie Verlauf Oberläufe bis zum Breiteichsee Der Schleifbach entsteht am Rand der Südostspitze der Waldenburger Berge zur Hohenloher Ebene. Dort entspringen am Abfall der Keuperberge an den lehmigen Hängen in jahreszeitlich recht schwankender Höhe einige Quellbäche, in deren Lehmklingen einige Teiche und Lachen liegen mit im Sommer stark fallendem Wasserspiegel. Die bald aus dem Wald austretenden kleinen Bäche laufen dann durch eher flaches, meist von Wiesen eingenommenes Gelände. Der längste Quellbach Fässlesbrunnen, der nahe dem Haller Waldfriedhof in freier Flur entsteht, läuft dabei lange als kleiner Wiesengraben ohne jede begleitende Galerie, die anderen zwei dauerhaft wasserführenden Oberläufe Wiesensteinbach und dessen Vorfluter Krummensteinbach sind früher gehölzbestanden. Die zwei verbleibenden Quellbäche vereinen sich endgültig im beim Sportgeländestreifen am Westrand des Haller Stadtteil Heimbachsiedlung / Teurershof liegenden Breiteichsee. In dem etwa 1,0 ha großen und bis zu 2,2 m tiefen, durch die zwei zulaufenden Talmulden aus dem Westen und aus dem Südwesten v-förmigen Stausee fischt der örtliche Fischzuchtverein Moderlieschen, Rotaugen, Rotfedern, Regenbogenforellen, Schleien, Schuppen- und Spiegelkarpfen, Hechte, Zander und Edelkrebse. Links auf dem Hügel am Waldrand steht hier die Breite Eiche, die Namensgeberin des auf rund liegenden Sees.
Mittellauf bis zur Schleifbachklinge Der ihm entfließende Schleifbach zieht dann nordöstlich, passiert den Siedlungsplatz Fischhaus am linken Ufer und beginnt sich dann, stärker in die Hochebene links des Kochertales einzugraben. Er unterquert bald unterhalb von einer Brücke die Haller Westumgehung und läuft dann in einer steiler werdenden Mulde mit Streuobst- und Weidewiesen am unteren Hang und Feldern auf den Randhügeln aufs nördliche Gottwollshausen zu. Zwischen dessen erstem Haus auf dem linken Randhügel und dem alten Ortskern rechts mit der kleinen Dorfkirche St. Georg am Talrand unterquert er die in Richtung Gailenkirchen führende Brunnenteichstraße, zeigt erste Muschelkalkbänke im Bett und füllt eine kleine, hölzerne Aufstauung. Dann wendet er sich für nur etwa 200 Meter nach Nordwesten, entlang der nur sehr locker an der linken Seite bebauten Straße Im Schleifbach. Am Ende dieses Abschnitts läuft ihm der Neuhöfenbach verdolt unter der sich hier nach Westen aus der Talmulde wendenden Straße zu. Keine 100 Meter aufwärts in dessen zulaufender Talmulde steht an einem alten Gebäude ein nicht mehr betriebenes Mühlrad. Nach diesem, wie man durch eine Lücke in der Verdolung sehen kann, anscheinend recht kräftigen Zulauf wenden sich Klinge und Bach nach Ostnordosten, das Gewässer läuft unter dem hochaufgeschütteten Damm der Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn hindurch, die hier von rechts aus dem Kochertal aufsteigt.
Schleifbachklinge und Mündung Nach dem Austritt aus dem Damm fließt der Schleifbach auf seinem noch etwa einen Kilometer langen Restlauf etwa 150 Meter lang rechts am Fuß einer aus Muschelkalk-Buckelquadern aufgemauerten, stark bemoosten Stützwand in einer sehr breiten und flachen künstlichen Rinne. An deren Ende stürzt der Bach etwa 9 Meter tief auf den Talgrund seiner inzwischen zur Schleifbachklinge gewordenen Muschelkalk-Schlucht hinab. Am Rinnentrauf hängt hier inzwischen ein großer, mehrere Meter langer Sinterkalk-Tropfen, an dem ein Teil der Wasserführung versprüht. Gegenüber an der rechten Talseite steigt ein Wanderpfad in die Klinge ab, in der etwas oberhalb eine Geländekerbe noch den Lauf vor der Umleitung in die Kunstrinne anzeigt. Im weiteren Klingenlauf fällt der Bach immer wieder in kleineren Stufen über Muschelkalkbänke hinab. Am rechten unteren Hang liegt neben dem Pfad eine kleine Grotte. Die untere Klinge wird deutlich breiter, hier fließt der Bach nahe am linken Hang, während alte Läufe rechts mit Gesteinsschutt aufgefüllt sind und außer bei starkem Wasseranfall keinen Durchfluss mehr hatten. Seit 2025, nach Arbeiten am autofreien Sträßchen im Kochertal („ökologische Ausgleichsmaßnahme“, de facto Verbreiterung), wird der rechte Bacharm nun wieder dauerhaft durchflossen. Etwa 150 Meter vor seiner Mündung verlässt der Bach seine Klinge und tritt auf einem Mündungsfächer in die linke Aue des Kochers aus. Dann mündet er, die beiden Arme etwa 50 m voneinander entfernt, gegenüber dem Neuberg mit der Ruine der Neuburg auf dem Umlaufberg, etwa anderthalb Kilometer flussabwärts von Gelbingen von links und Westsüdwesten auf etwa in eine linke Schlinge des mittleren Kochers.
