mini|Kirche St. Michael in Eppishausen Die katholische PfarrkircheBistum Augsburg St. Michael steht in der Gemeinde Eppishausen im Landkreis Unterallgäu in Bayern. Das denkmalgeschützte Gebäude steht leicht erhöht auf dem ehemaligen befestigten und mittlerweile aufgelassenem Friedhof.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Eintragung D-7-78-134-1 Sie trägt das Patrozinium des Erzengels Michael.
Geschichte Der ursprüngliche Kirchenbau an dieser Stelle fand im 14. Jahrhundert statt und geschah auf Veranlassung von Ulrich von Thanneck, einem Thurgauer Ritter. Dieser kam durch Heirat in Besitz der Ortschaft. 1472 stellten, vermutlich im Hinblick auf den Kirchenbau, zehn Kardinäle auf seinen Wunsch hin einen Ablassbrief auf. Bereits im Jahr 1500 wird das Kirchengebäude in Quellen als fertig und geweiht erwähnt. Der Schreiner Hans Leiblin aus Kirchheim schuf 1615 eine neue Kanzel die ihre Fassung von Hans Singer aus Mindelheim erhielt. Ein Visitationsbericht aus dem Jahr 1620 lobt den Zustand der Kirche. Valentin Egert aus Mindelheim malte ein Jahr später, 1621, ein heiliges Grab, das 1627 vom Mindelheimer Christoph Schenck ein geschnitztes Kruzifix erhielt. C. Schenck schuf 1628 ebenfalls einen neuen Tabernakel, sowie die Figuren der heiligen Dominikus und Katharina von Siena. Die Fassung der Schnitzarbeiten stammte wiederum von Hans Singer.
Während der Zeit, 1677 bis 1705, unter Dekan und Pfarrer Alban Onuphrius von Singern fanden vielfache Veränderungen in der Kirche statt. So wurde 1683 ein neues Pflaster aus Eichstätt gelegt und 1684 ein größerer Bau erwähnt. Georg Dopfer aus Kirchheim fertigte die Kirchenstühle 1684. In den Abrechnungen des Jahres 1686 wird eine größere Schreinerarbeit des Meisters Ferdinand Zech aus Thannhausen genannt. Diese bezieht sich sehr wahrscheinlich auf die Felderdecke des Langhauses. Eine neue Sakristei wurde 1689 durch den Maurermeister Georg Hausrucker und den Zimmermeister Albrecht Huss errichtet. Für das 1692 errichtete Beinhaus schuf ein Bildhauer aus Türkheim, vermutlich Martin Beichtel, drei Figuren die von Ulrich Herzog aus Aichen gefasst wurden. Die obere Empore wurde 1701 durch den Zimmermeister Jakob Öttl eingezogen, die Schneidarbeiten und die Täferung stammen hingegen von Georg Dopfer.
Weitere Umbauarbeiten und Veränderungen aus der Ausstattung fanden noch in der ganzen ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts statt. Neue Fenster wurden 1712 eingebrochen und der Chor 1719 stuckiert und ausgemalt. Für die Stuckarbeiten sind Kosten von 171 fl., für die Malerarbeiten 29 fl. überliefert. Das Langhaus wurde 1720 stuckiert und erhielt in diesem Zuge vier neue Fenster. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 633 fl. Aus der gleichen Zeit stammen die Beichtstühle der Kirche. In der Folge wurde 1735 ein Kommuniongitter, 1737 der Hochaltar und in den Jahren 1740 bis 1744 die Seitenaltäre angeschafft. Die 1743 von Joh. Georg Hörterich gefertigte Orgel mit Schrein von Jakob Wiedemann ist nicht mehr erhalten. Die Kanzel erhielt 1749 eine neue Fassung. Restaurierungen fanden im 19. Jahrhundert sowie in den Jahren 1952 und 1953 statt. Während der ersten Restaurierung wurde ein neues Deckenbild im Chor geschaffen. Zwei neue Emporen wurden 1968 eingebaut. Im gleichen Jahr wurde auch die Decke des Langhauses durch den Mindelheimer Architekten Josef Ruf ergänzt.
