Rudolf Theodor Beyer (* 12. Januar 1891 in Leipzig; † nach 1966) war ein deutscher Richter.
Leben Beyer wurde als Sohn eines Kaufmanns geboren und studierte nach dem Abitur am Nikolaigymnasium Leipzig 1910 Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1910 trat er der Burschenschaft Danubia München bei.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 37.Altherrenverband der Burschenschaft Danubia in München (Hrsg.): Geschichte der Burschenschaft Danubia. Band 1, München 1978, S. 319. Von 1911 bis 1921 gehörte er dem Alldeutschen Verband an. Nach dem juristischen Staatsexamen 1913 in Leipzig absolvierte er sein Referendariat am Amtsgericht Neustadt.
1914 war er als Einjährig-Freiwilliger beim Infanterie-Regiment „Prinz Johann Georg“ (8. Königlich Sächsisches) Nr. 107. Im Ersten Weltkrieg kam er als Soldat an die Front in Frankreich, wo er im Mai 1915 eine schwere Verwundung erlitt. Im Mai 1916 wurde er als Vizefeldwebel der Reserve als nicht mehr einsatzfähig entlassen. Er setzte sein Referendariat fort, machte 1919 sein zweites Examen und ging in den sächsischen Justizdienst. 1918 wurde er Mitglied der Deutschen Vaterlandspartei. 1919 wurde er Mitglied des Sächsischen Richtervereins.
Zum 1. Mai 1932 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 1.128.976).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/1260543Moritz von Köckritz: Die deutschen Oberlandesgerichtspräsidenten im Nationalsozialismus (1933-1945) (=Rechtshistorische Reihe, Band 413). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-61791-5, S. 549. Im Juli 1932 Mitglied wurde er SA-Obersturmführer im Stab Gruppe Sachsen, dann SA-Standartenführer. 1933 wurde er Mitglied im Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen (ab 1936 Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund). 1934 wurde er Mitglied des Reichsluftschutzbundes (RLB) und 1935 der NSV.
1934 wurde er Amtsgerichtspräsident in Dresden und 1936 Präsident des Landgerichts Zwickau.
Von 1934 bis 1939 war Beyer Herausgeber einer mehrbändigen Reihe von günstigen Textausgaben nationalsozialistischer Gesetze, die unter dem Reihentitel Hitlergesetze in Reclams Universal-Bibliothek erschien. Er verfasste zudem kurze, begeisterte Vorreden zu den jeweiligen Heftchen, unter anderem auch zu den Nürnberger Gesetzen.
Von 1939 bis 1945 war er Präsident des Oberlandesgerichts Dresden. Am 23. und 24. April 1941 nahm er an der „Schlegelberger-Konferenz“ im Haus der Flieger in Berlin teil, bei der führende Justizbeamte durch Franz Schlegelberger sowie Viktor Brack und Werner Heyde über die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ mittels Gas unter Aufsicht der Zentraldienststelle T4 informiert wurden. Über Beyers weiteren Verbleib nach 1945 ist nur bekannt, dass die Staatsanwaltschaft in Limburg Anfang 1967 eine Voruntersuchung wegen Beihilfe zum Mord gegen ihn eingeleitet hat.
Ehrungen Eisernes Kreuz, I. und II. Klasse Schwarzes Verwundetenabzeichen 1938: Treudienst-Ehrenzeichen, 2. Stufe
Literatur Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945?. S. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-10-039309-0, S. 47. Moritz von Köckritz: Die deutschen Oberlandesgerichtspräsidenten im Nationalsozialismus (1933-1945) (=Rechtshistorische Reihe, Band 413). Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-61791-5, S. 50–58. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 9: Nachträge. Koblenz 2021, S. 13. (Online-PDF)
Weblinks Rudolf Beyer (koeblergerhard.de)
Einzelnachweise
Kategorie:Präsident des Oberlandesgerichts Dresden Kategorie:Präsident (Landgericht Zwickau) Kategorie:Mitglied der Deutschen Vaterlandspartei Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Mitglied im Alldeutschen Verband Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1891 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann