mini|St. Sebastian und Walburga von Westen gesehen St. Sebastian und Walburga (auch Dorfkirche Degenfeld) ist eine evangelische Pfarrkirche im Schwäbisch Gmünder Stadtteil Degenfeld im Ostalbkreis von Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde Degenfeld-Weiler-Unterbettringen gehörte bis Ende 2025 zum Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd und gehört seit 1. Januar 2026 zum neuen Kirchenbezirk Ostalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte Die baulichen Ursprünge der heutigen Kirche reichen in das späte 11. Jahrhundert und damit in die Stauferzeit zurück. Eine Erwähnung fand die Kirche dann 1471, als sie gotisiert wurde. Große Teile des Gebälks stammen aus dieser Zeit. Mit einem Verkauf von Teilen des Ortes Degenfeld durch die katholischen Herren von Degenfeld an das evangelische Württemberg im Jahre 1606 wurde die Kirche evangelisch und blieb es seither; der zugehörige alte Friedhof wurde jedoch simultan genutzt.
Das Langhaus wurde 1718/1719 verlängert, der Turmhelm 1795/1796 neu errichtet. Innenrestaurierungen wurden 1936 durch die Stuttgarter Architekten Werner Klatte (1879–1948) und Richard Weigle (1884–1949) vorgenommen, außerdem 1958 eine Außen- und 1964 eine Innenrenovierung sowie 1976 eine Turmsanierung mit Fundamentsicherung.Karl-Heinz Scheide: Die Reromanisierung der Degenfelder Dorfkirche. In: Einhorn-Jahrbuch Schwäbisch Gmünd, 12. Jahrgang; Schwäbisch Gmünd 1985, S. 65. 1985 wurde das Portal ausgewechselt, 1996/1997 dann erneut eine Außenrenovierung vorgenommen.
Ausstattung Wandmalerei: Der Turmchor ist romanisch mit Wandmalerei ausgestaltet: Breite Diagonalgurte führen im Gewölbe zu Ecksäulen. In den Feldern zwischen den Gurten sind die Evangelistensymbole dargestellt. Leider wurden die Darstellungen im 19. Jahrhundert stark überarbeitet. Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance, von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder
Kanzel, Altar, Taufstein: Die Kanzel wurde um 1680 aus Holz geschaffen und mit Schnitzerei- und Intarsienarbeiten versehen. Der Altar stammt von Artur Meffert aus dem Jahr 1978, der Taufstein aus dem Jahr 1982 wurde von Fridolin Schurr aus Tuffstein geschaffen. Außerdem ist ein Grabstein für einen Wilhelm von Degenfeld aus dem Jahr 1557 an der Chornordmauer angebracht.
Glasgemälde: Der Stuttgarter Künstler Walter Kohler schuf mit der Stuttgarter Glaswerkstatt Emil Gaiser 1936 die Farbverglasung für das Chorfenster mit den christologischen Bildthemen Geburt Jesu, Kreuzigung Jesu und Auferstehung Christi. Sein Sohn Wolf-Dieter Kohler ergänzte die Farbfesterausstattung 1963 mit dem südlichen Tauffenster beim Taufstein mit einer Gnadenstuhldarstellung bzw. dem Gekreuzigten im Strahlenkranz, darüber das Himmlische Jerusalem.
Geläut Nr. Name Durchmesser Gussjahr Ton Gießerei Bemerkungen 1 Betglocke 1020 mm 1954 g’ Heinrich Kurtz, Stuttgart 2 Kreuzglocke 840 mm 1954 b’ Heinrich Kurtz, Stuttgart 3 Evangelistenglocke 790 mm 1446 c’ Kristof Glockengiesser, Nördlingen 4 890 mm 1788 g’’ C.F. Blüher, Stuttgart aus Glocke von 1465 neugegossen
Literatur Gustav Wabro (Hrsg.): Der Ostalbkreis. Stuttgart und Aalen 1978, S. 346 Richard Strobel, Landesdenkmalamt Baden-Württemberg: Die Kunstdenkmäler der Stadt Schwäbisch Gmünd. Band 4: Kirchen und Profanbauten außerhalb der Altstadt, Ortsteile. Deutscher Kunstverlag, München 2003; ISBN 3-422-06381-1, S. 307–315.
Einzelnachweise
Weblinks
Website der Ev. Kirchengemeinde Degenfeld-Weiler-Unterbettringen
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