Leeskow ()Eintrag „Łazk“ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de ist ein Ortsteil der amtsangehörigen Gemeinde Jamlitz im Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg). Die Verwaltungsaufgaben der Gemeinde Jamlitz werden vom Amt Lieberose/Oberspreewald besorgt. Leeskow war bis zur Eingemeindung nach Jamlitz eine selbständige Gemeinde. Im ausgehenden Mittelalter und der frühen Neuzeit war Leeskow ein Lehen der in Böhmen angesessenen gräflichen Familie v. Sternberg.

Geographie mini|Gutsgebäude Leeskow liegt 4,5 km nordöstlich des Kernortes Jamlitz. Die Gemarkung grenzt im Norden an Klein Muckrow, im Osten und Süden an Reicherskreuz, im Westen und Nordwesten an Ullersdorf. Im Westen reicht die Gemarkung an den Schwansee heran, der bis zur Verbindungsstraße Jamlitz–Leeskow zur Gemarkung Ullersdorf gehört. Nordwestlich bildet die Sangasse und deren Ursprung die Gemarkungsgrenze. Südlich schließt sich die Reicherskreuzer Heide an, ein ehemaliges militärisches Sperrgebiet. Der Weinberg erreicht mit 95 m die größte Höhe der Gemarkung.

Der Ort ist über die Landesstraße 452 von Jamlitz aus zu erreichen; die L 452 führt weiter nach Reicherskreuz. Östlich von Leeskow zweigt die L 433 nach Klein Muckrow ab. Die Kreisstraße 6101 führt vom Ortskern Leeskow nach Norden zur L 434 (Klein Muckrow–Ullersdorf).

Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung von 1799 bis 2011 Jahr Einwohner181815618461641871205187518318901881900175 Jahr Einwohner191016919252161933183193916519463261950253 Jahr Einwohner1964176197116919811001991922002982011102

Geschichte Nach dem Historischen Ortslexikon soll die Ersterwähnung von Leeskow aus dem Jahr 1708 stammen. Dies ist nicht korrekt. Bereits 1607 hatte Hans v. d. Zauche einen Lehnsbrief von Adam Graf v. Sternberg über das Dorf und Rittergut Leßkow erhalten. Leeskow war zusammen mit Sarkow und Reicherskreuz ein altes Sternbergsches Lehen. Nach dem Historischen Ortslexikon soll Leeskow der Dorfstruktur nach ein Sackgassendorf sein. Dies ist nicht korrekt; Leeskow ist nach dem Urmesstischblatt von 1844 ein Angerdorf. Die Schmettausche Karte von 1767/87 dokumentiert nordöstlich des Ortskerns bereits eine Windmühle. Nördlich des Ortskerns ist ein Kohlgarten, östlich des Ortskerns sind zwei weitere Gärten eingezeichnet, darunter Müller Garten. Im 17. Jahrhundert wurde auf der Leeskower Feldmark noch Wein angebaut.

1818 hatte der Ort einschließlich der bereits bestehenden Windmühle 156 Einwohner und 23 Häuser. In der Windmühle bzw. dem zugehörigen Wohnhaus lebten 5 Personen. Sie stand nach dem Urmesstischblatt von 1844 (3952 Groß Muckrow) nordöstlich des Ortskerns (heute Parzelle Nr. 14 in ALKIS). Nordwestlich dokumentiert der Weinberg den früheren Weinanbau auf der Gemarkung. 1840 wurden im Ort 25 Gebäude gezählt, in denen 157 Einwohner lebten. 1867 beantragte und erhielt der damalige Besitzer von Dorf und Rittergut Leeskow die Genehmigung zum Betrieb der Grube „Hermann“ auf der Fläche des Rittergutes. Ein Abbau auf Braunkohlen bzw. die Eröffnung des Grubenbetriebs erfolgte aber nicht.

