Marićit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung NaFe[PO4] und ist damit chemisch gesehen ein Natrium-Eisen-Phosphat.

Marićit ist durchsichtig bis durchscheinend und findet sich meist in Form radialstrahliger oder nieriger Mineral-Aggregate. Nur selten bildet er grob ausgebildete Kristalle mit glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen. In reiner Form ist Marićit farblos und durchsichtig. Durch Fremdbeimengungen kann er aber auch eine hellgraue bis hellbraune Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.

Etymologie und Geschichte Erstmals entdeckt wurde Marićit am Big Fish River im Bergbaurevier Dawson im kanadischen Territorium Yukon und beschrieben 1977 durch B. Darko Sturman, Joseph Anthony Mandarino und M. I. Corlett, die das Mineral nach dem kroatischen Mineralogen und früheren Professor für Mineralogie und Petrologie an der Universität Zagreb Luka Marić (1899–1979) benannten.

Typmaterial des Minerals wird im Mineralogisch-Petrographischen Museum der Universität Zagreb in Kroatien, im Royal Ontario Museum in Kanada (Katalog-Nr. M34241) und im National Museum of Natural History in Washington, D.C. in den USA (Katalog-Nr. 145745) aufbewahrt.

Klassifikation In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Marićit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/A.02-070. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate [PO4]3−, ohne fremde Anionen“, wo Marićit zusammen mit Ferrisicklerit, Heterosit, Karenwebberit, Lithiophilit, Natrophilit, Purpurit, Sicklerit, Simferit und Triphylin eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/A.02 bildet.

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Marićit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.AC.20 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Marićit die System- und Mineralnummer 38.01.02.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 38.01.02, in der auch Buchwaldit eingeordnet ist.

Bildung und Fundorte An seiner Typlokalität Big Fish River bei Dawson trat Marićit in Form knolliger Aggregate in sideritischen Eisenerzen auf. Begleitminerale sind unter anderem Apatit, Ludlamit, Nahpoit, Pyrit, Quarz, Satterlyit, Vivianit, Wicksit und Wolfeit. Daneben fand man das Mineral in Kanada noch im ebenfalls nahe Dawson gelegenen Rapid Creek und Crosscut Creek.

In Deutschland konnte das Mineral bisher nur in der „Grube Sauberg“ bei Ehrenfriedersdorf in Sachsen gefunden werden.

Des Weiteren entdeckte man Marićit noch im Sahara-Meteoriten 03505 in Nordafrika, Ataxit-Meteorit HOW 88403 am Mount Howe in der Ostantarktis, im Cape York Meteoriten in Grönland, im Bishunpur LL3.1 Meteoriten im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh.

Ein weiterer Fundort in Polen, genauer bei Michałkowa (Michelsdorf) nahe Walim (Wüstewaltersdorf) in der Woiwodschaft Niederschlesien, gilt bisher als fraglich, da der Fund nicht bestätigt wurde.

Kristallstruktur Marićit kristallisiert orthorhombisch in der mit den Gitterparametern a = 5,04 Å; b = 8,99 Å und c = 6,86 Å sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch Liste der Minerale

Literatur

Weblinks

Mineralienatlas:Marićit (Wiki) Webmineral - Marićite Database-of-Raman-spectroscopy - Marićite American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database - Marićite

Einzelnachweise Fundortliste für Marićit beim Mineralienatlas und bei Mindat

Mindat – Marićite Mindat – Marićite from Michałkowa (Michelsdorf), Sowie Mts, Sudetes Mts, Lower Silesia (Dolnośląskie), Poland

Luka Marić, 1899-1979 bei WorldCat

Kategorie:Anerkanntes Mineral Kategorie:Orthorhombisches Kristallsystem Kategorie:Phosphate, Arsenate und Vanadate Kategorie:Natriummineral Kategorie:Eisenmineral Kategorie:Phosphormineral