Hans-Karl Siebigs (* 28. Januar 1930 in Mönchengladbach; † 8. Juni 2018 in AachenTraueranzeige, auf Aachen-Gedenkt vom 14. Juni 2018) war ein deutscher Architekt und Aachener Dombaumeister.
Leben und Wirken Nach seinem Abitur am Stiftischen Humanistisches Gymnasium Mönchengladbach und einer anschließenden Maurerlehre studierte Siebigs Architektur an der RWTH Aachen. Parallel dazu sammelte er praktische Erfahrungen auf verschiedenen Baustellen, in der Bauleitung und in Architekturbüros. Im Jahr 1960 wurde Siebigs in den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst übernommen und legte zwei Jahre später die Große Staatsprüfung ab. Von 1962 bis 1977 war er beim Staatshochbauamt Jülich und bei den Bezirksregierungen in Aachen und Köln tätig und übernahm darüber hinaus diverse Lehraufträge an speziellen Fachschulen. Zwischenzeitlich legte Siebigs im Jahr 1973 seine Promotion mit der Dissertation Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange bei der Bauleitplanung und ihre Überprüfung im Genehmigungsverfahren ab.
Im Jahr 1977 wechselte Siebigs vom Staatsdienst in die Kommunalverwaltung und wurde dort als Leitender Regierungsbaudirektor übernommen. Wenige Monate nach dem plötzlichen Tod von Leo Hugot im Jahr 1982 wurde er dann als dessen Nachfolger in das Amt des Dombaumeisters am Aachener Dom berufen. Siebigs übte diese Tätigkeit bis 1997 aus.
In seine Amtszeit fielen zahlreiche bedeutende Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen am Dom. Dazu gehörten insbesondere die Grundsanierung der Taufkapelle, statische Verbesserungen an der Karls- und Hubertuskapelle, der Austausch der Oktogon-Laterne sowie der Austausch korrodierter Eisenklammern und der Einbau zusätzlicher Anker an der Nikolauskapelle und der Michaelsempore. Weitere Schwerpunkte bildeten die umfassende Sanierung der Ungarnkapelle einschließlich ihres Dachstuhls, die Neu- und Umgestaltung des Domhofs „Quadrum“ und des Paradiesbrunnens sowie umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Chorhalle, darunter Arbeiten am Dachstuhl und Ringanker sowie der Austausch und die Restaurierung verwitterter Werksteine und Fialen.Helmut Maintz: Die Grund- und Außensanierung 1986 bis 2006. Thouet Verlag, Aachen 2008, PDF.
Von Siebigs ist zudem ein umfangreiches Diaarchiv mit rund 9.000 Aufnahmen erhalten, das sich in der Fotosammlung der Aachener Domschatzkammer befindet. Die überwiegend während seiner Amtszeit als Dombaumeister entstandenen Aufnahmen dokumentieren Bauzustände und Sanierungsmaßnahmen am Aachener Dom. Das Diaarchiv wurde 2025 vollständig digitalisiert und erschlossen.Christian von Lettow-Vorbeck: Das Diaarchiv des Dombaumeisters Hans-Karl Siebigs: Digitalisierung und Erschließung eines unikalen Quellenbestandes. In: Schriftenreihe des Karlsvereins-Dombauvereins, Band 28, Aachen 2026, S. 92–117, ISBN 978-3-9816010-0-8 (PDF).
Siebigs veröffentlichte darüber hinaus mehrere Publikationen.
Schriften (Auswahl) Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange bei der Bauleitplanung und ihre Überprüfung im Genehmigungsverfahren. Dissertation, Aachen 1973. Die Chorhalle des Aachener Domes. Baugeschichte und Sanierungsmaßnahmen. Thouet-Verlag, Aachen 1997, ISBN 3-930594-24-2(PDF). Bauliche Sanierungsmaßnahmen an der Ungarnkapelle des Domes zu Aachen in den Jahren 1991–1994. Thouet-Verlag, Aachen 2000 (PDF). Das Grabmal der Galla Placidia. Versuch einer Erklärung. Karin Fischer Verlag, Aachen 2003, ISBN 3-89514-418-5. Der Zentralbau des Domes zu Aachen. Unerforschtes und Ungewisses. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2004, ISBN 3-88462-195-5.
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Einzelnachweise
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