Wetrowo (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman.

Geographische Lage Wetrowo liegt am Flüsschen Tilse (russisch: Tylscha), fünf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Neman (Ragnit) an der Kommunalstraße 27K-095, die von Dubki (Paskallwen/Schalau) an der Regionalstraße 27A-033 (ex A198) nach Kanasch (Jurgaitschen/Königskirch) führt. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Geschichte Woydehnen (Wodehnen) Das einst WoydehnenD. Lange, geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Wodehnen genannte Dorf wurde am 15. April 1874 Amtsdorf und damit namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Woydehnen/Wodehnen im Kreis Ragnit, ab 1922 Landkreis Tilsit-Ragnit, im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 waren in Woydehnen 296 Einwohner registriert. Ihre Zahl verringerte sich bis 1933 auf 251 und belief sich 1939 noch auf 232. Das Dorf wurde am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – 1938 im Zuge der Umbenennung von Orten in Ostpreußen im Jahr 1938 in „Wodehnen“ umbenannt und kam in Kriegsfolge 1945 zur Sowjetunion.

Amtsbezirk Woydehnen/Wodehnen (1874–1945) Zwischen 1874 und 1945 bildete Woydehnen einen Amtsbezirk, der bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit in Ostpreußen gehörte. Anfangs waren ihm fünf, am Ende noch vier Orte zugeordnet: Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Bemerkungen Kurschen Rakitino 1928 nach Jonienen (Amtsbezirk Kindschen) eingegliedert Petratschen, Ksp. Ragnit Petersfelde (Ostpr.) Pröwoiszen1936–38: Pröwoischen Pröschen Schuppinnen, Ksp. Ragnit Schuppenau Scharowo, jetzt: Wetrowo Woydehnen Wodehnen Wetrowo

Schuppinnen (Schuppenau) / Scharowo Das einstige SchuppinnenD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Schuppenau bestand vor 1945 aus mehreren großen kleinen Höfen. 1874 wurde das Dorf in den Amtsbezirk Woydehnen (ab 1939 „Amtsbezirk Wodehnen“) eingegliedert, zu dem es bis 1945 innerhalb des Kreises Ragnit (ab 1922: „Landkreis Tilsit-Ragnit“) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. In Schuppinnen lebten im Jahre 1910 141 Menschen, 1933 waren es 147 und 1939 131. Am 3. Juni 1938 erhielt der Ort den veränderten Namen „Schuppenau“ und wurde 1945 der Sowjetunion zugeordnet.

Im Jahr 1950 wurde der Ort in Scharowo umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Petrowski im Rajon Sowetsk eingeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)

Persönlichkeiten des Ortes Elisabeth Brönner (* 19. Februar 1880 in Schuppinnen; † 1950), deutsche Politikerin der DDP

Wetrowo Nach der Eingliederung in die Sowjetunion wurde Woydehnen/Wodehnen im Jahr 1947 in „Wetrowo“ umbenannt und gleichzeitig in den Dorfsowjet Petrowski selski Sowet im Rajon Sowetsk eingeordnet,Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) dem späteren Rakitinski selski Sowet im Rajon Neman. Vor 1975 würde der Ort Scharowo an Wetrowo angeschlossen.Gemäß der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf http://www.soldat.ru/ (rar-Datei). Etwa im Jahr 1997 gelangte Wetrowo in den Dorfbezirk Mitschurinski selski okrug. Von 2008 bis 2016 gehörte der Ort zur städtischen Gemeinde Nemanskoje gorodskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Neman.

Kirche Woydehnen resp. Wodehnen bzw. Schuppinnen resp. Schuppenau waren mit ihrer fast ausnahmslos evangelischen Bevölkerung bis 1945 in das Kirchspiel der Kirche Ragnit eingepfarrt. Sie gehörte zur Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Wetrowo im weitflächigen Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks Wetrowo bei bankgorodov.ru Wetrowo bei prussia39.ru

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Neman Kategorie:Ort im Munizipalkreis Neman