Die Mediakraft Networks GmbH war eine 2011 von Christoph Krachten gegründete Agentur zur Vermarktung von Online-Inhalten und nannte sich selbst ein Multi-Channel-Network. Den größten Umsatz machte das Unternehmen mit der Vermarktung von YouTube-Influencern. Das Unternehmen hatte Büros in Köln, Berlin, Warschau und Istanbul. Ab 2017 gehörte Mediakraft dem Onlinespiele-Vermarkter gamigo. 2019 machte das Unternehmen einen Umsatz von 23,1 Millionen Euro.https://www.northdata.de/Mediakraft+Networks+GmbH,+K%C3%B6ln/HRB+89297
Geschichte Mediakraft Networks wurde am 1. September 2011Mediakraft Networks GmbH, Statista, 2014 mit der Idee gegründet, Inhalte von YouTube-Künstlern in ein Vermarktungsportal auf Youtube zu bringen.Bertram Gugel: Sind YouTube-Netzwerke die neuen Sender?, in: , Die Medienanstalten, Vistas Verlag, Leipzig 2014, ISBN 978-3-89158-603-7, S. 19–31Martin Boldt: Mediakraft: Klick für Klick zu den Millionen, Kölner Stadt-Anzeiger, 14. Februar 2013 Es galt 2014 als eines der größten deutschen Multi-Channel-Networks (MCN).Stefan Niggemeier: Kölner Videodays: Ich werd mal YouTuber, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16. August 2014, abgerufen am 26. September 2014Ann-Kathrin Nezik: Internet: Geld verbrennen, aber richtig, Der Spiegel, 21. Oktober 2013Stefan Mey: , ZDF-Blog Hyperland, 3. Mai 2014 Im August 2012 stieg der frühere Endemol-Chef Ynon Kreiz bei Mediakraft Networks als Gesellschafter ein.Torsten Zarges: YouTube und die TV-Produzenten: Der Erfolg kommt durch die internationale Hintertür, DWDL.de, 3. Dezember 2013 Im Oktober 2012 startete Mediakraft Networks Ponk, den ersten von 13 in Deutschland bestehenden YouTube-Originalkanälen., Mediathek DRadio Wissen, abgerufen am 11. November 2013 Im Dezember 2012 investierte Shortcut Ventures eine siebenstellige Summe in das Unternehmen.Magdalena Räth: Internetfernsehen: Millionensumme für Mediakraft Networks, Gruenderszene.de, 14. Dezember 2012
2013 startete Mediakraft internationale Ableger in den Niederlanden, Polen und der Türkei. Im Sommer desselben JahresNews in GUT!, Mediakraft Networks, 10. Juli 2013, abgerufen am 11. März 2016 startete Mediakraft mehrere neue Formate, unter anderem auch das erste tägliche Nachrichtenmagazin auf YouTube Was Geht Ab!?, das bis Oktober 2015 produziert wurde.Vera Linß: Clips für Jungwähler, Deutschlandradio Kultur, 10. August 2013, abgerufen am 11. November 2013Johannes Nichelmann: Wie Jugendliche Politik und Nachrichten konsumieren, Deutschlandfunk, 6. Dezember 2015, abgerufen am 11. März 2016
Am 10. Juli 2014 gab Mediakraft bekannt, von verschiedenen Investoren insgesamt 30 Millionen Euro (23 Millionen US-Dollar) Kapital erhalten zu haben.Mediakraft to Invest Further US$ 23 Million, Securing its Leadership Position, wallstreet:online, 10. Juli 2014, abgerufen am 7. August 2014 Zu den Investoren gehörte auch die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg, die sich über zwei Venture-Capitalfonds an Mediakraft Networks beteiligte.M. DuMont Schauberg stellt Zukunftsprogramm vor, Mitteldeutsche Zeitung, 26. September 2014, abgerufen am 30. Juni 2021 Für das Jahr 2014 wies Mediakraft eine Bilanzsumme von knapp 5 Millionen Euro ausBundesanzeiger: Mediakraft Networks GmbH München, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014, abgerufen am 18. Mai 2017 und beschäftigte 150 Festangestellte., Kölnische Rundschau, 9. September 2014
Das Jahr 2014 war zugleich stark von Konflikten mit einigen wichtigen YouTubern geprägt. Im Oktober 2014 hatte YouTube-Star LeFloid seine Trennung von Mediakraft angekündigtLisa Ludwig: „Wenn ich eine Frau wäre, wäre ich Beauty-Blogger“—LeFloid im Interview, Vice, 7. Oktober 2014 und mit anderen YouTubern den Verein 301+ gegründet.Stefan Niggemeier: Die Emanzipation der Youtuber, Krautreporter, 3. November 2014 Im Dezember 2014 teilte der YouTuber Simon Unge unter starker Medienbeachtung mit, dass er das Netzwerk verlassen werde.
Im Januar 2015 verließ Mediakraft-Mitgründer Christoph Krachten aufgrund von „unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Ausrichtung“ die Geschäftsführung. Seine Aufgaben übernahmen Levent Gültan und Spartacus Olsson, Krachten blieb aber zunächst Gesellschafter und hielt weiterhin über 16 % der Anteile.YouTuber-Netzwerk: Geschäftsführer Christoph Krachten verlässt Mediakraft, Spiegel Online, 29. Januar 2015Mediakraft: Mit-Gründer Christoph Krachten verlässt die Geschäftsführung, Meedia, 29. Januar 2015 Am 20. März 2015 gab das Unternehmen bekannt, dass Boris Bolz, ehemaliger Geschäftsführer von Red Bull Deutschland, die Geschäftsführung von Mediakraft Networks verstärken wird.Mediakraft holt Boris Bolz in die Geschäftsführung, DWDL, 20. März 2015 Im Dezember 2015 erreichten die Programme des Unternehmens erstmals 600 Millionen Views im Monat und im Vergleich zum vorangegangenen Quartal das höchste Umsatzwachstum seit der Gründung im Jahr 2011., Mediakraft Networks, 3. März 2016
Am 3. März 2016 gab das Unternehmen den Wechsel von Mitgründer und CEO Spartacus Olsson in den Aufsichtsrat bekannt.Rupert Sommer: Neue Führungsstruktur bei Mediakraft Networks: Mitgründer Spartacus Olsson gibt die CEO-Position ab, kressreport, 3. März 2016 Nach dem Wechsel von Boris Bolz zu Super RTLAlexander Krei: Ex-Mediakraft-Chef wird Digital-Leiter bei Super RTL, DWDL, 24. August 2017 lag die Geschäftsführung bei Constantin Stammen und Levent Gültan.Ingo Rentz: Online-Video-Pionier: Wie Mediakraft das eigene Geschäftsmodell umbaut, Horizont, 30. März 2017
Am 6. Juli 2017 wurde das Unternehmen vom Spiele-Publisher gamigo übernommen. Constantin Stammen, der den Verkauf noch eingeleitet hatte, wurde als Geschäftsführer abgelöst. Im Februar 2018 gab das Unternehmen bekannt, dass neben Mediakraft Türkye Mitgründer Levent Gültan der gamigo CEO Remco Westermann zum weiteren Geschäftsführer berufen worden war. Die Positionierung von Mediakraft wurde neu formuliert als Experte für Online-Video und Social-Media-Marketing für Werbekunden.Petra Schwegler: Gamigo stellt Influencer-Vermarkter Mediakraft neu auf, Werben & Verkaufen, 21. Februar 2018
Seit Oktober 2020 sind CEO Remco Westermann und Geschäftsführer Stefan Rascher durch Jens Knauber (COO von gamigo) und Thomas Kothuis abgelöst worden, welche nun beide als Geschäftsführer fungieren.
Im Dezember 2021 teilte das Unternehmen via Homepage mit, dass Mediakraft den Betrieb einstellen wird.
Konzept Mediakraft Networks galt als Vollprogramm-Netzwerk, das seinen Vertragspartnern Dienstleistungen wie Reichweitenvergrößerung, Produktion, Vermarktung und technische Unterstützung anbot.Maren Meyer: Wer verdient Geld mit Youtube?, Brand eins 06/2013 Insgesamt gehörten zu den verschiedenen Netzwerken von Mediakraft Networks zeitweise mehr als 2600 Kanäle,Anja Rützel: Inside YouTube, Wired (dt. Ausgabe), 25. November 2014, abgerufen am 2. Dezember 2014 die zusammen mehr als 16 Millionen einzelne Zuschauer erreicht haben sollen. Während dieser Zeit vereinbarte das Unternehmen Exklusivverträge mit zahlreichen bekannten YouTubern wie Y-Titty, Freshtorge, Bullshit TV, iBlali, LeFloid, Simon Unge, ApeCrime, Taddl und Die Lochis.
Das Mediakraft-Netzwerk war gegliedert in fünf Subnetzwerke:
ComedyNet, das fokussiert war auf Unterhaltungsinhalte und Partner wie Y-Titty, ApeCrime, Die Lochis uvm. beheimatete. Darüber hinaus produzierte es eigene Channels wie Ponk. Es machte den größten Anteil an den erreichten Viewzahlen des Unternehmens. Geführt wurde es zuletzt von Stefan Erpelding, der auch schon Videoproduktionen für verschiedene Künstler des Netzwerks (u. a. Y-Titty, ApeCrime, Ponk und Die Lochis) verantwortete. Magnolia, das Beauty- und Lifestyleinhalte bündelte und mit Magnolias on Tour einen eigenen Channel betrieb. TIN, was für This Is News steht und sich entsprechend mit nachrichtenähnlichen Inhalten, sowie Informationsinhalten befasste. Neben den eigens produzierten Kanälen wie Was geht ab!? oder Techscalibur waren auch Künstler wie LeFloid Teil von TIN. Es wurde geführt von Philipp Steuer, der auch selbst mit seinem Kanal Teil von TIN war. Plexus, das Gamingnetwork von Mediakraft, das zeitweise Partner wie Dner (Felix von der Laden), Unge uvm. unter Vertrag hatte. Das Gamingnetzwerk wurde von Oğuz Yılmaz geführt. Gemeinsam mit der Athletia Sports betrieb Mediakraft zeitweise ein gemeinsames Sportnetzwerk.
Das Geschäftsmodell der Vermarktung von YouTubern erfüllte jedoch letztlich trotz enormer Steigerung der Reichweiten nicht die wirtschaftlichen Erwartungen. In der Folge konzentrierte sich Mediakraft nicht mehr ausschließlich auf die Vermarktung seiner Partner, sondern verlagerte sich zunehmend auf die Konzeption und Umsetzung von Online-Video-Kampagnen. Auf diese Weise setzte Mediakraft die Erfahrung mit der Produktion von YouTube-Content für kommerzielle Auftrags-Produktionen ein. So entstand in Kooperation mit der Warenhauskette Saturn der Technik-Kanal Turn On (früher Techlab).Alexander Clausen: Techlab heißt jetzt TurnOn, Broadmark.de, 11. November 2014, abgerufen am 2. Dezember 2014Franziska Mozart: Tech-Nick darf auf YouTube nicken, Werben & Verkaufen, 23. April 2014, abgerufen am 26. September 2014 2018 starteten das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) und die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (AEJ) einen YouTube-Kanal mit Unterstützung von Mediakraft.Ingo Rentz: Wie die Evangelische Kirche die Jugend in Deutschland besser erreichen will, Horizont, 28. März 2018
Ein weiteres kommerzielles Standbein schuf Mediakraft mit der Produktion eigener KanäleTorsten Zarges: YouTube-Stars entdecken Sendeplan und Zweitverwertung, DWDL.de, abgerufen am 11. November 2013 wie das Film-Magazin DieFilmfabrikLukas Menzel: Alper von der Filmfabrik im Interview, Broadmark.de, 30. August 2015 und den englischsprachigen Dokumentations-Kanal The Great War.Robert Briel: YouTube series follows Great War week-by-week, Broadband TV News, 5. Dezember 2014
Kooperationen Constantin Film Im Juni 2013 gaben Mediakraft Networks und das deutsche Filmunternehmen Constantin Film eine weitreichende Zusammenarbeit bekannt, die Promotion, Vertrieb, kreative Kooperation und Produktschutz umfassen soll.Scott Roxborough: Germany’s Constantin Film strikes YouTube Promotion Deal with Mediakraft, The Hollywood Reporter, 25. Juni 2013, abgerufen am 11. November 2013Scott Roxborough: Germany's Constantin Film Strikes YouTube Promotion Deal With Mediakraft, The Hollywood Reporter, 25. Juni 2013 Mit der Kooperation stelle sich Constantin auf veränderte Sehgewohnheiten und neue Nutzungssituationen bei mobilen Endgeräten ein.Katrin Otto: Constantin kooperiert mit Web-Sender: „In diesem Umfang eine Premiere“, Werben & Verkaufen, 10. Juli 2013, abgerufen am 19. April 2014 Die Medien-Allianz war im November 2013 auch Thema beim Film- und Kinokongress der Film- und Medienstiftung NRW in Köln., Film- und Medienstiftung NRW, 11. November 2013, abgerufen am 19. April 2014
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