mini|Luftbild Stadt Glücksburg (Ostsee) an der Flensburger Förde mit dem Glücksburger Wasserschloss – Foto 2012

Glücksburg (dänisch: Lyksborg, plattdeutsch: Glücksborg) ist eine Kleinstadt in Schleswig-Holstein an der Flensburger Förde. Sie ist die nördlichste Stadt Deutschlands.

Geographie Geographische Lage Das Stadtgebiet von Glücksburg erstreckt sich nordöstlich von Flensburg an der nach dem Nachbarort benannten Förde im Bereich der naturräumlichen Haupteinheit Angeln (Nr. 700).

Stadt- und Ortsteile Siedlungsgeographisch gliedert sich das Stadtgebiet von Glücksburg in die (vermessungs-)amtlich erfassten Wohnplätze des Stadtkerns gleichen Namens () und die Stadtteile Bremsberg (), Sandwig () (mit Quellental ()Quellental ist wohl kein offizieller Stadtteil, auch wenn Quellental auf der Seite der Touristinformation Glücksburg als ein solcher bezeichnet wird; Vgl. jurawelt.com, 8. Januar 2002; abgerufen am 22. Mai 2015.), sowie Ulstrupfeld ().

Ergänzt wird der obige städtische Kernbereich durch verschiedene Siedlungen ländlichen Typs wie das Dorf Bockholm (), die Hofsiedlung Brusmark, die Häusergruppen Drei (), Kobbellück () und Schausende (), die Häusersiedlung Meierwik (), sowie den Ortsteil Schwennau ().

Weitere Siedlungen sind: Alt-Glücksburg, Holnis (), Iskiersand () jurawelt.com, 8. Januar 2002; abgerufen am 22. Mai 2015.Falk-Stadtplan: Flensburg und Umgebung von 2013. 7. Auflage. (wird mit dem benachbarten Munkbrarup geteilt), Mittkoppel (), Neufeld (), Rüdeheck (), Ruhetal, Schiedenhohlweg (), Schauenthal () und Wahrberg ().

Nachbargemeinden Unmittelbar an Glücksburg angrenzende Gemeindegebiete sind (im Uhrzeigersinn im Osten beginnend) Munkbrarup (mit Bockholmwik), Wees und Flensburg.

Naturbereiche Im nordöstlichen Bereich Glücksburgs liegt die Halbinsel Holnis (Holnæs) mit ihrer Steilküste und einer Salzwiese mit einer bedeutenden Brutkolonie für Seevögel. Die gesamte Halbinsel, die sich etwa fünf Kilometer in nordöstlicher Richtung in die Flensburger Förde erstreckt, steht teilweise unter Naturschutz.

In Glücksburg befinden sich mehrere Erhebungen. Zwei Erhebungen im Stadtkern des Ortes sind der Jungfernberg (Jomfrubjerg) und der Kegelberg (Keglebjerg). die höchste Erhebung des Ortes ist mit über vierzig Metern der Bremsberg.

Geschichte Aus der Jungsteinzeit stammen die vier Großsteingräber bei Glücksburg und das Großsteingrab Bockholm.

Im Mittelalter entwickelte sich das kleine Dorf Skovby (etwa Walddorf) in der Gegend des heutigen Hindenburgplatzes.

Weitere Besiedelung erfuhr die Gegend durch die Gründung des Zisterzienserklosters Rüde, Rus Regis (lateinisch für „Landbesitz des Königs“, auch Rudekloster genannt) im Jahre 1209, das zunächst als Michaeliskloster in Schleswig und dann in Guldholm bei Böklund gelegen hatte. Die Zisterzienser stauten die Munkbrarupau zum Mühlenteich an. Zum Kloster Rüde gehörten ein umfangreicher Landbesitz im unmittelbaren Umland sowie einiger Streubesitz. Ortsbezeichnungen mit Munk (dänisch für Mönch) wie zum Beispiel Munkbrarup, Munkwolstrup (Gemeinde Sankelmark) oder Munkmühle (bei Rinkenis () am anderen Ufer der Flensburger Förde) weisen noch auf diese Verbindung hin.

