mini|Marcus Grönholm bei derRallye Monte Carlo 2004 mini|Marcus Grönholm bei derRallye Australien 2006 mini|Rallycross: Die 560 PS starken Ford Fiesta ST ERX2008 von Marcus Grönholm und Andréas Eriksson Marcus Grönholm (* 5. Februar 1968 in Grankulla) ist ein finnischer Rallyefahrer und gehört in seinem Heimatland zur Minderheit der Finnlandschweden. Er ist zweimaliger Rallye-Weltmeister und mit 30 Rallye-WM-Lauf-Siegen der dritterfolgreichste Fahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft. Er wird in der Autosport-Szene mit dem Spitznamen „Magic Marcus“ gerufen. In Finnland und Schweden ist „Bosse“ sein Spitzname. Er lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen drei Kindern in Ingå, rund 50 Kilometer südwestlich von Helsinki. Sein Sohn Niclas Grönholm ist ein erfolgreicher Rallycross-Pilot.

Anfänge Ab 1981 fuhr Grönholm zunächst fünf Jahre lang Motocross, bis ihn eine Knieverletzung am Weitermachen hinderte. Beeinflusst durch seinen Vater Ulf „Uffe“ Grönholm, einem finnischen Rallyefahrer der 1970er, der 1981 bei einem Unfall während des Trainings zur finnischen Hankiralli (dt. Schneerallye) in Kirkkonummi ums Leben kam, begann Marcus selbst mit dem Motorsport.

1987–2007: Rallyesport 1987 fuhr Grönholm seine erste Rallye. Ab 1989 nahm er an den Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft teil und gewann insgesamt 30 WM-Rallyes, damit belegt er in dieser Statistik Platz drei, zudem ist er der erfolgreichste nicht französische Rallyefahrer. In den Jahren 2000 und 2002 wurde er mit Peugeot Rallye-Weltmeister.

Im Oktober 2005 unterschrieb er einen Vertrag beim Ford-Werksteam. Für dieses Team ging er 2006 und 2007 an den Start. Bei der Rallye Monte Carlo 2006 konnte er den einzigen Sieg auf Asphalt feiern.rallye-magazin.de: , 22. Januar 2006 Damit war er in den Kreis derjenigen Piloten aufgestiegen, die auf allen Straßenbelägen Rallyes gewinnen konnten.

Marcus Grönholm gab am 14. September 2007 bekannt, dass er seine aktive Laufbahn als Rallyesportler nach dem WM-Saisonfinale im Dezember 2007 in Wales beenden werde. Grönholms langjähriger Copilot, sein Schwager Timo Rautiainen, kündigte gleichzeitig seinen Rücktritt an.

Ab 2008: Rallycross Am 16. April 2008 gab Grönholm im Rahmen einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt, dass er im Team des schwedischen Ex-Rallyefahrer-Kollegen Andréas Eriksson an mindestens fünf der insgesamt elf Läufen zur FIA Rallycross-Europameisterschaft teilnehmen und in diesem Rahmen einen 560 PS starken allradgetriebenen Ford Fiesta Mk6 fahren werde. Letztendlich bestritt Grönholm aber nur drei der fünf geplanten Wertungsläufe. Er konnte sein Rallycross-Debüt im schwedischen Höljes (Finnskogen) mit einem überraschenden Gesamtsieg abschließen. Nach 2008 fuhr der Finne weitere Rallycross-Rennen, unter anderem in den USA bei der sogenannten Global RallyCross Championship 2011. Darüber hinaus nahm er mit einem Ford Fiesta Mk7 an den X-Games 17 in Los Angeles teil, wo er hinter dem Briten Liam Doran die Silbermedaille der Rallye-Kategorie und hinter den beiden Amerikanern Brian Deegan und Tanner Foust die Bronzemedaille der RallyCross-Klasse gewann. Bei den X-Games des Jahres 2012 verunfallte der Finne schwer und musste von den Rettungskräften aus seinem Ford Fiesta Mk7 geschnitten werden. Darauf folgten viele Monate seiner Genesung.

2009–2010: Rallyesport und Pikes Peak 2009 nahm Grönholm mit einem Subaru Impreza WRC von Prodrive an der Rallye Portugal und 2010 an der Rallye Schweden für das Stobart VK M-Sport Ford Rally Team teil.

Grönholm nahm mit einem über 800 PS starken Ford Fiesta Mk7 am legendären Pikes Peak International Hill Climb teil. Sein Teamkollege, der Schwede Andréas Eriksson, steuerte einen zweiten Mk7-Fiesta. Beide Piloten nahmen sich vor, am Pikes Peak einen neuen Streckenrekord zu markieren und dabei erstmals die 10-Minuten-Grenze zu unterbieten. Grönholm scheiterte an einem technischen Problem (Turboschaden 5 Kilometer vor dem Ziel, trotzdem Platz fünf mit 11:28'963 Min.) und Eriksson wegen eines Fahrfehlers, der zu einem Überschlag führte.

WRC-Siege mini|Marcus Grönholm bei der Rallye Australien 2006 Nr. Rallye Saison Beifahrer Auto 1 Rallye Schweden 2000Timo RautiainenPeugeot 206 WRC 2 Rallye Neuseeland 2000 3 Rallye Finnland 2000 4 Rallye Australien 2000 5 Rallye Finnland 2001 6 Rallye Australien 2001 7 Rallye Großbritannien 2001 8 Rallye Schweden 2002 9 Rallye Zypern 2002 10 Rallye Finnland 2002 11 Rallye Neuseeland 2002 12 Rallye Australien 2002 13 Rallye Schweden 2003 14 Rallye Neuseeland 2003 15 Rallye Argentinien 2003 16 Rallye Finnland 2004 Peugeot 307 WRC 17 Rallye Finnland 2005 18 Rallye Japan 2005 19 Rallye Monte Carlo 2006Ford Focus RS WRC 20 Rallye Schweden 2006 21 Rallye Griechenland 2006 22 Rallye Finnland 2006 23 Rallye Türkei 2006 24 Rallye Neuseeland 2006 25 Rallye Großbritannien 2006 26 Rallye Schweden 2007 27 Rallye Sardinien 2007 28 Rallye Griechenland 2007 29 Rallye Finnland 2007 30 Rallye Neuseeland 2007

WRC-Einzelergebnisse Jahr Team Fahrzeug 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang 1989 Marcus Grönholm Lancia Delta Integrale – – 23 1990 Marcus Grönholm Toyota Celica GT-Four ST165 – – DNF 1991 Marcus Grönholm Toyota Celica GT-Four ST165 – – 13 1992 Finnish Junior Rally Team Toyota Celica GT-Four ST165 – – DNF Marcus Grönholm Toyota Celica Turbo 4WD DNF 1993 Marcus Grönholm Toyota Celica Turbo 4WD 1 65 10 1994 Marcus Grönholm Toyota Celica Turbo 4WD8 19 5 1995 Marcus Grönholm Toyota Celica Turbo 4WD – – DNF DNF H.F. Grifone Toyota Celica Turbo 4WD DNF 1996 Marcus Grönholm Toyota Celica Turbo 4WD 14 10 7 Team Toyota Castrol Finland Toyota Celica GT-Four ST205 4 1997 Toyota Castrol Team Sweden Toyota Celica GT-Four ST205 5 12 8 Team Toyota Castrol Finland Toyota Celica GT-Four ST205 DNF H.F. Grifone Toyota Celica GT-Four ST205 4 Toyota Castrol Team Toyota Corolla WRC DNF 5 1998 H.F. Grifone Toyota Celica GT-Four ST205 2 16 5 Toyota Corolla WRC DNF DNF DNF Toyota Castrol Team Toyota Corolla WRC 7 DNF 1999 SEAT Sport SEAT Córdoba WRC 5 15 DNF Mitsubishi Ralliart Mitsubishi Carisma GT Evo VI DNF Peugeot Esso Peugeot 206 WRC DNF 4 8 5 DNF 2000 Peugeot Esso Peugeot 206 WRC 65 1 DNF 1 DNF 2 5 2 DNF 1 1 DNF 5 4 1 2 2001 Peugeot Total Peugeot 206 WRC 36 4 DNF DNF 3 DNF DNF DNF DNF DNF 1 5 7 DNF 1 1 2002 Peugeot Total Peugeot 206 WRC 77 1 5 1 2 4 1 DSQ 2 DNF 1 3 2 1 1 DNF 2003 Peugeot Total Peugeot 206 WRC 46 6 13 1 9 1 1 DNF DNF 2 DNF DNF DNF 4 6 DNF 2004 Peugeot Total Peugeot 307 WRC 62 5 4 2 6 2 DSQ DNF 2 DNF 1 DNF 4 DNF 7 4 2 DNF 2005 Peugeot Total Peugeot 307 WRC 71 3 5 DNF 2 2 3 DNF 3 4 2 1 3 DNF 1 DNF DNF DNF 2006 Ford World Rally Team Ford Focus RS WRC 111 2 1 1 8 3 2 10 DNF 1 3 1 2 2 1 5 1 1 2007 Ford World Rally Team Ford Focus RS WRC 112 2 3 1 2 2 4 2 1 1 1 4 1 3 2 DNF DNF 2 2009 Prodrive Subaru Impreza WRC – – DNF 2010 Stobart VK M-Sport Ford Rally Team Ford Focus RS WRC – – 21

Siehe auch Liste der WRC-Rennfahrer Liste der WRC-Weltmeister

Weblinks

WRC-Statistik auf juwra.com (englisch)

Einzelnachweise

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