Hervest ist ein Stadtteil von Dorsten im Kreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen. Bis 1943 war Hervest eine eigenständige Gemeinde.

Lage Hervest liegt nordöstlich der Dorstener Kernstadt am Nordufer der Lippe.

Geschichte Hervest bildete schon seit dem Mittelalter ein eigenes Kirchspiel, zu dem neben dem Kirchdorf Hervest auch die Bauerschaften Orthöve und Wenge gehörten. Die Gemeinde Hervest gehörte seit 1844 zum Amt Lembeck und seit 1929 zum Amt Hervest-Dorsten im Kreis Recklinghausen.Amtsblatt der Regierung Münster 1844: Bildung des Amtes Lembeck

Nachdem der Kommandierende General des VII. Armee-Korps, Oskar von Watter, vorher das Einverständnis Gustav Noskes eingeholt hatte, ließ er am 11. Februar 1919 den Generalsoldatenrat durch das Freikorps Lichtschlag auflösen und dessen dort anwesende Mitglieder verhaften. Am 16. Februar wurde es zu einer Befriedigungsaktion gegen Hervest befohlen. Die hier beginnende Blutspur brachte der Formation den Namen „Freikorps Totschlag“ ein.Wolfgang Niess: Die Revolution von 1918/19, Europa-Verlag 2017, ISBN 978-3-95890-074-5, S. 353–354.

Am 1. April 1943 wurde Hervest in die Stadt Dorsten eingemeindet.

Bergbau mini|hochkant|Altes Fördergerüst

Hervest wurde im 20. Jahrhundert durch das Bergwerk Fürst Leopold geprägt, in dem von 1913 bis 2001 Steinkohle gefördert wurde. Die ehemalige Hafenbahn wurde zu einem Gehweg umgebaut, der nun vom ehemaligen Zechengelände bis zur Lippe verläuft und an die Bergbauzeit erinnert.

Durch Bergsenkung entstand im Nordosten Hervests ein Feuchtgebiet, welches heute ein Naturschutzgebiet ist. Hier gibt es zwei Storchennester sowie eine Rinderzucht.

Verkehr mini|Bahnhof Hervest-Dorsten, Empfangsgebäude

Am nordwestlichen Rand des Stadtteiles liegt der Bahnhof Hervest-Dorsten.

Die VRR-Buslinien 208, 274 und NE8 erschließen den Ortsteil. Die Buslinien 276 und 295 bedienen das im Nordwesten gelegene Marienviertel, die Schnellbuslinie SB26 das Gewerbegebiet Wenge West. Die Linien 207 und 227 beginnen und enden im östlich gelegenen Dorf Hervest.

Linie Verlauf Takt Betreiber

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1833 521 1858 569Statistische Nachrichten über den Regierungs-Bezirk Münster, 1860 1871 554Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Westfalen 1871 1885 742 1895 841Volkszählung 1895 1910 2.032 1925 7.338 1939 8.455 2015 12.841

Sehenswürdigkeiten St. Marien, St. Josef und St. Paulus, katholische Pfarrkirchen; Kreuzkirche, evangelische Kirche Brunnenplatz in der Zechensiedlung Zechengelände Fürst Leopold Hervester Bruch

Weblinks

Soziale Stadt Hervest-Dorsten (Stadtteilbüro) Heimatverein Dorf-Hervest e. V. Stadt Dorsten, Stadtteile

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Dorsten Kategorie:Ort im Kreis Recklinghausen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Recklinghausen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1943