Baubeschreibung mini|Vorzeichen Der eingezogene Chor ist zum Langhaus hin um drei Stufen erhöht und besteht aus zwei Jochen. Er besitzt einen dreiseitigen Schluss und eine gotische Wölbung mit relativ flacher Spitztonne und steigenden Stichkappen. Die rundbogigen Fenster im Chor sind eingezogen und berühren mit ihrem Scheitel den Schildbogen unter den Stichkappen. Im Westjoch befinden sich keine Fenster, stattdessen sind hier auf beiden Seiten breite Oratoriumsöffnungen mit stochbogigem Sturz vorhanden. Nördlich führt eine Stichbogentür zum Kirchturm, deren Türblatt um 1720 geschaffen wurde und zwei geohrte Felder enthält. Die Wände sind ansonsten durch flache Wandvorlagen mit marmoriert bemalten korinthischen Pilastern gegliedert, welche auf Sockeln und Basen ruhen und im oberen Bereich ein dreiteiliges Gebälk besitzen. Geknickte Pilaster finden sich in den Schlussecken des Chores. Der Chor wird durch einen einspringenden, mit herumgekröpftem Gebälk am Kämpfer versehenen Chorbogen mit dem Langhaus verbunden. Der Chorbogen ist rundbogig.
Das Langhaus der Kirche ist ein Saal zu vier Fensterachsen, in dem die drei östlichen große eingezogene Rundfenster vorhanden sind. Zwei Fenster auf der östlichen Nordseite sind blind. Die Wände des Langhauses sind durch korinthische Pilaster mit verkröpftem gestuftem Architrav gegliedert, welche auf Konsolen und Basen stehen und sich nach oben verjüngen. Daneben existiert noch eine zweite kleinere Ordnung von Wandvorlagen mit profilierten Kämpfern. Auf der Achse jeder dieser Wandvorlagen sitzt ein profilierter halbrunder Blendbogen. Die Holzdecke im Langhaus von 1686 enthält flache Kassetten mit eingelassenen auf Leinwand gemalten Ölgemälden. Gefasst ist die marmorierte Holzdecke in blaugrau und weißer Farbe, an deren Rand befindet sich ein Profilgesims. An der Westseite sind die 1968 erneuerten Emporen mit geraden Brüstungen, von den beiden Emporen ist die untere weiter vorspringend. Die Felder der Brüstungen sind breit-achteckig, wobei sich in der Mitte der unteren Emporenbrüstung der eingefügte Orgelprospekt befindet.
An der Außenfassade des Chores sind Strebepfeiler angebracht, die kurz unter ihrem Abschluss abgetreppt sind. Umlaufend um die Kirche ist ein profiliertes Traufgesims angebracht. Außen am Chorscheitel ist das Fenster noch stichbogig. Nördlich an der Wand des Langhauses sind vermauerte ovale Fenster zu erkennen. Ein dreifach abgetreppter Strebepfeiler bis zum Giebel befindet sich in der Mitte der Westfassade. Der Zugang zur Kirche erfolgt durch das neubarocke Vorzeichen mit zwei Kreuzgratgewölben auf der Südseite. Dieses ist auf der Südseite mittels zwei Rundbogenarkaden geöffnet. An den Wänden des Vorzeichens befinden sich drei große neubarocke Epitaphien für Gefallene, sowie für verstorbene Priester. mini|hochkant|Kirchturm mit westlichem Anbau Der Kirchturm befindet sich im nördlichen Chorwinkel, dessen Südseite bündig zur Nordwand des Langhauses ist. Der entstehende Zwischenraum zwischen Kirchturm und Chor wird durch einen schmalen zweigeschossigen Bau geschlossen. Der verputzte Kirchturm ist noch spätgotisch und besteht aus Backstein. Das Erdgeschoss des Kirchturms mit seiner gotischen Wölbung wird als Sakristei genutzt. In diesem Raum befand sich ehemals vermutlich ein Sterngewölbe. Breite Ecklisenen ziehen sich an der Außenfassade des Kirchturms vom dritten bis zum siebten Stock nach oben. Zwischen den Geschossen ist ein Fries aus sich überschneidenden Rundbögen auf lilienartigen Konsolen angebracht. Mit Ausnahme der Rechteckfenster an der Ost- und Südseite des Erdgeschosses, finden sich in den übrigen Geschossen Schlitzöffnungen. Im obersten Geschoss des Kirchturms sind an der Nord- und Südseite vierfache, an der West- und Ostseite doppelte Arkaden mit Säulchen eingelassen. Gedeckt ist der Kirchturm mit einem steilen Satteldach.
