mini|Obergünzburg von Süden Obergünzburg ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Obergünzburg.
Geografie Lage Der Ort liegt in der Region Allgäu. Er wird von der Östlichen Günz durchflossen, in die im Ortsgebiet der Tobelbach, der Wifelsbach und der Salabach einmünden. Die Gemeinde hat eine Höhenlage von (östliche Günz) bis (südwestlich von Ebersbach).
Ein geschütztes Naturdenkmal im Gemeindegebiet ist die Teufelsküche, ein Felsentor aus Nagelfluh nördlich des Ortes; sie ist als Geotop (Nr. 777R001 / 43R007) ausgewiesen.Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): Teufelsküche Obergünzburg (Geotop-Nr. 43R007 / 777R001). Abgerufen am 20. August 2025: https://www.lfu.bayern.de/geologie/bayerns_schoenste_geotope/43/index.htm ; Steckbrief (PDF, UmweltAtlas), abgerufen am 20. August 2025: https://www.umweltatlas.bayern.de/standortauskunft/rest/reporting/sb_geotope/generate?additionallayerfieldvalue=777R001
Gemeindegliederung Es gibt 56 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Burg, Ebersbach, Obergünzburg und Willofs. Gemarkung Burg mit Becherer (mit Habersburg verbunden), Berg, Bichtholz, Burgstall, Freien, Greggen, Habersberg, Hartmannsberg, Liebenthann (Ziegler), Liebenthann-Mühle, Litzen, Schoner, Seesen und Wolfartsberg Gemarkung EbersbachEbersbach im Allgäu (Vereinsportal), abgerufen am 20. August 2025. mit Algers, Barteler, Bergammer, Burker, Christler, Feurer, Fink, Galger, Gfäll, Gfällmühle, Glaser, Grötzer (Glögler), Hauprechts, Heißen, Hofmanns, Kasperle, Maier (Maierle), Obermelden, Pfänder, Reichholz, Rufen, Schweizer, Stanis, Thanner, Untermelden, Wegmacher, Wiedebauer und Wielands Gemarkung Obergünzburg Gemarkung Willofs mit Binkenhofen, Eglofs, Hengeler, Kaltenbrunn, Klauser, Lohbauer, Mautis, Mindelberg, Mindelmühle, Scheutler und Veiter (Veiten)
mini|Obergünzburg Rathaus und Pfarrkirche St. Martin
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Obergünzburg kann seine Wurzeln bis in die römische Zeit zurückverfolgen (Bodendenkmäler im Ortsbereich sind in der Denkmalliste verzeichnet).Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (BLfD): Denkmalliste Markt Obergünzburg (Bodendenkmäler) – Stand 05.02.2025, S. 7–8 (z. B. D-7-8128-0044 „Siedlung der römischen Kaiserzeit“; D-7-8128-0048 „Befunde im Bereich der Pfarrkirche St. Martin“). Abgerufen am 20. August 2025: https://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_777154.pdf Im Jahr 1407 erhielt Obergünzburg von König Ruprecht das Marktrecht.Markt Obergünzburg (offizielle Seite): Ortsvorstellung – Geschichte und Märkte („Obergünzburg erhielt 1407 unter Kaiser Rupprecht zu Heidelberg das Marktrecht“). Abgerufen am 20. August 2025: https://www.oberguenzburg.de/kultur-und-tourismus/ortsvorstellung-oberguenzburgMarkt Obergünzburg: Flächennutzungsplan – Textteil (integriert), 01.02.2011, S. 6 f. (Hinweise zur Siedlungsgeschichte, Marktrecht 1407). PDF, abgerufen am 20. August 2025: https://www.oberguenzburg.de/fileadmin/eigene_dateien/oberguenzburg/Rathaus/Bauverwaltung/Flaechennutzungsplan/Text_FNP_Oberguenzburg_integriert_20110201.pdf Obergünzburg war seit dem späten 17. Jahrhundert Sitz eines Pflegamtes des Fürststifts Kempten. Das heutige Rathaus (ehemaliges Pflegerschloss) wurde 1570 als Korn- und Rathaus errichtet und ist als Baudenkmal gelistet.BLfD – Denkmal-Atlas Bayern: Schloss/Pflegerschloss Obergünzburg. Abgerufen am 20. August 2025: https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/ (Suche nach „Schloss Obergünzburg“) Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern.Stadt Kempten (Allgäu): Zeittafel – von der Antike bis in die Gegenwart (Eintrag 1803). Abgerufen am 20. August 2025: https://www.kempten.de/zeittafel-von-der-grundung-bis-in-die-gegenwart-12616.html Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.
