Günter Kelbg (* 26. März 1922 in Königsberg (Preußen); † 26. Januar 1988 in Rostock) war ein deutscher theoretischer Physiker.
Leben und Wirken Günter Kelbg studierte nach seinem Abitur von 1942 bis 1943 Mathematik, Physik und Chemie an der Universität Königsberg. Ab 1943 leistete er seinen Wehrdienst in der deutschen Wehrmacht und kam 1945 in französische Kriegsgefangenschaft.
Von 1948 bis 1951 studierte er Mathematik und Physik an der Universität Rostock. Anschließend war er wissenschaftlicher Assistent. 1954 wurde er mit einer Arbeit zur Theorie starker Elektrolyte promoviert. Sein wissenschaftlicher Lehrer war Hans Falkenhagen. Nach seiner Habilitation 1959 ebenfalls mit einer Arbeit zur Elektrolyttheorie wurde er Dozent und 1961 Professor für theoretische Physik. Von 1964 bis 1968 war er kommissarischer Institutsdirektor und von 1968 bis 1974 Direktor der Sektion Physik der Universität Rostock. 1987 wurde er emeritiert.
Hauptarbeitsgebiet von Günter Kelbg war die Anwendung von Methoden der Statistischen Mechanik auf Vielteilchensysteme mit Coulomb-Wechselwirkung, speziell auf elektrolytische Lösungen und Quanten-Plasmen. In die Fachliteratur ging der Begriff „Kelbg-Potential“ ein.G. Kelbg: Theorie des Quanten-Plasmas, Annalen der Physik, Band 467 (1963) Nr. 3–4, S. 219–224.
Günter Kelbg wurde 1970 korrespondierendes und 1972 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR. Anlässlich der 450-Jahr-Feier der Universität Rostock wurde er 1969 mit dem Vaterländischen Verdienstorden (VVO) in Bronze ausgezeichnet.Eindrucksvolle Leistungen der Hochschuljugend, In: Neues Deutschland, 13. November 1969, S. 4. 1987 erhielt er den VVO in Silber. Außerdem wurde ihm 1981 der Ehrentitel Verdienter Hochschullehrer der DDR verliehen.
Kelbg wurde 1949 Mitglied der NDPD und war ab April 1977 (XI. Parteitag) Mitglied des Hauptausschusses der NDPD. Zugleich gehörte er dem Sekretariat des NDPD-Kreisvorstandes Rostock an und war Vorsitzender des Kreisausschusses Rostock-Stadt der Nationalen Front.Nachruf in: National-Zeitung vom 28. Januar 1988. Außerdem war er Mitglied des Präsidiums der URANIA.Glückwünsche zum 65. Geburtstag in: National-Zeitung vom 26. März 1987.
Kelbg starb im 66. Lebensjahr und wurde am 3. Februar 1988 auf dem Rostocker Neuen Friedhof bestattet.National-Zeitung vom 4. Februar 1988.
Literatur Reinhard Mahnke, Fedor Mitschke: 100 Jahre Physikalisches Institut 1910-2010 (Beiträge zur Geschichte der Universität Rostock, Heft 28) Universität Rostock, 2010, .
Weblinks
Eintrag von Günter Kelbg im Rostocker Matrikelportal
Günter Kelbg in der Datenbank zbMATH
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Rostock) Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Silber Kategorie:Person (Königsberg, Preußen) Kategorie:NDPD-Funktionär Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Verdienter Hochschullehrer der DDR Kategorie:Absolvent der Universität Rostock Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 1988 Kategorie:Mann Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener von Frankreich