mini|Koaxialrotor in Bewegung Der Kamow Ka-32 (, NATO-Codename „Helix-C“, deutsch Spirale) ist ein mittelschwerer ziviler Hubschrauber des sowjetischen, heute russischen Herstellers Kamow.

Entwicklung Als Beginn der Entwicklung des Hubschraubers Ka-32 ist, ebenso wie beim Hubschrauber Kamow Ka-27, das Jahr 1969 anzusehen. Er wurde als rein Zivile Version von diesem abgeleitet und flog erstmals am 8. Oktober 1980 (SSSR-04173) mit dem Testpiloten E. I. Laryushin. Beim erst Flug wird oft das Jahr 1973 ganannt dabei handelt es sich um eine Ka-27 die von der Auslegung her ähnlich war wie die Ka-32.

Ursprünglich war als Hauptzweck des Ka-32 der Einsatz zur Erkundung der Eisverhältnisse unter den extremen nördlichen Bedingungen der Arktis bei Tag und Nacht vorgesehen. Doch später wurde beschlossen, den Hubschrauber für einen vielseitigen Allwetter-Einsatz zu entwickeln: für Such- und Rettungsaktionen, Transportflüge, das Entladen von Schiffen und die Versorgung von Bohrplattformen, Kranarbeiten bei der Montage von Ausrüstung, den Abtransport von wertvollem Holz, den Patrouillendienst und andere Zwecke.

Der Ka-32 besitzt die typischen Merkmale der Kamow-Hubschrauber: Einen kompakten, bulligen Rumpf und den koaxialen, gegenläufigen Doppelrotor. Sehr robust gebaut und mit leistungsfähigen Gasturbinen ausgerüstet, ist er besonders für den Einsatz unter erschwerten Bedingungen geeignet. Zum Einsatz kommt der Ka-32 bei der Versorgung von Außenstationen oder Ölplattformen, bei Transporten von schweren externen Lasten und bei Such- und Rettungseinsätzen.

Aufgrund der speziellen Leistungsmerkmale fand der Ka-32 auch in westlichen Staaten Abnehmer. So setzt die schweizerische Heliswiss zwei Einheiten des Ka-32 A11 BC ein.

Im Jahr 2004 standen in Russland und diversen westlichen Staaten 150 Einheiten im Einsatz. Das Modell wird weiterhin produziert, die neueste Version hat die Modellbezeichnung Ka-32A11WS.

Noch vor 2008 gab es in China keine zivilen Hubschrauber in der 6- bis 10-Tonnen-Klasse. Insbesondere für Forschungsmissionen in der Antarktis und bei der Waldbrandbekämpfung wurde dringend ein zuverlässiger mittelgroßer Hubschrauber benötigt, weshalb China die Ka-32 von Südkorea für Forschungs- und Löscharbeiten mietete. Im Jahr 2013 wurde mit der JSC Kumertau Aircraft Production Enterprise eine Vereinbarung über die Möglichkeit der Montage von Ka-32A11BC-Hubschraubern in China unterzeichnet. Als erste Serie wurden 30 Maschinen angestrebt.

Ein Bordhubschrauber dieses Typs, auch Snow Eagle 102 genannt, vom Eisbrecher Xue Long wurde im Januar 2014 bei einer Bergungsaktion in der Antarktis eingesetzt. Dabei wurden 52 im Packeis eingeschlossene Touristen von der Akademik Shokalskiy zur Aurora Australis geflogen.

Sanktionen Aufgrund von Sanktionen (siehe Sanktionen gegen Russland seit dem Überfall auf die Ukraine) können die Helikopter im Westen kaum mehr eingesetzt werden. Die Heliswiss hat ihren Helikopter abgeschrieben und 2023 zum Verkauf angeboten. In Spanien haben private Firmen ihre Helikopter, die für die Brandbekämpfung vorgesehen sind, zum letzten Mal 2023 eingesetzt. Russische Propaganda behauptet, dass die Sanktionen so zum Bumerang würden, jedoch wird generell gesagt, dass die Kamow Helikopter in Spanien nicht ins Gewicht fallen würden.

