mini|hochkant=0.9|Wappen der Leuth von Hachenburg Leuth von Hachenburg (historisch auch Leudt von Hachenburg) ist der Name eines Reichsadelsgeschlechts, das aus einem sehr begütertenGrathoff, Stefan: Geschichte der Stadt Hachenburg. Materialiensammlung im Internet: (abgerufen am 27. April 2014). alten Ratsgeschlecht zu Hachenburg in der Grafschaft Sayn hervorgegangen war und zu den führenden Beamtenfamilien Hessens gehörte.Claudia Tietz, Johann Winckler (1642–1705): Anfänge eines lutherischen Pietisten, S. 160 (Digitalisat)

Geschichte Das Geschlecht der Leuth nahm im 16. Jahrhundert in der Stadt Hachenburg im Westerwald viele Ehrenämter ein, wie Markt-, Kirchen- und Bürgermeister sowie Schultheiß. Begütert waren sie auch in den angrenzenden Orten Geilenrod und Altstadt. So hatte Jost Leuth 1610 auf Grund eines Urteils der saynischen Räte Güter zu Geilenrod, Altstadt und vor der niederen Stadtpforte zu Hachenburg erhalten, die vorher Sophie Elisabeth geb. Leuth, Ehefrau des kurtrierischen Rats Christian Fischbach zu Koblenz, besessen hatte. Nach einem Prozess vor dem Reichskammergericht hatte die Vorbesitzerin ihre Güter 1612 aber wieder zurückbekommen.Stadtarchiv Hachenburg, Nachrichten zum Rechtswesen in Herrschaft und Stadt Hachenburg, Verhandlungen vor dem Reichskammergericht, HHStAW Abt. 1 Nr. 994 Von Kaiser Ferdinand II. erhielten am 25. Mai 1629 zu Wien Claus (= Nicolaus) Leuth, gräflich saynischer Rat, Schultheiß, Schöffe und Freigutsbesitzer zu Hachenburg, und seine Söhne, Martin Leuth, hessischer Vizekanzler zu Darmstadt, und Adam Leuth, hessischer Rat zu Darmstadt, sowie für deren eheliche Nachkommen, einen Reichs-Adelsbrief.Ernst Heinrich Kneschke, Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien in genauer, vollständiger und allgemein verständlicher Beschreibung; mit geschichtlichen und urkundlichen Nachweisen Band IV, Leipzig 1857, S. 490 Martin Leuth hatte als Vizekanzler dem 1617 in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt eingerichteten Geheimen Rat angehört, der zunächst nur aus dem wichtigsten Zentralbeamten, dem Kanzler, dem Hofmarschall, eben dem Darmstädter Vizekanzler und einem Hofrat bestanden hatte.Vgl. Albrecht Eckhardt, Beamtentum und Pfarrerstand in Hessen abgedruckt in: Günther Franz (Hg.), Beamtentum und Pfarrerstand 1400-1800. Büdinger Vorträge 1967, C. A. Starke Verlag Limburg an der Lahn, 1972 (= Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit, Band 5), S. 81–120, hier S. 95. Der Kanzler war in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt bis 1675 der wichtigste Zentralbeamte und wurde dann, nach einer Vakanz bis 1692, durch die überragende Gestalt des 1678–1702 amtierenden Regierungspräsidenten Weiprecht von Gemmingen in die zweite Position gedrängt.