1864 hatte der Ort 222 Einwohner, die in 25 Wohngebäuden lebten. Es gab ein Rittergut, ein ausgebautes Gehöft und eine Windmühle. Das ausgebaute Gehöft (heute Leeskow 44), liegt nordwestlich des Ortskerns nahe der Gemarkungsgrenze zu Ullersdorf. 1927 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Leeskow.

Besitzgeschichte des Ritterguts Leeskow Die Besitzgeschichte des Ritterguts Leeskow und damit des Dorfes Leeskow ist äußerst kompliziert und in der Literatur zum Teil widersprüchlich dargestellt; hier folgt sie im Wesentlichen Houwald (1984).

Frühe Geschichte Rittergut und Dorf Leeskow waren ein Lehen der gräflichen Familie v. Sternberg in Böhmen. Angeblich traten Aleš Holický und Zdeněk v. Sternberg 1454 ihre Burg Pürglitz an König Ladislaus ab und erhielten dafür die Gerechtsame von Burg und Stadt Cottbus. Da die beiden Sternbergs sich aber nicht in den Besitz von Cottbus setzen konnten, sollen sie danach ersatzweise die drei Rittergüter Leeskow, Reicherskreuz und Sarkow sowie die Herrschaft Lieberose als Ausgleich erhalten haben. Bisher gibt es für diese Darstellung in Bezug auf die drei Rittergüter keine Quellenhinweise. Da die meist immer im Zusammenhang mit Leeskow, Reicherskreuz und Sakrow genannte Herrschaft Lieberose 1477 unter die Oberlehensherrschaft der Familie Sternberg kam, könnte auch die Lehensherrschaft der Familie v. Sternberg über Leeskow, Reicherskreuz und Sarkow bis 1477 zurück reichen.

