mini|Carl Vering
Carl VeringF. G.: Nachruf / Bauunternehmer Carl Vering †. In: Zeitschrift für Architektur und Ingenieurwesen, Jhrg. 1897, Sp. 93–94 (Google-Books). oder Karl VeringAdreßbuch. Stadt und Geschäfts-Handbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden, Abteilung 1, Teil 3: Alphabetisches Verzeichniß der Einwohner und Handelsfirmen. Klindworth’s Verlag, Hannover 1897, S. 993 (Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek über den DFG-Viewer der Deutschen Forschungsgemeinschaft). sowie Carl Hubert Vering (geboren 18. November 1834 in Ahlen; gestorben 9. Februar 1897 in Hannover) war ein deutscher Bauunternehmer, der in den Bereichen Tiefbau und Eisenbahnbau tätig war.
Leben Vering gründete 1855 das Unternehmen C. Vering. Es entwickelte sich nach Eintritt seines jüngsten Bruders Hermann Vering als technischer Leiter ab 1871 zu einem der größten Tiefbauunternehmen im Deutschen Kaiserreich. Die Firma C. Vering spezialisierte sich schwerpunktmäßig im Verkehrswegebau, zunächst bei Großprojekten im Bereich des Eisenbahnwesens und zunehmend auf Hafen- und Kanalbauprojekte. Vering gründete 1885 in Berlin zusammen mit dem Bauingenieur Karl Waechter die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Vering & Waechter, die in der Folgezeit zahlreiche Neben- und Kleinbahnen errichtete. 1896 trat sein Sohn Carl Vering in das väterliche Tiefbauunternehmen C. Vering ein.
Um 1895 bis 1896 ließ sich Vering nach Plänen des Architekten Hermann Schaedtler in Hannover eine – heute nicht mehr erhaltene – Villa unter der Adresse Lange Laube 21 errichten.Reinhard Glaß: Schaedtler, Hermann Georg Friedrich in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) [ohne Datum], abgerufen am 15. Januar 2026. In dem Haus wohnte später seine Witwe Ida, geborene Vomhof, die aber auch weitere Häuser besaß.Rudolf Martin: Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preussen. Berlin 1912, S. 731 (Digitalisat über die Digitale Landesbibliothek Berlin).
mini|Das Mausoleum Vering-Jänecke auf dem Stadtfriedhof Stöcken in Hannover
Carl Vering wurde mit dem Ehrentitel eines (königlich preußischen) Kommerzienrats ausgezeichnet. Zudem wurde er mit der Verleihung des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens 3. Klasse mit Stern geehrt.
Er starb 1897 im Alter von 62 Jahren in Hannover und wurde auf dem Stadtfriedhof Stöcken beigesetzt. Sein dortiges Mausoleum Vering steht unter Denkmalschutz.
Bauwerke C. Vering Zu Lebzeiten von Carl Hubert Vering war sein Tiefbauunternehmen C. Vering unter anderem an folgenden Verkehrsbauprojekten beteiligt: 1868–1874: Bahnstrecke Hamburg–Bremen 1874, 1877: Erdarbeiten an der Berliner Verbindungsbahn 1875–1880: Erdarbeiten zur Aufhöhung des Hauptbahnhofs Hannover und zur Herstellung des Planums für das Ausbesserungswerk Leinhausen 1875: Erdarbeiten an der Bahnstrecke Hamm–Warburg der Königlichen Westfälischen Eisenbahn 1876: Erd- und Böschungsarbeiten an der Bahnstrecke Insterburg (seit 1945 russisch Tschernjachowsk)–Prosken (seit 1945 polnisch Prostki) 1876–1877: Erdarbeiten an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim sowie Blankenheim–Nordhausen und Nordhausen–Wetzlar (Kanonenbahn) 1879: Erd- und Baggerarbeiten zur 2. Travekorrektion in Lübeck 1880: Erd- und Kunstbauten im Auftrag der Niederländisch-Westfälischen Eisenbahngesellschaft in Utrecht 1880: Bau der Bahnstrecke Neustadt (Holstein) – Oldenburg (Holstein) der Kreis-Oldenburger-Eisenbahn-Gesellschaft (KOE) 1880–1882: Bau der Bahnstrecke Lübeck–Lübeck-Travemünde Strand der Lübeck-Büchener Eisenbahn-Gesellschaft (LBE) 1880–1881: Bau der Bahnstrecke Hoya–Eystrup der Hoyaer Eisenbahn-Gesellschaft 1881–1888: Erdarbeiten für den Neubau des Hauptbahnhofs in Frankfurt am Main 1883: Erd-, Bagger- und Pflasterarbeiten am Schleusenkanal im Unterlauf des Mains 1883: Arbeiten für das Hamburger Freihafengebiet in Hamburg-Veddel 1885–1886: Hafen- und Molenbau in Warnemünde 1885–1890: Umbau der Bahnhofsanlagen in Düsseldorf 1885–1888: Bauarbeiten im Bremer Freihafen 1887–1889: Erdarbeiten beim Umbau der Bahnanlagen in Köln 1888–1895: Arbeiten am Nord-Ostsee-Kanal und seinen Schleusen 1889–1892: Hafenbau in Norddeich
Vering & Waechter Zu Lebzeiten von Carl Hubert Vering eröffnete Klein- und Nebenbahnen des Unternehmens Vering & Waechter: 1894: Bahnstrecke Dessau–Wörlitz der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn-Gesellschaft AG (DWE) 1894: Bahnstrecke Bad Krozingen–Staufen–Sulzburg (Münstertalbahn) 1895: Bahnstrecke Haltingen–Kandern (Kandertalbahn) 1896: Bahnstrecke Müllheim–Badenweiler der Localbahn Müllheim-Badenweiler 1896: Kleinbahn Groß Peterwitz–Katscher der Allgemeinen Deutschen Eisenbahn-Betriebs-GmbH (ADEG) 1896: Bahnstrecke Voldagsen–Salzhemmendorf der Kleinbahn Voldagsen-Duingen-Delligsen (VDD)
Literatur F. G.: Nachruf / Bauunternehmer Carl Vering †. In: Zeitschrift für Architektur und Ingenieurwesen, Jhrg. 1897, Sp. 93–94 (Google-Books). Enno Vering: Bahnen, Häfen und Kanäle. Die Arbeitsgebiete von Carl und Hermann Vering, den Pionieren des Verkehrswegebaus im 19. Jahrhundert. Heidelberg 1999. Enno Vering: C. Vering. Die Geschichte des ältesten deutschen Tiefbau-Großunternehmens. Heidelberg 2001. Klaus-Peter Quill: Vering & Waechter. In: Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland (Loseblattsammlung). GeraNova-Verlag, 1994–2011.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bauunternehmer Kategorie:Unternehmer (Deutschland) Kategorie:Unternehmer (Hannover) Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Kommerzienrat Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens Kategorie:Mitte (Hannover) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1834 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann