mini|265px|10. Juli 1983 mini|265px|10. Juli 1983

Schimmendorf (oberfränkisch: Schimma-doafE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 201. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „schimmadoʳf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Mainleus im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Schimmendorf hat eine Fläche von 4,339 km². Sie ist in 429 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 10114,33 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Straß.

Geografie Das Dorf liegt am nördlichen Rand des oberen Maintals ungefähr fünf Kilometer nordöstlich des Mains. Durch den Ort fließt der Zentbach, der am Ortsrand entspringt und rechts in den Main mündet. Schimmendorf ist von Acker- und Grünland umgeben, an das sich außer im Süden bewaldete Anhöhen anschließen. Die Kreisstraßen KU 12/LIF 15 führt nach Danndorf (1,7 km südöstlich) bzw. am Lopphof vorbei nach Gärtenroth (2 km südwestlich). Die Kreisstraße KU 33 führt nach Kirchleus zur Bundesstraße 85 (2,6 km nordöstlich). Ein Anliegerweg führt nach Straß (0,8 km nordwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1390 als „Schimendorf“ im Urbar des Klosters Langheim erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Scimo, dessen Träger vermutlich der Gründer des Ortes war. Im 16. Jahrhundert lag der Ort an der Grenze zwischen dem Hochstift Bamberg und dem Markgraftum Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth, die durch den Zentbach markiert wurde.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 145f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schimmendorf 42 Anwesen. Das Hochgericht östlich des Zentbachs übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus und westlich des Centbachs das bambergische Centamt Weismain. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft war strittig zwischen dem bambergischen Langheimer Amtshof und dem Rittergut Hain. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (8 Anwesen; Kastenamt Kulmbach: 4 Güter, 2 Halbgüter, 1 Söldengut, 1 Tropfgütlein), das Hochstift Bamberg (9 Anwesen; Dompropsteiamt Maineck: 1 Gütlein; Langheimer Amtshof: 6 Güter, 1 Tropfgütlein, 1 Haus), das Rittergut Danndorf (1 Sölde), das Rittergut Hain (22 Anwesen: 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 1 Hof, 8 Güter, 2 Halbgüter, 2 Sölden, 2 Tropfgüter, 5 Tropfhäuser), das Rittergut Thurnau (1 Gut, 1 Tropfgütlein) und das Seniorat von Künßberg (1 Gut).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 635f. Dort sind fälschlicherweise 43 Anwesen angegeben.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort mit Ausnahme des bambergischen Anwesens dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Schimmendorf dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Kirchleus und der 1812 gebildeten Ruralgemeinde Kirchleus zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde mit Mühlberg und Straß die Ruralgemeinde Schimmendorf gebildet. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). Ab 1862 gehörte Schimmendorf zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 772. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 4,309 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Schimmendorf zum 1. Januar 1978 in die Gemeinde Mainleus eingegliedert.

Baudenkmäler Haus Nr. 15: Kleinhaus Haus Nr. 28: Wohnstallhaus Haus Nr. 31: Wohnstallhaus Haus Nr. 52: Wohnstallhaus Etwa einen Kilometer nördlich befindet sich der Samelstein, ein monolithischer Sandstein mit dem Relief einer menschlichen Figur. Er wurde erstmals im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt.Bericht über den Samelstein bei Sühnekreuz.de

Einwohnerentwicklung Gemeinde Schimmendorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 183 241 236 233 248 285 272 269 256 253 251 242 230 224 204 202 200 183 171 230 234 222 182 181HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 35 41 43 42 37 36 34 37 Quelle

Ort Schimmendorf Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2012 Einwohner 203 183 238 263 242 227 195 226 179 179 147 153Häuser 35 41 36 35 33 36 35 Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 726.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Maria Magdalena (Kirchleus) gepfarrt,R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 635. ab dem 19. Jahrhundert war die Pfarrei St. Maria, St. Petrus und Paulus (Gärtenroth) zuständig, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist er teilweise wieder nach Kirchleus gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Geographie (Mainleus) Kategorie:Ersterwähnung 1390 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach