Frickenhausen ist ein Gemeindeteil der Stadt Mellrichstadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld in Bayern. Die Gemarkung Frickenhausen hat eine Fläche von 6,247 km². Sie ist in 1398 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4468,57 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Hainhof.

Geografische Lage Das Pfarrdorf liegt sieben Kilometer westlich von Mellrichstadt im Besengau. Einen Kilometer südlich des Orts befindet sich der Frickenhäuser See, ein mit Wasser gefüllter Erdtrichter. Durch Frickenhausen führt der Fränkische Marienweg.

Geschichte mini|Frickenhausen fotografiert von Anton Tretter um 1900 Frickenhausen wurde um das Jahr 800 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte teilweise zum Klosteramt Wechterswinkel und zum Amt Mellrichstadt. Der Schultheiß wurde vom Kloster Wechterswinkel gestellt und die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Kloster verbunden. Ein Zeichen dafür ist der sogenannte „Nonnenpfad“, der heute ein beliebter Wanderweg zwischen den beiden Orten ist. Auf dem Bergkegel Bilstein, der nördlich von Frickenhausen liegt, stand einst eine Burg mit zwei Wallgräben, deren Überreste noch heute zu finden sind. Die Burg gehörte den Grafen von Henneberg bzw. den Grafen von Bilstein. 1954 wurde auf dem Bilstein eine Marienkapelle errichtet.Mellrichstadt einst und jetzt. Ein Erinnerungsbuch anläßlich der 750-Jahrfeier der Stadterhebung 1232/1233. (Hrsg.: Stadt Mellrichstadt, Bearb.: Walter Graumann, Josef Kuhn), Richard Mack KG Verlag, Mellrichstadt 1983, S. 83 ff.

1803 wurde Frickenhausen zugunsten Bayerns säkularisiert. Im Frieden von Preßburg wurde der Ort 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem er 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Der Ort gehörte ab 1817 zum Untermainkreis, der 1838 in Unterfranken und Aschaffenburg (später nur noch Unterfranken) umbenannt wurde.

Am 1. Januar 1972 wurde Frickenhausen in die Stadt Mellrichstadt eingegliedert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kreuzweg Frickenhausen beim Friedhof (Jesus wird an das Kreuz geschlagen) Kirche Der Ort besitzt eine katholische Pfarrkirche, an der noch Reste ehemaliger Gaden zu erkennen sind.

Baudenkmäler

Veranstaltungen mini|Seefest Frickenhausen 2023 Frickenhausener Seefest im Juli, ein Fest mit Feuerwerk, welches schon seit mindestens der 1950er Jahre alljährlich veranstaltet wird.

Literatur Frickenhausen, in: Michael Müller, Der Bezirk Mellrichstadt, Gau, Cent, Amt und Gemeinde beschrieben, Würzburg 1879, S. 193 ff. Frickenhausen, in: Die Kunstdenkmäler von Bayern, Bezirksamt Mellrichstadt, München 1921, Seite 46. Alfons Maria Borst und M. Pfister, Vom Frickenhäuser See, Mellrichstadt 1936. Stadtteil Frickenhausen, in: Mellrichstadt einst und jetzt. Ein Erinnerungsbuch anläßlich der 750-Jahrfeier der Stadterhebung 1232/1233. (Hrsg.: Stadt Mellrichstadt, Bearb.: Walter Graumann, Josef Kuhn), Richard Mack KG Verlag, Mellrichstadt 1983, S. 83 ff. Gerhard Fischer, Rebellion in der Rhön, in: Volkszeitung Schweinfurt, Bauen & Wohnen in Mainfranken 2008, S. 30–35.

Klaus Kreß, Das Frickenhäuser Heimatlied, in: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Rhön-Grabfeld 43, Mellrichstadt 2021, S. 71–72.

Alban Türk, Das Ende des Krieges 1945 in Frickenhausen/Rhön, in: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Rhön-Grabfeld 42, Mellrichstadt 2020, S. 401–405.

Weblinks

Frickenhausen auf der Website der Stadt Mellrichstadt

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Mellrichstadt) Kategorie:Ort im Landkreis Rhön-Grabfeld Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Rhön-Grabfeld) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 800 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Rhön-Grabfeld