Der Propstsprengel Stendal-Magdeburg war eine Untergliederung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. In den Propstsprengeln, auch Sprengel oder Propsteien genannt, sind mehrere Kirchenkreise zu einem gemeinsamen Aufsichtsbezirk zusammengefasst, dem ein Propst (Regionalbischof) vorsteht; es gibt aber keine gemeinsame Verwaltung und auch keine Synode wie auf der Ebene der Kirchenkreise.
Lage und Gliederung Der Kirchenkreis umfasste den nördlichen Teil der Landeskirche und zugleich den nördlichen Teil des Landes Sachsen-Anhalt, mit einigen Gebietsanteilen in Brandenburg. Er bestand aus folgenden Kirchenkreisen: Egeln Elbe-Fläming Halberstadt Haldensleben-Wolmirstedt Magdeburg Salzwedel Stendal
Geschichte Die Vorläufige Kirchenleitung der damals noch zur Evangelischen Kirche der altpreußischen Union gehörenden Kirchenprovinz Sachsen beschloss im Januar 1946, die drei Generalsuperintendenturen als Aufsichtsbezirke durch sieben Propsteien (1947 kam eine achte dazu) zu ersetzen.Carsten Nicolaisen, Ruth Pabst: Handbuch der deutschen evangelischen Kirchen 1918 bis 1949. Organe – Ämter – Verbände – Personen. Band 2: Landes- und Provinzialkirchen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, ISBN 978-3-647-55794-6, S. 248. Im Regierungsbezirk Magdeburg waren dies die drei Propsteien Altmark (mit dem Gebiet der heutigen Kirchenkreise Salzwedel und Stendal), Halberstadt-Quedlinburg (mit dem Gebiet der heutigen Kirchenkreise Halberstadt und Egeln) und Magdeburg (mit dem Gebiet der heutigen Kirchenkreise Elbe-Fläming, Haldensleben-Wolmirstedt und Magdeburg). Halberstadt-Quedlinburg und Magdeburg wurden 1997 zur Propstei Halberstadt-Magdeburg vereint.
Nach der Vereinigung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland wurde 2009 eine Neugliederung der Aufsichtsbezirke breschlossen. Als einer von fünf neuen Propstsprengeln wurde der Propstsprengel Stendal-Magdeburg am 1. April 2009 durch Zusammenlegung der Sprengel Magdeburg-Halberstadt und Altmark gebildet.Verordnung über die Bildung der Propstsprengel in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Er hatte seinen Sitz am Stendaler Dom. Zum 1. Januar 2022 wurde der Propstsprengel mit dem Propstsprengel Halle-Wittenberg zum Bischofssprengel Magdeburg vereinigt.
Propst war von 2009 an Christoph Hackbeil. Als er im September 2021 in den Ruhestand verabschiedet wurde, übernahm Johann Schneider, der Propst des Nachbarsprengels Halle-Wittenberg und designierte Regionalbischof des vereinigten Sprengels, kommissarisch seine Aufgaben.Propsteien werden zusammengefasst. Nord-Sprengel in Erprobung. In: Glaube und Heimat, 15. September 2021.
Pröpste der Vorgängerpropsteien Altmark 1946–1954: Helmut Schapper 1954–1965: Karl Schaper 1966–1980: Friedrich Carl Eichenberg 1980–1994: Eberhard Schmidt 1995–2004: Almuth Noetzel 2004–2009: Matthias Sens (kommissarisch)
Halberstadt-Quedlinburg 1946–1952: Franz-Reinhold Hildebrandt 1953–1971: Johannes Richter 1972–1991: Bernhard Brinksmeier 1991–1997: Dorothee Mücksch
Magdeburg 1946–1958: Oskar Zuckschwerdt 1958–1978: Heinz Fleischhack 1978–1986: Christoph Hinz 1986–??: Hannes Urmoneit
Halberstadt-Magdeburg 1997–2009: Matthias Sens
Einzelnachweise
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