Varianten Ka-32 – Allgemeine Bezeichnung. Darunter versteht man meist Hubschrauber der Baureihen Ka-32T oder Ka-32S. Der Begriff stammt historisch aus einer Zeit, als es noch keine anderen Baureihen gab. mini|Kamow Ka-32AKa-32A – Dies ist die nach FAR-29 (1993) zugelassene Transportvariante des Ka-32T. Ausgestattet mit zwei Klimov TV3117V Turbinen die 1635 kW leisten. Erstflug 1990. Die Produktion begann 1996. Ka-32A1 – Eine Modifikation des Hubschraubers Ka-32A für die Feuerwehr der Stadt Moskau. Entwickelt im Jahr 1993. Der Hubschrauber ist für die Evakuierung von Personen und die Bekämpfung von Bränden unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade vorgesehen, unter anderem in Hochhäusern. Im Vergleich zur Basisversion unterscheidet sich der Hubschrauber durch zusätzliche Kommunikationsausrüstung, ein spezielles Feuerlöschsystem, zwei Suchscheinwerfer sowie ein Lautsprechersystem für die Außenbeschallung. Zur Brandbekämpfung ist der Hubschrauber mit tragbaren Feuerlöschern, Aerosolgranaten und einer horizontalen Wasserkanone ausgestattet. Die Brandbekämpfungsausrüstung kann durch eine Wasserabwurfvorrichtung (einen Hängetank mit einem Fassungsvermögen von bis zu 5.000 Litern) ergänzt werden. Zur Evakuierung von Personen aus brennenden Gebäuden kommen verschiedene Transport- und Rettungskabinen zum Einsatz, die an einer Außenaufhängung befestigt werden. Der Fallschirmlose Abwurf von Feuerwehrmannschaften im Schwebeflug des Hubschraubers erfolgt mithilfe von Abseilvorrichtungen. Der Hubschrauber weist eine charakteristische rot-weiße Lackierung auf. Ka-32A2 – Eine Modifikation des Hubschraubers Ka-32A für Strafverfolgungsbehörden. Entwickelt im Jahr 1994 im Auftrag der Hauptverwaltung der Moskauer Polizei. Der Hubschrauber war für den Transport von Einsatzkräften, die Suche nach kriminellen Gruppen und den Abwurf von Personal aus Spezialeinheiten vorgesehen. Der Hubschrauber unterscheidet sich von der Basisversion durch ein modifiziertes Kraftstoffsystem, zusätzliche Kommunikationsausrüstung, den Einbau von Suchscheinwerfern L-2AG sowie zwei Lautsprecher der Außenbeschallungsanlage. Im Kraftstoffsystem des Hubschraubers fehlen die Kraftstofftanks Nr. 5 (an den Seiten des Rumpfes); die vorhandenen Kraftstofftanks sind mit einer Polyurethanschaum-Füllung ausgestattet. Die Außenbeleuchtung wurde um zwei Suchscheinwerfer ergänzt: im vorderen Teil des Rumpfes und an der beweglichen Strebe in der Öffnung der Ladetür auf der linken Seite. Der Fallschirmlose Absprung von Einsatzkräften der Spezialeinheiten im Schwebeflug des Hubschraubers erfolgt durch die Türöffnung der Transportkabine mithilfe von Abseilvorrichtungen. Damit das Personal Waffen einsetzen kann, ist der Hubschrauber mit Schwenkhalterungen für Sturmgewehre oder Maschinengewehre ausgestattet. Der Hubschrauber ist in einer fleckigen Tarnbemalung lackiert. Es wurde ein einziger Hubschrauber gebaut. Später wurde er wieder in einen zivilen Ka-32A umgerüstet. Erstflug dieser Maschine war am 21. März 1995. Ka-32A3 – Als SAR-Hubschrauber konzipierte Variante für Bergungen und Evakuierungen im großen Rahmen. mini|Ein Kamow Ka-32A4 der südkoreanischen Luftwaffe im Jahr 2005Ka-32A4 – Eine Modifikation des Hubschraubers Ka-32S für die Streitkräfte der Republik Korea. Die koreanische Bezeichnung des Hubschraubers lautet HH-32A. Die Maschinen sind Teil der seit 1991 ausstehenden Rückzahlungen für das von Südkorea an die ehemalige Sowjetunion gewährte Darlehen, mit diesen Ka-32-Hubschraubern zu begleichen. Auch dies dürfte als Teil des „Brown Bear“-Projekts angesehen werden. Der Hubschrauber ist zusätzlich mit einem Wetterradar, einem Bordcomputer mit multifunktionalem Display, einem Suchscheinwerfer, VOR/ILS-Systemen für die Nahnavigation und Landung sowie ausländischen Funkgeräten ausgestattet. Der Hubschrauber wurde von der OAO „KumAPP“ in Zusammenarbeit mit israelischen Firmen entwickelt. Mittlerweile