Am Ende des Flurs ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag wurde am 4. Mai 2014 im Ersten erstgesendet. Es ist der 67. Fall des Münchner Ermittler-Teams Batic und Leitmayr und die 910. Tatortfolge.

Handlung Lisa Brenner, die zahlreiche Verehrer hatte, ist aus dem zwölften Stock gestürzt. Zunächst steht die Frage nach Mord oder Selbstmord, da sich im Bad des Opfers eine größere Menge an Antidepressiva befinden. Für die Herkunft und Verschreibung dieser Präparate findet sich allerdings keinerlei Bezug zum Opfer. Zudem finden sich Spuren einer zweiten Person, sodass die Ermittlungen weitergehen.

Batic und Leitmayr ermitteln und verhören mit Unterstützung des neuen Assistenten Kalli Hammermann die Männer, die regelmäßig mit Lisa Kontakt hatten. Hier entblättert sich ein breites Spektrum verschiedenster Verdächtiger von klassischen Ehemännern und Familienvätern auf Seitensprung, dem Bankangestellten Kevin Lischke, einem Türsteher mit Vorstrafenregister insbesondere auf dem Gebiet von Körperverletzungen, dem ehemaligen Sportstar Mike Hansen bis zum bekannten Brauereibesitzer und Wiesnwirt Toni Feistl. In der Reihe der Verdächtigen fällt der Pensionär Harry Riedeck auf, der dem Opfer eher als Unterstützer und Versorger statt als Kunde nahestand.

Schon in der Anfangsphase der Ermittlungen stellt sich heraus, dass auch Leitmayr vor über einem Jahr mit der Toten ein Verhältnis hatte. Da er dies seinen Kollegen und Vorgesetzten verheimlicht hatte, wird er sofort vom Fall abgezogen und suspendiert. Er ermittelt trotzdem auf eigene Faust weiter, wobei er auch seine Enttäuschung über das ihm vorher unbekannte Doppelleben seiner ehemaligen Freundin verarbeiten muss. Dazu zählt auch, dass Lisa einmal von ihm schwanger gewesen war und das Kind ohne sein Wissen abgetrieben hatte.

Zwei Tage nach Brenners Tod wird Riedeck im Keller seines Hauses mit vierzig Hammerschlägen ermordet. Fallanalytikerin Christine Lerch versucht eine Verbindung zwischen den beiden Fällen herzustellen, doch zunächst verlaufen alle Spuren ins Leere. Leitmayr informiert seinen Kollegen Batic über seine eigenmächtigen Ermittlungen, was das ohnehin angeschlagene Vertrauensverhältnis der beiden weiter herausfordert.

Später gelangt durch die parallele Arbeit beider Ermittler die unscheinbare Nachbarin und Freundin des Opfers, Margot Höllerer, in den Fokus. Sie ist Apothekerin und hat Brenner mit Antidepressiva versorgt. Dass Höllerer aus ihrem engen Nachbarschaftskontakt heraus sogar eine Liebesbeziehung anfangen wollte, lehnte Lisa Brenner stark ab. Als sie das ihrer Nachbarin bei einer Flasche Champagner vermitteln wollte, stieß Höllerer sie vom Balkon. Auch hat sie später den Mord am Mitwisser Harry Riedeck begangen, als der sie konfrontiert – er hatte Brenner den Kontaktabbruch nahegelegt. In der Endszene sticht Höllerer Leitmayr mit einem Messer nieder. Der Film endet mit der Anfahrt eines Rettungswagens, während Batic dem bewusstlosen Leitmayr erste Hilfe leistet.

Nachwirkung Einen Tag nach der Erstausstrahlung gab der Bayerische Rundfunk auf Grund der Anfragen vieler Zuschauer das „Überleben“ von Leitmayr bekannt, weitere zehn Tage später wurde im Internet eine nachgedrehte Szene Zwei Wochen später als Auflösung der Situation veröffentlicht. Im folgenden Tatort mit den beiden Kommissaren wird die Verletzung nicht erwähnt.Spiegel Online Kultur: ARD-"Tatort" aus München: TV-Kommissar Leitmayr überlebt Messerattacke, abgerufen am 5. Mai 2014.

Hintergrund Die Hauptdarsteller Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl bekommen bei ihrem 67. Fall drei neue Assistenten. Der Schauspieler Ferdinand Hofer als Assistent Kalli Hammermann, Robert Joseph Bartl als Rechtsmediziner Dr. Matthias Steinbrecher und Lisa Wagner als Christine Lerch, Leiterin der Operativen Fallanalyse.

Der Film wurde vom 3. September 2013 bis zum 4. Oktober 2013 in München gedreht. Bereits im März 2014 stellte der Bayerische Rundfunk ein gut dreiminütiges Video auf YouTube zur Besetzung der Rolle des Assistenten Kalli Hammermann ein.

Rezeption Einschaltquoten Die Erstausstrahlung von Am Ende des Flurs am 4. Mai 2014 wurde in Deutschland von 9,33 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 26,4 % für Das Erste. Im ORF 2 sahen zeitgleich 623.000 die Folge in Österreich, was einem Marktanteil von 20 % entspricht.Teletest vom 4. Mai 2014

Kritiken

Musik Das Stück Love Letters wurde in der Version von Ketty Lester aus dem Jahr 1962 verwendet. Der Song Dreaming My Dreams With You von Country-Sänger Waylon Jennings erreichte nach der Erstausstrahlung im Fernsehen die deutschen Single-Charts. Es wurde posthum der einzige Chart-Hit des Sängers in Deutschland.Chartstatistik für Waylon Jennings auf charts.deChartstatistik für "Dreaming My Dreams With You" azf chartsurfer.deChart-Kommentar für 16. Mai 2014 auf germanchartblog

Auszeichnungen Barbara de Koy wurde für ihre Darstellung der mordenden Apothekerin Margot Höllerer 2014 mit der Auszeichnung der Deutschen Akademie für Fernsehen und 2015 mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet – in beiden Fällen als beste Schauspielerin in einer Nebenrolle.

Weblinks

Einzelnachweise

Am Ende des Flurs Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 2014