17. Jahrhundert Am 26. Februar 1607 erhielt Hans v. d. Zauche vom Grafen Adam v. Sternberg (Adam II. der Ältere) einen Lehnsbrief über das Dorf Leeskow, wie es bereits sein Großvater Georg v. d. Zauche (und dessen Vorfahren) innehatte. Mit der Erwähnung des Georg (und dessen Vorfahren) dürfte der Besitz der Familie v. d. Zauche in Leeskow damit mindestens in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück reichen. Dazu gehörte auch das Recht zwei Kähne auf dem Schwielochsee zu unterhalten und von Eise zu Eise frei darauf zu fischen. Hans v. d. Zauche war ein Sohn des Christoph v. d. Zauche und seiner Frau Anna v. Wulfen. Christoph war früh verstorben, sodass das Lehen vom Großvater direkt auf den Enkel überging. Am 22. April 1622 starb Hans v. d. Zauche ohne männlichen Erben; er hinterließ aber eine Tochter Dorothea Danach entspann sich ein langandauernder Erbschaftsstreit. Zuerst machte die Witwe Anna v. Löben, die zweite Frau des Hans v. d. Zauche Ansprüche geltend, da sie ihm 1000 Taler Ehegeld in die Ehe gebracht hatte. Ihr war aber in einem Leibgedingbrief von 1605 die Dörfer Jessern und Jamlitz zugewiesen worden. Sie wollte aber auf jeden Fall sichergehen, dieses Geld auch zu erhalten. Die beiden anderen Kontrahenten waren Abraham v. Mielen auf Weissagk (heute Weißack, Ortsteil der Gemeinde Heideblick), der mit der Tochter Dorothea des Hans v. d. Zauche verheiratet war und David Heinrich v. Tschirnhaus auf der Herrschaft Lieberose, der für seinen Stiefsohn Heinrich Joachim v. d. Schulenburg das Lehen einforderte. Er machte geltend, dass Leeskow zu den sog. Lamsfeldschen Gütern gehöre, auf die Richard v. d. Schulenburg die Anwartschaft durch den Kaiser erhalten habe. Nach dem Tod des Richard im Jahr 1600 sei diese Anwartschaft auf dessen Sohn Joachim und nach dessen Tod 1619 auf dessen Sohn Heinrich Joachim v. d. Schulenburg übergegangen, seinen Stiefsohn. David Heinrich v. Tschirnhaus hatte die Witwe des Joachim und Mutter des Heinrich Joachim Marie Hedwig Burggräfin von Dohna geheiratet. Abraham v. Mielen brachte gegen die Anwartschaft des v. d. Schulenburg bzw. v. Tschirnhaus vor, dass Leeskow nie zu den Lamsfeld’schen Gütern gehört habe, sondern immer ein eigenständiges Lehen der Sternbergs gewesen sein. Dagegen brachte v. Tschirnhaus vor, dass das erledigte Lehen an den Kaiser als obersten Lehnsherrn heimgefallen sei. Bereits im September 1620 waren die beiden Lausitzen von sächsischen Truppen besetzt worden. Eine auf Weisung von Kurfürst Johann Georgs des I. von Sachsen in Dresden eingesetzte Kommission wies am 4. August 1622 v. Tschirnhaus förmlich in das Lehen ein, da des Kaisers Zusage, Brief und Siegel zu beachten sei. Ein Einspruch der Gegenpartei wurde zum 22. September 1622 endgültig abgelehnt, v. Tschirnhaus musste allerdings noch finanzielle Ansprüche der Witwe des Hans v. d. Zauche begleichen. Vermutlich Anfang der 1640er trat Heinrich Joachim v. d. Schulenburg das Erbe an. Doch die Familie v. Mielen gab sich immer noch nicht geschlagen. Die Rechtssituation hatte sich auch insofern geändert, dass der sächsische Kurfürst 1635 im Traditionsrezess, einem gesonderten Anhang zum Prager Frieden die förmliche Belehnung mit der Nieder- und Oberlausitz erhalten hatte. Die Familie v. Sternberg hatte sich aber die Anerkennung der Lehenshoheit über die Herrschaft Lieberose und die Rittergüter Leeskow, Reicherskreuz und Sarkow zusichern lassen. Noch 40 Jahre später prozessierte daher Hans Seyfried v. Mühlen, der Sohn des Abraham gegen die Entscheidung von 1622 und scheint auch einen Teilerfolg errungen zu haben. Er erhielt am 21. Januar 1663 einen Lehnsbrief über das Rittergut Leeskow, ausgestellt vermutlich von der Sternbergschen Lehnskanzlei, doch konnte er sich damit letztendlich nicht durchsetzen. Anscheinend hatte sich Hans Seyfried v. Mühlen auch an die niederlausitzische Oberamtsregierung in Lübben gewandt. Die Situation hatte sich insofern auch völlig geändert, denn 1665 war Heinrich Joachim v. d. Schulenburg, Herr auf Lieberose, ohne Erben gestorben. Die Witwe Eleonore Magdalene Freifrau v. d. Schulenburg geb. Gräfin zu Solms wurde 1668 aufgefordert, der Oberamtsregierung in Lübben alle Dokumente vorzulegen, die ihre Ansprüche auf Leeskow beweisen könnte. Jedenfalls ging Leeskow nicht an die Erben der Herrschaft Lieberose, sondern die Stände des Krummspreeischen Kreises wiesen das Gut Leeskow dem Hans Caspar von Muschwitz an, der allerdings die noch ausstehenden Landes- und Kreissteuern in Höhe von 1244 Talern 6 Groschen und  Pfennigen übernehmen musste. Doch auch Hans Caspar v. Muschwitz blieb nicht lange im Besitz von Leeskow; er verkaufte es 1671 an Heinrich Hanauer (oder auch v. Hanow). Den Hans Seyfried v. Mühlen verwiesen sie 1673 wegen seiner Ansprüche an die ordentliche Justiz. Wie die Sache letztendlich entschieden wurde, ist nicht überliefert. Die Geschichte des Rittergutes Leeskow ist für die nächsten knapp 20 Jahre nicht dokumentiert.

18. Jahrhundert