Eduard Schilke (* 11. Januar 1892 in Danzig; † 17. April 1974) war ein deutscher Politiker (Zentrumspartei, CDU) und Landtagsabgeordneter im Danziger und im Sachsen-Anhaltischen Landtag.

Leben Eduard Schilke besuchte die Gemeindeschule und danach das städtische Gymnasium in Danzig bis zur Obersekunda. Er arbeitete im gehobenen Justizdienst und legte im Februar 1914 die Prüfung zum Justizobersekretär ab. Im Ersten Weltkrieg leistete er Kriegsdienst und arbeitete danach beim Amtsgericht Danzig und Landgericht Danzig als Justizinspektor. Ab Juni 1931 war er Vorsitzender des Landesarbeitsamtes in Danzig.

Politisch gehörte er der Zentrumspartei an und war für diese 1919 bis Oktober 1930 Abgeordneter in der Verfassungsgebenden Versammlung bzw. des Volkstags der freien Stadt Danzig.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde er des Amtes enthoben und konnte seine politische Arbeit nicht fortsetzen. Im September 1945 kam er nach der Flucht aus Danzig in Salzwedel an und trat dort der Ost-CDU bei. Im März 1947 wurde er durch den Kreistag zum Kreisrat gewählt.

Am 15. April 1947 rückte er nach dem Ausscheiden von Erich Fascher in den Landtag nach. Dank eines rechtzeitigen Hinweises entging er der Verhaftung wegen seines Einsatzes für die Ost-CDU. Er floh in den freien Westen. Als das bekannt wurde, beantragte in der Landtagssitzung vom 25. Februar 1950 der Abgeordnete Leopold Becker (CDU) die Aberkennung seines Landtagsmandats.

Gegen den Antrag wagte kein Abgeordneter zu stimmen.Sitzungsprotokolle 1. Wahlperiode, Reprint 1992, ISBN 3-8051-0096-5, S. 522; 52. Sitzung des Landtags Sachsen-Anhalt, Sonnabend, den 26. Februar 1950.

Nach der Flucht in den Westen lebte Schilke mit seiner Frau Helene und seiner jüngsten Tochter Christa in Berlin-Charlottenburg. Die die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im Kreis seiner Großfamilie in Gerlingen im Sauerland.

Eduard Schilke verstarb am 17. April 1974.

Literatur Kurt Schwarze (Hrsg.): Handbuch des Landtages Sachsen-Anhalt. Mitteldeutsche Verlags-Gesellschaft, Halle 1947, S. 178. Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.L., das Ende der Parlamente 1933 und die Abgeordneten der Landtage und Bürgerschaften der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933–1945. Ein biographischer Index. [Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien], 1995, ISBN 3770051890, S. 138, Ziffer 1089.

Einzelnachweise

Kategorie:Landtagsabgeordneter (Danzig) Kategorie:Landtagsabgeordneter (Sachsen-Anhalt 1946–1952) Kategorie:Zentrum-Mitglied Kategorie:CDU-Mitglied (DDR) Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Flüchtling Kategorie:Geboren 1892 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Opfer der Diktatur in der DDR Kategorie:Mann