wurden die Maschinen außer Dienst gestellt und durch KAH-1 Surion ersetzt. Ka-32A6 – gelegentlich auch Ka-32-10. Ein Projekt für einen Passagierhubschrauber auf Basis des Ka-32A. Das Projekt zeichnete sich durch einen verlängerten Rumpf (Transportkabine) aus, der für die Beförderung von 24 Passagieren ausgelegt war. Hubschrauber nach diesem Entwurf wurden nicht gebaut. Ka-32A7 – auch Ka-327. Diese für paramilitärische Einheiten entwickelte Variante des Ka-27PS kann an Aufhängestationen und im Bug bewaffnet werden. Erstflug 1995. Ka-32AO – Frühere Modellbezeichnung: Ka-32A-O. Häufig findet sich die falsche Bezeichnung Ka-32A0. Eine Modifikation des Hubschraubers Ka-32T zur Erfüllung der Zertifizierungsanforderungen. Der Hubschrauber ist mit zertifizierten Haupttriebwerken vom Typ TV3-117VMA (TV3-117VMA der Serie 02) ausgestattet. Zusätzlich sind ein ATC-Transponder und ein temperaturbeständiges, stoßfestes Aufzeichnungsgerät eingebaut. Unter den Haupt- und Hilfsmotoren ist ein Schutz aus Titanblechen angebracht. Die elektrischen Systeme des Hubschraubers sind in Systeme für die rechte und linke Seite unterteilt. Das Außenlastsystem ist zusätzlich mit einem Notabwurfmechanismus ausgestattet. Die Skalen der Instrumente im Cockpit sind farblich gekennzeichnet. Der Hubschrauber ist von der AR MAK zertifiziert und verfügt über eine Typenzulassung der eingeschränkten Kategorie für den Frachttransport unter der Voraussetzung, dass Flüge bei Sichtflugbedingungen am Tag durchgeführt werden. Aus der Bezeichnung dieser Kategorie leitet sich der Buchstabe „O“ in der Bezeichnung des Hubschraubers ab. Ka-32A11BC – Eine Modifikation des Hubschraubers Ka-32A auf der Grundlage der Ergebnisse der Zertifizierung in Kanada im Jahr 1998. Daher auch die Buchstaben „BC“ in der Modifikationsbezeichnung – für British Columbia. Der Hubschrauber verfügt über ein Zweikammer-Steuersystem (Servolenkung), eine modernisierte Ausrüstung und eine farbige Kennzeichnung der Instrumente gemäß den Anforderungen ausländischer Normen. Der Hubschrauber wird in zwei Hauptausführungen hinsichtlich der Instrumentierung hergestellt: mit analogen Instrumenten im Cockpit und mit einem MFI. Bis 2011 zeichnete sich diese Hubschraubervariante durch erhöhte Leistungsreserven und eine längere Lebensdauer der Hauptkomponenten aus. Der Hubschrauber wird aktiv für den Transport von Fracht an einer Außenaufhängung eingesetzt, unter anderem für den Holzrück, für Bau- und Montagearbeiten sowie zur Brandbekämpfung. Es ist möglich, verschiedene Sonderausstattungen russischer und ausländischer Hersteller zu installieren. Bis 2011 wurde der Hubschrauber ausschließlich für den Export geliefert. Der Hubschrauber dieser Modifikation ist in Australien, Brasilien, Europa, Kanada, China, Südkorea und Japan zugelassen. Ка-32АМ – Bezeichnung des Hubschrauberprojekts Ka-32A mit einer auf 7000 kg erhöhten Tragkraft. mini|Ka-32A11M (2023)Ka-32A11M – Moderne Feuerlösch-Variante mit einem 4000 Liter Wassertank im Inneren des Hubschraubers und verbesserten Triebwerken vom Typ VK-2500PS-02, sowie einem Glasscockpit. Am 26. Dezember 2023 erhielt die Maschine ihre Zulassung von den russischen Behörden. Ka-32A12 – Speziell in der Schweiz nach BAZL-Zulassungskriterien zugelassene zivile Variante des Hubschraubers Ka-32A11BC. Bis 2011 galt der Hubschrauber als eigenständiges Modell, das auf der Basis des Ka-32A11VS entwickelt wurde. Seit 2011 wird der Ka-32A12 als Modifikation (separate Ausführung) des Ka-32A11VS betrachtet und ist in dessen einheitlicher Musterzulassung enthalten. Die Modifikation zeichnet sich durch eine geänderte Instrumentenausstattung aus, die gemeinsam mit dem Betreiber Heliswiss entwickelt wurde. Es wurden drei Hubschrauber hergestellt. Die Hubschrauber tragen die rot-weiße Firmenlackierung der Heliswiss. Seit Mitte 2025 sind diese Maschinen auf behördliche Anordnung stillgelegt und stehen seit dem zum Verkauf.