Kneschke schreibt 1857, dass das Adelsgeschlecht Leuth wohl schon länger erloschen sein müsse. Und Albrecht Eckhardt trug 1967, seinerzeit Archivrat am Hessischen Staatsarchiv Darmstadt, vor: „Auch die Leuth wurden (1629, als L. v. Hachenburg) nobilitiert. Von den Kindern der beiden hessischen Räte [die den Adelsbrief zusammen mit ihrem Vater Nikolaus (Claus), einem saynischen Rat, erhalten hatten] scheinen nur die Töchter erwachsen geworden zu sein.“Manuskript seines 1967 auf der Büdinger Arbeitstagung der Ranke-Gesellschaft gehaltenen Vortrags Beamtentum und Pfarrerstand in Hessen abgedruckt in: Günther Franz (Hg.), Beamtentum und Pfarrerstand 1400-1800. Büdinger Vorträge 1967, C. A. Starke Verlag Limburg an der Lahn, 1972 (= Deutsche Führungsschichten in der Neuzeit, Band 5), S. 81–120, Zitat hier S. 93 Tatsächlich weist Einiges darauf hin, dass es gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs keine männlichen Namensträger mehr gab. So hat sich im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden ein Vorgang erhalten, aus dem hervorgeht, dass der gräflich saynische Rat, Schultheiß, Schöffe und Freigutsbesitzer Claus Leuth zu Hachenburg eine Schuldforderung gegen die Grafschaft Nassau-Diez geltend machte, die die Grafen offenbar schon seit 1539 offen gelassen hatten. Seit 1614 zog sich die Einforderung der Schuld über die beträchtliche Summe von 1200 Gulden über viele Jahrzehnte hin, die schließlich in einer Klage beim Reichshofrat gegen Nassau-Diez gipfelte. Die Sache wurde gegen Mitte des 17. Jahrhunderts allerdings schon von den Töchternachkommen, den Familien Heeser zu Dillenburg, Drach zu Darmstadt und Glock zu Frankfurt, darunter namentlich den Juristen, betrieben.HACHENBURGER BETREFFE IM HESSISCHES HAUPTSTAATSARCHIV WIESBADEN (HHSTAW): HHStAW Abt. 171 Nr. C 114 (f. 16–20, 25ff.): Schuldforderung des Claus Leuth zu Hachenburg und seiner Erben an Nassau-Diez, (1539) 1623–1647; HHStAW Abt. 171 Nr. C 152: Forderung der Erben der Leuth von Hachenburg, die Familien Heeser zu Dillenburg, Drach zu Darmstadt und Glock zu Frankfurt an Nassau-Diez wegen einer Schuldverschreibung über 1200 Gulden und die von Esaias Philipp Glock beim Reichshofrat gegen Nassau-Diez erhobene Klage, (1539) 1614–1712. Enthält: Urkundenabschriften 1539 Sept. 6; 1622 Aug. 10; HHStAW Abt. 171 Nr. C 165: Schuldsachen von Nassau-Diez, (1550) 1609–1657. Enthält u. a.: Schulden an Leuth zu Hachenburg 1622 (Digitalisat) 1626 hatte Martin Leuth, landgräflich hessen-darmstädtischer Rat und Kammermeister, Vizekanzler in Darmstadt († 1636), seiner Vaterstadt Hachenburg die beträchtliche Summe von 300 Gulden vorgestreckt, damit diese von den Kaiserlichen geforderte Kontribution bezahlen konnte. Sein Halbbruder Adam Leuth von Hachenburg vermachte den Armen in Hachenburg sogar 421 Gulden und stiftete 40 Gulden zum Morgengeläut. Günther Heinrichs, Vom Leben im Hachenburger Land. Der Hintergrund zu heute. Bad Marienberg 1976, S. 107.

Stammliste Johann Leuth war um 1520/30 Schultheiß in Altenkirchen in der Grafschaft Sayn.Verein für Computergenealogie e. V., Gedbas: Johann LEUTH Gerhard Leuth der Alte starb vor 1563.Verein für Computergenealogie e. V., Gedbas: Gerhard LEUTH, DER ALTE Matthäus Leuth (* um 1500) war Ratsherr zu Hachenburg und vermählt mit Anna von der Kehr.Verein für Computergenealogie e. V., Gedbas: Matthäus LEUTH Adam Leuth (1522–1583), Schöffe1580: LHAKo Best. 620 Nr. 42: Bürgschaftsleistung vor Schultheiß Johann Birmbach sowie den Schöffen Adam Leuth, Johann Dringenstein und Johann Pletz des Gerichts zu Hachenburg von Henrich Bamp, Bürger von Hachenburg, sowie seiner Söhne Jakob und Hermann für ihren zu Vallendar inhaftierten Sohn bzw. Bruder Heinrich den Jungen (1 Blatt) und 1566/67, 1570/71, 1577/78, 1581/82 und 1582/83 BürgermeisterLHAKo Best. 620 Nr. 575 bzw. LHAKo Best. 620 Nr. 576, Bürgermeisterrechnungen Bürgermeister Adam Leuth, 1570/71 bzw. 1583/84 zu Hachenburg, heiratete 1545 Anna von Grumbach, Tochter des Nicolaus von Grumbach und der Catharina Stumpff.Gedbas: Adam LEUTH In zweiter Ehe verheiratet mit Ursula Leuth († 21. Januar 1583). Ihr Grabmal an der Altstädter Bartholomäuskirche "Anno 1583 uf Sondag, den 21. January ist in Got verschieden die tugendsame Ursula, mein, Adam Leuthe zwete eheliche Hausfrau, der Gott Gt (=gnade)." Ursula Leuth (1550–nach 1582), vermählt mit Anton Brender († vor 1610), dem Rentmeister zu Hachenburg.Gedbas: Ursula LEUTH Nicolaus (Claus) Leuth von Hachenburg war gräflich saynischer Rat, Schultheiß, Schöffe, 1591/92, 1601/02, 1612/13 und 1615/16 Bürgermeister und Freigutsbesitzer zu Hachenburg. Vermählt war er mit Judith von Rehe.Gedbas: Nikolaus LEUTH VON HACHENBURG In einer anderen Ehe war er verheiratet mit Margaretha Eybel, Tochter des Manfried Eybel, Limburger Bürger, und der Margaretha geb. von Elwingen. (Deren Eltern waren: Thielmann Eybel, Limburger Bürgermeister und Schöffe, und Elisabeth; sowie Johann von Elwingen, Limburger Bürger, und Anna von Dalheim.)vgl. Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Bestand Alten-Limpurg Signatur: 138 (Geburtsbrief für Eleonore Fichard, geb. Leuth v. Hachenburg, ausgestellt von Oberschultheiß, Bürgermeister und Rat der Stadt Limburg an der Lahn) Nikolaus Leuth von Hachenburg galt seinerzeit als einflussreicher Jurist. Die Aufteilung seines Erbes zwischen seinen Kindern ist in Akten von 1635 bis 1652 erhaltenDas Hachenburger Stadtgericht, Nachlassangelegenheiten in der Stadt Hachenburg: LHAKo Best. 620 Nr. 186 Anna Elisabeth Leuth von Hachenburg, * Hachenburg 24. Juni 1595, † Darmstadt 9./16. Mai 1678. Sie wurde die 3. Ehefrau (Heirat Oppenheim 25. Oktober 1619) von Johann Conrad Drach (* um 1565/1570 Lohr am Main, † 2. November 1624 Oppenheim), Ratsherr, Bürgermeister, Reichs- und Stadtschultheiß in Oppenheim, Direktor des Ritter-Gerichts in Oppenheim und Kaiserlicher Rat (Kaiserliche Wappenverleihung mit Krone (zugleich mit seinen Brüdern Albrecht und Johann Georg) zu Prag am 27. Juli 1605; wurde von späteren Generationen erfolgreich als Adelsbrief