Einzugsgebiet Der Schleifbach hat ein Einzugsgebiet von 4,9 km² Größe. Es erstreckt sich in nordöstlicher Richtung von der Höhe des Streiflesbergs nahe der Straße von der Schwäbisch Haller Stadtheide zum Michelfelder Weiler Rinnen über knapp 3,5 km bis zur Mündung in den Kocher. Quer dazu misst es an der breitesten Stelle etwa 2,1 km. Die höchste Lage im Einzugsgebiet wird erreicht an seiner Nordwestseite an der Stufenkante der Rothalde zur Rinnener Hochebene mit dem Wartwald auf wenig über , dem südöstlichsten Ausläufer der Waldenburger Berge.
Die Wasserscheide läuft von der Mündung an südwärts den steilen Kochertalhang hoch, durchquert oben Gottwollshausen, um dann in flacherem Anstieg die Hofäcker zu erreichen; jenseits im Osten entwässert hier der kurze Bach durch die Ohrenklinge zum Kocher. Von den Hofäckern an dreht die Wasserscheide nach Westen ab, teilt den Stadtteil Heimbachsiedlung / Teurershof und zieht dann ungefähr parallel zur B 14 bis auf einen Höcker in den Haller Waldfriedhof; auf diesem Abschnitt konkurriert jenseits der Heimbach ebenfalls östlich zum Kocher.
Danach erklimmt die Einzugsgebietsgrenze in nordwestlichem Lauf den Streiflesberg; auf der Gegenseite läuft der Streifleswaldbach südwestlich zur Bibers bei Michelfeld, die viel weiter flussaufwärts ebenfalls in den Kocher entwässert. Vom Streiflesberg steigt die Scheide nordöstlich abwärts auf einen Sattel und dann auf das höhere Plateau des Wartwaldes, dessen Südostkante zur Rothalde sie bis zu seinem Ostsporn folgt; hinter dem hier morphologisch sehr markanten Grenzabschnitt läuft der Arzbach zur Bibers. Danach steigt die Wasserscheide erst in einem weiten Bogen auf die Hochfläche links des Kochertalabschnitts ab und zieht dann östlich weiter bis in den Weiler Sülz; jenseits der Grenze im Norden entwässern der Grundbach und seine kurzen Zuflüsse über den Schmiedbach wiederum östlich zum nahen Kocher. Von Sülz aus steigt die Wasserscheide schnell wieder über den abwärtigen Mündungssporn ab ins Kochertal bis zur Mündung.
Am West- und Nordostrand des Einzugsgebietes gehören weniger als 0,25 km² Waldgebiet zur Gemeinde Michelfeld, der gesamte Rest liegt auf der Gemarkung der Stadt Schwäbisch Hall.
Zuflüsse und Stillgewässer Hierarchische Liste der Zuflüsse und 10px Seen, jeweils von der Quelle zur Mündung eingerückt unter dem Vorfluter. Gewässerlängen, Einzugsgebiete, Seeflächen nach den Online-Kartendiensten des LUBW, Höhenangaben meist nach dem Höhenlinienbild einer Hintergrundkarte dort. Näheres ist vermerkt.
Ursprung des Schleifbachs im Breiteichsee.