19. und 20. Jahrhundert Bis 1879 war Obergünzburg Sitz eines Landgerichtes; das verbliebene Amtsgericht wurde 1959 nach Marktoberdorf verlegt (Justizreform). Der Ort blieb im Zweiten Weltkrieg ohne größere Zerstörungen. Nach dem Krieg wurde Obergünzburg der amerikanischen Besatzungszone zugeordnet; die Einwohnerzahl stieg in der unmittelbaren Nachkriegszeit durch Flüchtlinge und Vertriebene stark an (u. a. aus Sudetenland, Schlesien, Ostpreußen).Vgl. zusammenfassend: Markt Obergünzburg, Ortschronik (Kommunalarchiv / Ortsvorstellung), abgerufen am 20. August 2025: https://www.oberguenzburg.de/kultur-und-tourismus/ortsvorstellung-oberguenzburg
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinde Burg und der größte Teil der Gemeinde Willofs eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Ebersbach dazu.Markt Obergünzburg (offizielle Seite): Ortsteile & Eingemeindungen. Abgerufen am 20. August 2025: https://www.oberguenzburg.de/kultur-und-tourismus/ortsvorstellung-oberguenzburg
Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf die heutige Gemeindefläche (Stand 1987). Der Ausländeranteil lag 2005 bei etwa 4 %.
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 20202025 Einwohner 2712 3086 3198 5343 4754 5006 5476 5868 6063 6279 6471 6316 6295 64026360 Obergünzburg wuchs von 1988 bis 2008 um 811 Einwohner bzw. um ca. 15 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 5566 auf 6362 um 796 Einwohner bzw. um 14,3 %. Aktuelle Einwohnerstände veröffentlicht das Bayerische Landesamt für Statistik fortlaufend im Statistikportal (Gemeindeschlüssel 09777154).Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal – Markt Obergünzburg (09777154) – aktuelle Einwohner- und Strukturdaten. Abgerufen am 20. August 2025: https://www.statistik.bayern.de/
mini|Innenraum der Pfarrkirche St. Martinmini|Christopherus an der Pfarrkirche St. Martin mini|Römischer Altarstein, dem Gott Merkur geweiht mini|Ölbergallee auf den Nikolausbergmini|Kapelle auf dem Nikolausberg zur Erinnerung an 1945mini|Obergünzburg liegt am Oberlauf der Ostgünz. mini|Obergünzburg auf einer von Gabriel Bodenehr nach Franz Josef Tanner gestochenen Karte aus dem Jahr 1737
Politik Gemeinderat Nach der Gemeinderatswahl am 8. März 2026 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:
Liste Stimmenanteil Sitze CSU 34,6 % 7 Freie Wähler 43,2 % 9 Grüne 17,4 % 3AfD4,8 %1
Zusätzliches Mitglied des Rates ist der Bürgermeister.
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Florian Ullinger (Freie Wähler). Bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 wurde er mit 86,5 % der Stimmen gewählt (Wahlbeteiligung 69,9 %).
Wappen
Gemeindepartnerschaften Partnergemeinden von Obergünzburg sind Třešť in TschechienAllgäuer Zeitung: Seit 30 Jahren Partner über Grenzen hinweg – Obergünzburg und Třešť. Artikel, 2018. Abgerufen am 20. August 2025: https://www.allgaeuer-zeitung.de und Visegrád in Ungarn.Markt Obergünzburg: Partnerorte – Visegrád. Abgerufen am 20. August 2025: https://www.oberguenzburg.de/rathaus/partnerorte.html Regelmäßige Besuche beider Partner werden u. a. im amtlichen Marktblatt angekündigt (z. B. Besuch aus Třešť im Sept. 2024).Markt Obergünzburg: Marktblatt 09/2024, S. 19. PDF, abgerufen am 20. August 2025: https://www.oberguenzburg.de/fileadmin/eigene_dateien/oberguenzburg/Rathaus/Marktblatt/Marktblatt_2024_09_Web.pdf
Sehenswürdigkeiten Schloss Obergünzburg, heute Rathaus (ehem. Pflegerschloss/Kornhaus, Baujahr 1570).BLfD – Denkmal-Atlas Bayern: Schloss Obergünzburg (Baudenkmal). Abgerufen am 20. August 2025: https://geoportal.bayern.de/denkmalatlas/ Historischer Marktplatz mit Mohrenbrunnen Kirche St. Martin aus dem 15. Jahrhundert (Befunde zu Vorgängerbauten in der Denkmalliste).BLfD – Denkmalliste Markt Obergünzburg (Bodendenkmäler), S. 7–8 (D-7-8128-0048). Abgerufen am 20. August 2025: https://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_777154.pdf Nikolausberg mit Bergkirche St. Nikolaus Südseemuseum Geotop TeufelskücheLfU: Teufelsküche Obergünzburg – siehe oben, Geotop-Infos und Steckbrief.
mini|hochkant=1.3|Ebersbach m. St. Ulrich von Osten mini|hochkant=1.3|Eglofs von Norden mini|hochkant=1.3|Oberes Mindeltal mini|hochkant=1.3|Obergünzburg von Osten mini|hochkant=1.3|Obergünzburg im Winter mini|hochkant=1.3|Oberer Markt mini|hochkant=1.3|Unterer Markt mini|hochkant=1.3|Willofs von Süden
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2020 umgerechnet rund 6,402 Mio. Euro.
Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft gab es im Jahr 2020 15, im produzierenden Gewerbe 507 und im Bereich Handel und Verkehr 262 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 519 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2648. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es drei, im Bauhauptgewerbe 14 Betriebe.
Der größte ansässige Betrieb sind die „Milchwerke Gabler-Saliter“ (heute zur Ehrmann AG gehörend). Produziert werden hier vor allem Kaffeesahne, Kondensmilch, Milchmischgetränke, Trockenmilcherzeugnisse und Vorprodukte für Baby- und Kliniknahrung anderer Hersteller.Ehrmann AG: Unsere Geschichte – 1998 Mehrheitsbeteiligung an J. M. Gabler-Saliter. Abgerufen am 20. August 2025: https://www.ehrmann.de/unternehmen/unsere-geschichte/Ehrmann AG: Die Familien-Molkerei aus dem Allgäu – Molkerei Gabler Saliter. Abgerufen am 20. August 2025: https://www.ehrmann.de/unternehmen/ehrmann-die-familien-molkerei-aus-dem-allgaeu/ Des Weiteren ist das Gabler-Saliter Bankgeschäft ansässig.
Verkehr Hauptstraßen der Gemeinde sind die Staatsstraßen St 2012, St 2055 und die Kreisstraße OAL 11, die alle im Hauptort aufeinandertreffen.
Bildung Im Jahr 2021 gab es folgende Einrichtungen: 4 Kindertageseinrichtungen: 285 genehmigte Plätze mit 243 Kindern 2 Volksschulen: 28 Klassen, 38 Lehrer, 584 Schüler 1 Realschule: 22 Klassen, 40 Lehrer, 508 Schüler
Wasserversorgung Der Markt versorgt seine Bürger mit Trinkwasser aus den Brunnen Eschenloh südlich des Hauptorts, geschützt durch ein ca. 55 ha großes Wasserschutzgebiet, sowie aus den Mühlenbergquellen nordöstlich mit einem ca. 35 ha großen Wasserschutzgebiet. Es gibt daneben eine Reihe eigener kleiner Wasserversorgungen in den Ortsteilen.
Persönlichkeiten In Obergünzburg geboren Michael Miebach (* 1968), CEO von MastercardAllgäuer Zeitung: Von Obergünzburg an die Spitze von Mastercard (Porträt), 20. Mai 2021. Abgerufen am 20. August 2025: https://www.allgaeuer-zeitung.de Johann Georg von Werdenstein (1542–1608), Domherr, Kantor in Eichstätt, Bücher- und Notensammler Johannes Kaspar (1822–1885), Maler Ludwig Skell (1842–1905), Landschafts-, Genre-, Porträt- u. Karikaturenmaler, Lithograph Karl Nauer (1874–1962), Südseeforscher und Kapitän Eduard Hindelang (1923–2016), Museumsleiter Helga van Beuningen (* 1945), Übersetzerin Franz Loquai (1951–2023), Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer Barbara Lochbihler (* 1959, aufgewachsen in Ronsberg), Abgeordnete im Europäischen Parlament, bis 2009 Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland Max Weber (* 1964), Handbiker Roland Dopfer (* 1977), Organist, Cembalist, Kirchenmusiker, Musiktherapeut, Musikwissenschaftler und Hochschullehrer
Persönlichkeiten mit Bezug zu Obergünzburg Dominikus Ringeisen (1835–1904), röm.-kath. Geistlicher, als Benefiziat Begründer des Obergünzburger Krankenhauses, später Begründer einer heute nach ihm benannten Behinderteneinrichtung in Ursberg Armin Kreiner (* 1954), Theologieprofessor in München, lebt heute im Ort
Literatur Obergünzburg – ein Spaziergang durch den alten Marktflecken, 2. überarb. Aufl., Horb am Neckar: Geiger, 1996, ISBN 3-89570-155-6 Franz Xaver Gutbrod: Geschichte der Pfarrei Obergünzburg, Kempten: Kösel, 1889–1891 Jahreshefte der Heimatlergemeinde Obergünzburg, Obergünzburg (seit 1990 erscheinende Reihe)