mini|Schloss Glücksburg

Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben. Der Besitz fiel bei der Landesteilung 1544 zunächst an Herzog Johann den Älteren und nach dessen Tod 1581 an dessen Neffen Johann den Jüngeren, der seine Hauptresidenz von Sonderburg () hierher verlegte und dessen Motto Gott gebe Glück mit Frieden lautete. Er ließ die Klostergebäude abtragen und aus dem Baumaterial ein Wasserschloss errichten – bis heute eines der berühmtesten in ganz Deutschland. Anschließend wurde der Schlosssee aufgestaut, in dem die Fundamente des Klosters und der alte Friedhof der Mönche versanken. Aus der Klosterzeit stammen in Glücksburg vielleicht noch die Gewölbe der alten Klosterschänke in der Großen Straße und die alten Eiben in der Rathausstraße 36. mini|links|Luftaufnahme des Schlosses Die kleine Siedlung, die um das Schloss entstand, wurde als Glücksburg bezeichnet. Das Adelsgeschlecht der Glücksburger (Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg), das bis heute die Könige von Dänemark (seit 1863) und Norwegen (seit 1905) stellt und von 1863 bis 1973 auch in Griechenland, ist eine Linie des Hauses Oldenburg. Nach dem Tod des „abgeteilten Herzogs“ Johann im Jahr 1622 waren seine Besitztümer unter fünf Söhnen verteilt worden. Der westliche Teil mit dem alten Klostergut, dem Schloss Glücksburg und dem nördlich der Flensburger Förde gelegenen Landesteil im Sundewitt () kam an Herzog Philipp, der damit die ältere Sonderburg-Glücksburger Linie begründete. Diese starb im Jahre 1779 aus. Damit löste sich das letzte der abgeteilten Sonderburger Herzogtümer auf. Bis 1825 blieb Glücksburg noch Witwensitz der letzten Herzogin, dann wurde es vom dänischen König dem hochadligen Offizier Wilhelm von Sonderburg-Beck übertragen, der einer jüngeren und zu diesem Zeitpunkt nicht mehr regierenden Nebenlinie des 1667 in Konkurs geratenen Sonderburger Haupthauses entstammte (ebenso wie die Augustenburger). Damit ging der Name Glücksburg auf diese Linie des oldenburgischen Hauses über, die später mit Christian IX. den dänischen Königsthron übernahm.

In den 1850er-Jahren war Glücksburg die bevorzugte Sommerresidenz des dänischen Königs Friedrich VII., des letzten Sprosses des älteren Mannesstamms des oldenburgischen Königshauses. Glücksburg hatte sich inzwischen zu einem Flecken entwickelt, der gewohnheitsrechtlich über einige Handels- und Gewerbefreiheiten verfügte. Nach dem plötzlichen Tod des Königs auf Schloss Glücksburg 1863 trat der schon 1852 nominierte Christian von Holstein-Sonderburg-Glücksburg die Nachfolge an. Bereits 1864 brach jedoch der Deutsch-Dänische Krieg zwischen Dänemark auf der einen und Preußen und Österreich auf der anderen Seite aus, und Glücksburg wurde wie das gesamte Herzogtum Schleswig preußisch. 1871 wurde Glücksburg Teil des Deutschen Reichs und blieb dies auch nach der Volksabstimmung in Schleswig von 1920. Der Flecken Glücksburg erhielt am 1. April 1900 das Stadtrecht.

Seit der Kaiserzeit existiert in Glücksburg-Sandwig ein florierendes Strandbad. mini|Der Glücksburger Kurstrand am Abend

Die Stadt Glücksburg investierte seit den 1960er Jahren in den „Stadtausbau-Ost“, womit der spätere Ortsteil Bremsberg entstand. Heute leben rund um die namensgebende Anhöhe Bremsberg (40 m) bis zu 1000 Einwohner. 1995 wurde hier das artefact eingeweiht, ein Zentrum für angewandte Technik und Entwicklungszusammenarbeit. Der sogenannte Power Park an der Westseite des Hügels widmet sich dem Umweltmanagement, den erneuerbaren Energien und dem „technologischen Fortschritt in der Nutzung von Energieressourcen“. Seit den 2000er Jahren wird der Stadtteil Bremsberg weiterhin stark ausgebaut. mini|Der Strand von Glücksburg-Sandwig bei Westwind

Seit Dezember 2016 hat Glücksburg zweisprachige Ortsschilder; unter dem deutschen Glücksburg steht das dänische Lyksborg.

Historische Gesellschaft Glücksburg Am 18. November 1987 wurde im Schloss Glücksburg von Nachfahren der herzoglichen Familie und von Helmut Ries die Historische Gesellschaft Glücksburg (HGG) gegründet, die der Pflege der Tradition von Stadt und Schloss Glücksburg dient. Sie befasst sich besonders mit der Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner und präsentiert sich der Öffentlichkeit mit Vorträgen und Veranstaltungen im Schloss Glücksburg.

mini|hochkant|Auferstehungskirche

Religion In Glücksburg bestehen evangelische Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland und der Dänischen Kirche in Südschleswig. Die deutschsprachige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde nutzte bis in die 1960er Jahre die Schlosskapelle des Glücksburger Schlosses. In den Jahren 1963 bis 1965 entstand am Rande des Friedhofes die Auferstehungskirche. Ev-Luth. Kirchenkreis Schleswig-Flensburg. Die Dänische Kirche Glücksburg an der Paulinenallee wurde 1954 eingeweiht. Dansk Kirke i Sydslesvig.