Westlich schließt sich an den Kirchturm der Sakristeianbau von 1689 an. Der Anbau erweckt von außen einen kapellenartigen Eindruck und ist ein zweigeschossiger Rechteckbau mit Satteldach. Weiter in westlicher Richtung ist der Rechteckbau durch eine halbrund geschlossene Apsis abgeschlossen. In der Apsis befindet sich eine Wendeltreppe. Die Arkadenöffnung an der Apsis ist neueren Datums. Im Erdgeschoss auf der Nordseite des Anbaus ist ein Stichbogenfenster und oberhalb ein hohes Rechteckfenster vorhanden. Der Innenraum im Erdgeschoss enthält ein Kreuzgratgewölbe, sowie eine Stichbogentür zur Kirche. Das Obergeschoss ist mit einer Flachdecke versehen. Im Anbau zwischen Apsis und Langhaus ist der Aufgang zur Kanzel untergebracht, dieser Anbau ist ebenfalls neueren Datums als 1689. Eine weitere, aktuell benutzte Sakristei, ist im Anbau im südlichen Chorwinkel untergebracht. Der zweigeschossige Anbau enthält kleine Fenster und eine Zugangstür von Osten. Das Dach dieses Anbaus ist als herabgeschlepptes Chordach realisiert.
Ausstattung Hochaltar Der aus Mindelheim stammende Joseph Steur schuf 1737 den Hochaltar, welcher durch den ebenfalls aus Mindelheim stammende Franz Joseph Wiedemann gefasst wurde. Er ist aus Holz gefertigt und mit einer rosa und olivgrünen Fassung und Golddekor versehen. Der gemauerte Stipes ist gotischen Ursprungs, um diesen befindet sich eine kastenförmige Holzverkleidung mit Bandelwerkdekor. Die breite Tabernakelzone besitzt drei konkave Achsen und Volutenvorlagen. Der Drehtabernakel ist erhöht in der Mittelachse eingesetzt. Das versilberte Kruzifix in der Nische stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Das Kanonentafelrahmen ist klassizistisch und stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Oberhalb des Tabernakels befinden sich zwei fliegende Putten und ein Sockel mit dem Lamm Gottes, flankiert wird dieses von Leuchterengeln. Das Altarblatt zeigte ursprünglich ein Gemälde von 1738 mit dem Engelssturz und wurde 1847 durch eine Kreuzigungsgruppe ersetzt, die Joseph Kober aus Göggingen schuf. An beiden Seiten sind vorgestaffelte korinthische Säulen angebracht. Das Gebälk ist reich verkröpft. Vor den beiden innern Säulen sind gefasste Holzfiguren der heiligen Ulrich und Afra aufgestellt. Der Altarauszug ist geschweift und von Voluten flankiert. In diesem ist ein Halbrelief Gottes des Vaters, von Gewölk und Strahlenglorie umgeben, angebracht. Mehrere Putten und Engelsköpfe befinden sich rings um den Altarauszug.
Seitenaltäre Beide Seitenaltäre wurden 1744 aufgerichtet und besitzen kastenförmige Stipites. Der Aufbau ist schmal und enthält analog dem Hochaltar neben den Altarblättern vorgestaffelte korinthische Säulen auf Volutensockeln. Die Seitenaltäre wurden von Schreiner Jakob Wiedemann aus Könghausen gefertigt. Das nördliche Altarblatt stellt die Muttergottes dar und ist mit Thomas Guggenberger pinxit 1862 bezeichnet. Der südliche Seitenaltar zeigt im Altarblatt die Heiligen Joachim und Anna mit Maria. Dieses ist mit Thomas Guggenberger pinxit 1863 in München bezeichnet. Über den rundbogig schließenden Altarblättern befinden sich Baldachine mit Lambrequins und Marien- beziehungsweise Anna-Monogramm. Kniende Engel sind über den reich verkröpften Gebälckstücken angebracht. Die Engel des südlichen Seitenaltares stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Schweifbilder in den Altarauszügen wurden um 1740 geschaffen und zeigen nördlich den heiligen Josef und südlich den heiligen Antonius. Flankiert werden diese von Putten. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammen die Schreine vor der Predella. In diesen befinden sich kleine, liegende Reliquienfiguren aus Holz. Die bekleideten Figuren sind gefasst.
Kanzel