ausgelegt);vgl. Lothar Battefeld, (abgerufen am 27. April 2014) sie heiratete 2. zu Darmstadt am 14. Juni 1630 Esaias von Fabricius, (* 24. September 1579 Dreieichenhain, † 16. September 1660 Darmstadt), 1594 immatrikuliert Pädagogium Marburg, 1597 Studium Jena, Marburg 1598, Leipzig 1599, Wittenberg 1600, Basel 1604, Doktor beider Rechte Basel 1604, 1604–1613 Advokat, seit 1607 Bürger in Friedberg, 1613–1627 Rat und Syndikus der Ritterschaft der Burg Friedberg, seit 1617 auch Syndikus des Deutschen Ordens, 1627 landgräflich hessischer Rat, 1639–1660 Regierungsrat zu Darmstadt, 1640–1648 hessen-darmstädtischer Vizekanzler in Darmstadt (Nachfolger des Johann Faber, bis zur Auflösung der Kanzlei), 1648 auch Rat der Grafschaft Erbach (Reichsadel zu Linz am 19. November 1644). Nikolaus Martin Drach, (* 7. August 1621 in Oppenheim, † 24. Januar 1679 in Darmstadt). Der Jurist war Kaiserlicher Hofpfalzgraf, landgräflich hessischer Rat, Vizekanzler und Gesandter. Vom Landgrafen von Hessen-Darmstadt erhielt er das Dorf Leeheim als Pfand, als Entschädigung für seine Aufwendungen bei den Gesandtschaften. Elisabeth Margarethe Drach, 1624–1687, verheiratet Darmstadt 25. Februar 1645 mit Anton Glock (* 2. November 1611 Frankfurt am Main, † 29. September 1690 Frankfurt am Main), Syndicus in Frankfurt am Main, (Studium Marburg 1630, Jena 1633, Leipzig 1636, Doktor beider Rechte, 1644 Bürger in Frankfurt am Main, Advokat, gräflich Solms-Licher Rat und Amtmann, 1640 Advokat der Reichsstadt Frankfurt am Main, 1654 Syndicus primarius der Reichsstadt Frankfurt am Main) Esaias Philipp Glock zu Frankfurt am Main. (* Frankfurt am Main 19. Januar 1646, † Frankfurt, Main 6. Dezember 1710), Jurist, stud. Tübingen, 1677 Aufnahme in die Patriziergesellschaft Zum Frauenstein, 1690 Nachfolge seines Vaters als Syndicus der Stadt Frankfurt.https://frankfurter-patriziat.de/node/86892 Erhebt wegen einer alten Schuldverschreibung über 1200 Gulden der Grafen von Nassau-Diez gegenüber den Leuth zu Hachenburg, von der schon sein Urgroßvater Nikolaus Leuth von Hachenburg die Forderung auf Einlösung geltend gemacht hatte, schließlich beim Reichshofrat Klage gegen Nassau-Diez.HHStAW Abt. 171 Nr. C 152: Forderung der Erben der Leuth von Hachenburg, die Familien Heeser zu Dillenburg, Drach zu Darmstadt und Glock zu Frankfurt an Nassau-Diez wegen einer Schuldverschreibung über 1200 Gulden und die von Esaias Philipp Glock beim Reichshofrat gegen Nassau-Diez erhobene Klage, (1539) 1614–1712. Enthält: Urkundenabschriften 1539 Sept. 6; 1622 Aug. 10 War in 1. Ehe verheiratet mit Maria Juliana von Glauburg (* 1640,† 1680; Tochter des Achilles Sigismund von Glauburg (* 15. August 1604, † Frankfurt am Main 1667), stud. Wittenberg und Leipzig, 1625–1627 in kaiserlicher Kriegsdiensten unter Johann T’Serclaes von Tilly, 1650 Ratsherr, 1660 Jüngerer Bürgermeister, 1664 Schöffe); in 2. Ehe Eva Maria von Hilten, († Frankfurt am Main 28. April 1697), Tochter von Johann Philipp von Hilten, Witwe des Johann Caspar Witzel aus Frankfurt, 1675 Respondent zu Straßburg.http://thesaurus.cerl.org/record/cnp00458831