10px Breiteichsee, auf über nordwestlich des Haller Stadtteils Heimbachsiedlung / Teurershof, 0,9 ha. Krummensteinbach, linker und südwestlicher Zufluss des Breiteichsees, 1,0 km. Entfließt einem Waldtümpel. Die Talmulde des Bachs zieht sich als anfangs steile Lehmschlucht noch wenige hundert Meter west- und einige Dutzend Meter aufwärts in Richtung der Blockhütte auf dem Streiflesberg-Sattel. 10px Quelltümpel des Krummensteinbachs auf etwa links des Waldweges vom Waldfriedhof zur Breiten Eiche, 0,1 ha. Wenig aufwärts liegt ein weiterer Tümpel ungefähr gleicher Größe in der Talmulde. 10px Teich auf unter rechts des Laufs nach dem Waldaustritt in einer rechtshin verbreiterten Baumgalerie, unter 0,1 ha. (Unbeständiger Wiesenzulauf), von links und Westen gegenüber der verbreiterten Galerie, ca. 0,5 km. Entsteht im Wald auf ca. nahe an dessen Ostrand. 10px Durchläuft eine Lache auf ca. am Waldrand und entwässert eine noch kleinere links. Wiesensteinbach, von rechts und Südosten auf knapp am Ende der verbreiterten Galerie, 0,8 km. Entsteht in einer engen Flurbucht nach Westen. Die Talmulde setzt sich auch hier west- und aufwärts fort, in ihr liegt eine 10px Lache auf ca. links des genannten Waldwegs über dem Ursprung. 10px Durchläuft einen Teich auf unter in der Flurbucht, ca. 0,1 ha. Fässlesbrunnen, rechter und südlicher Zufluss des Breiteichsees, 1,6 km. Entsteht auf unter am Waldrand, nahe dem Haller Waldfriedhof westlich-jenseits der Rinnener Straße. (Zufluss), von links und Westen auf über am Wohnplatz Fischhaus, wenigstens 0,2 km. Die Talmulde des im Unterlauf recht beständigen Bächleins setzt sich mit einem krautigen Streifen in der Mitte westwärts noch wenige hundert Meter weit fort bis zum Waldrand, wo nördlich der Breiten Eiche neben einem Feldweg auf ca. der stark verlandende Rothaldeweiher liegt. (Rinne), auf über nach der Straßenbrücke der Haller Westumgehung (K 2576) von einer Quelle am rechten oberen Hang her, unter 0,1 km.. Unmittelbar unterhalb der oberen, dort schräg zum Hangfall laufenden Rinne hat sich eine Geländescholle nach unten in Bewegung gesetzt. Neuhöfenbach (!), von links und Westen auf unter neben der Straße Im Schleifbach im nördlichen Gottwollshausen kurz vor der Durchleitung durch den Eisenbahndamm, wenigstens 0,7 km. Entsteht auf unter südwestlich des Weilers Neuhofen (!) in der Geländemulde Weingasse vor einer Waldspitze, die ein Rudiment der Haller Landheeg ist. Der Bach kann am teils verdolten Unterlauf recht kräftig Wasser führen und hat hier früher ein oberschlächtiges Mühlrad angetrieben. 10px (Mühl-?)Teich auf unter nach Unterqueren der Gottwollshausener Brunnenteichstraße (Alttrasse der K 2576 nach Gailenkirchen) wenig vor dem Gebäude mit dem Mühlrad, ca. 0,1 ha.
Mündung des Schleifbachs auf von links und Westsüdwesten in den mittleren Kochers an dessen Schleife um den Neuberg mit der Ruine der Neuburg unterhalb Gelbingens. Der Bach ist hier ab dem Zusammenfluss der Quellbäche im Breiteichsee 2,2 km lang, auf dem Hauptstrang mit dem Krummensteinbach 3,1 km, auf dem längsten Strang mit dem Fässlesbrunnen 3,7 km, und hat ein Einzugsgebiet von 4,9 km² hinter sich.
Ortschaften Am Lauf liegen nur der Siedlungsplatz Fischhaus mit zwei Wohnhäusern und Nebengebäuden sowie der nordwestliche Teil des Weilers Gottwollshausen, die beide zum Schwäbisch Haller Stadtteil Gailenkirchen gehören.
Im Einzugsgebiet liegen darüber hinaus weniger als die Hälfte des Stadtteils Heimbachsiedlung / Teurershof am Südostrand, mehr als die Hälfte von Gottwollshausen am Ostrand, der Weiler Neuhofen im Nordwesten und die Hälfte des Weiler Sülz an der Nordspitze, alle ebenfalls Ortsteile von Schwäbisch Hall.
Geologie