An der Bergstraße befindet sich die 2024 profanierte katholische Kirche St. Laurentius der Pfarrei St. Marien Schmerzhafte Mutter im Dekanat Flensburg., abgerufen am 5. Januar 2013

Die neuapostolische Kirchengemeinde wurde im Oktober 2006 aus finanziellen Gründen geschlossen und in die Neuapostolische Kirche in Mürwik eingegliedert.Neuapostolische Kirche Norddeutschland

mini|Das ehemalige Rathaus von Glücksburg, 2011 abgerissen

Politik Seit dem 1. Januar 2008 bildet Glücksburg eine Verwaltungsgemeinschaft mit der benachbarten, kreisfreien Stadt Flensburg, die die Verwaltungsgeschäfte für Glücksburg mit durchführt, siehe Rathaus (Flensburg). Das Glücksburger Rathaus, bis dahin Sitz der Stadtverwaltung, wurde 2011 abgerissen.

Seit ungefähr 2015 ist Flensburg selbst so stark nachverdichtet, dass dort kein ausreichender neuer Wohnraum mehr geschaffen werden kann. Das Wachstum der Stadt und des Umlandes wird dadurch gehemmt; das heikle Thema einer Eingemeindung Glücksburgs spielt folglich wieder eine Rolle in der Diskussion.Wohnraum-Kontingente: Stadt-Umland-Frieden vor dem Ende. Flensburger Tageblatt, 4. Juni 2015; abgerufen am 4. Juni 2015

Stadtvertretung Die Stadtvertretung ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Glücksburg. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Kommunalwahl fand am 14. Mai 2023 statt. Diese führte bei einer Wahlbeteiligung von 53,8 % zur unten im Diagramm dargestellten Zusammensetzung der Stadtvertretung.

Bürgermeister Da die Einwohnerzahl Glücksburgs unter 8000 liegt, musste die Hauptamtlichkeit zwischenzeitlich aufgegeben werden. In der konstituierenden Sitzung der Stadtvertretung 2008 wurde daher eine ehrenamtliche Bürgermeisterin gewählt. Seit 2013 können Gemeinden ab 4000 Einwohner wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister wählen. Die Wahl fand 2013 statt. Somit hat Glücksburg seit dem 1. Januar 2014 wieder eine hauptamtliche Bürgermeisterin. Demzufolge wurde durch die Stadtvertretung auch wieder eine Bürgervorsteherin gewählt.

Am 12. Oktober 2025 fand die nächste Bürgermeisterwahl in der Stadt statt. Amtsinhaberin Kristina Franke (CDU) nahm dabei nicht teil. Bei der Hauptwahl konnte sich keiner der Kandidaten eine absolute Stimmmehrheit sichern. Somit kam es zu einer Stichwahl, die am 9. November 2025 ausgetragen wurde. Hierbei siegte der Bauamtsleiter Egon Perschk (parteilos) gegen den FDP-Kandidaten Kay Richert (auch von CDU unterstützt) mit 58,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 50,8 Prozent.Stichwahl eines Bürgermeisters (Stadt Glücksburg) auf wahlen-sh.de abgerufen am 23. November 2025 Die Amtsübergabe soll am 2. Januar 2026 stattfinden.Egon Perschk wird neuer Bürgermeister von Glücksburg abgerufen am 23. November 2025

1889–1914: Asmus Bunzen (Freikonservative Partei) 1914–1919: Curt Fuhrmann 1920–1922: Arthur Hardenberg 1923–1924: Johannes Krancke 1926–1932: Christian Carsten Christiansen 1932–1933: Wilhelm Klein (DNVP) 1933–1938: Harald Boysen (NSDAP) 1938–1945: Carl Brandes (NSDAP) 1945–1947: Victor Graf von Reventlow-Criminil (SSW) 1947–1950: Kai-Uwe von Hassel (CDU) 1950–1960: Philipp Petersen (erst parteilos, dann CDU) 1960–1977: Hans Hansen (CDU) 1977–2001: Hans-Werner Petersen (erst parteilos, dann CDU) 2001–2006: John Witt (parteilos) (1. Direktwahl) 2006–2007: Ellen Hackelsperger (ehrenamtliche Bürgermeisterin (CDU)) 2008–2013: Dagmar Jonas (ehrenamtliche Bürgermeisterin (CDU)) 2014–2025: Kristina Franke (hauptamtliche Bürgermeisterin) (parteilos) seit 2026: Egon Perschk (hauptamtlicher Bürgermeister) (parteilos)

Bürgervorsteher April 1950: Otto Herms 1950–1963: Kai-Uwe von Hassel 1963–1982: Friedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg 1982–1986: Gustav Backen 1986–2003: Elke von Hassel 2003–2007: Ellen Hackelsperger 2014–2018: Dagmar Jonas 2018–2019: Christina Kieback 2019–2026: Gerd Pirschel seit 2026: Michael Puls

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