Johann Caspar BorchmannHelmut Knocke: Borchmann, Johann Caspar. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 65. (auch: Johann Kaspar Borgmann, * vor 1669 vermutlich in Berlin; † 9. November 1736 in Celle) war ein deutscher Hofarchitekt und herzoglicher Oberlandbaumeister.Helmut Knocke, Hugo Thielen: Borchmann, Johann Caspar. In: Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon, 2007, passim.

Leben und Wirken Johann Caspar Borchmann durchlief eine Ausbildung in Berlin, wo er auch seine ersten Berufsjahre absolvierte. Im Jahr der Geburt seines Sohnes Johann Friedrich Borchmann wirkte er – als Nachfolger von Johann Friedrich de Münter – von 1696 bis 1724 als Hofarchitekt in Celle, unterbrochen durch Studienreisen von 1696 bis 1697 nach Dresden und von 1699 bis 1700 nach Paris.

Als Hofarchitekt hatte Borchmann die Oberleitung für die Bauten im Herzogtum Lüneburg inne, ab 1703 auch für das Herzogtum Lauenburg. Von seinen Bauten, darunter zahlreiche Herrenhäuser im ländlichen Raum, gilt das Schloss für Andreas Gottlieb von Bernstorff in Gartow als sein Hauptwerk.

Auch der 1694 geborene Sohn Johann Friedrich Borchmann war als Baumeister tätig und wird gelegentlich mit dem Vater verwechselt.

Bekannte Werke (Auswahl)

mini|1890: Das Königlich Hannoversche Archiv- und Bibliotheksgebäude kurz vor seiner Aufstockung; Bibliothek des Architekten-Vereins zu Berlin

mini|Zuchthaus Celle, bis 1729 erbaut

1710–1727: Schloss Gartow 1710–1729: Zuchthaus Celle vor 1711: Vorentwurf für den Bau der katholischen Kirche St. Clemens in der Calenberger Neustadt (Hannover) 1712–1724: Umbau der St. Marienkirche, Scharnebeck von 1713 bis 1719/21, gemeinsam mit Brand Westermann und Johann Christian Böhm: Ausführung und vermutlich auch der Plan für das Staatsarchiv, zugleich der letzte hannoversche Staatsbau vor der Übersiedelung von Kurfürst Georg Ludwig als König Georg I. nach Großbritannien 1716: Ritterakademie Lüneburg 1717–1720: Langes Haus im Kloster Walsrode ab 1721, gemeinsam mit „Klosterbaumeister Wolters“: Erweiterung des bereits 1703/04 zweigeschossig errichteten „Abtissinnenflügels“ im Osten des Konventgebäudes des Klosters Marienwerder 1723: Hoya, Entwurf der Weser-Brücke

Außerdem entwarf Borchmann zahlreiche ländliche Herrensitze.

Literatur

Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 12: Bobrov – Bordacev. K. G. Saur, München 1995, ISBN 3-598-22752-3, S. 673–674. Eduard Schuster: Kunst und Künstler in den Fürstentümern Calenberg und Lüneburg in der Zeit von 1636–1727. Hannover 1905, S. 198. Monika Ryll: Die Bautätigkeit der Herren, Freiherren und Grafen von Bernstorff und ihr Baumeister Johann Caspar Borchmann. Dissertation 1988 an der Universität Marburg, Marburg, 1988. Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen, Niedersachsen. Bearbeitet von Gerd Weiß unter Mitarbeit von K. Eichwalder, P. Hahn, H.-Chr. Hoffmann, R. Karrenbrock und Roswitha Pape. Deutscher Kunstverlag, München 1992, S. 604, 928 u. ö. Hermann Mewes: Der lutherische Kirchenbau Niedersachsens, unter besonderer Berücksichtigung der Baumeister des Konsistoriums Hannover. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Stefan Amt, Institut für Bau- und Kunstgeschichte der Universität Hannover, zugleich Dissertation 1943 an der Technischen Hochschule Hannover (= Schriften des Instituts für Bau- und Kunstgeschichte der Technischen Universität Hannover. Bd. 7). Hannover 1994, ISBN 3-931585-04-2, S. 163 u.ö. Helmut Knocke, Hugo Thielen: Borchmann, Johann Caspar. In: Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon, 2007, passim. Helmut Knocke: Borchmann, Johann Caspar. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 65 (books.google.de). Helmut Knocke: Borchmann, Johann Caspar. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 75.

Weblinks

Bestände von Johann Caspar Borchmann im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin Borchmann, Johann Caspar, auf personen.niedersaechsische-bibliographie.de Jan Lubitz: Architekten der Jahrgänge um 1660, im Denkmalatlas Niedersachsen

Einzelnachweise

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